
Matteo (Radoslav Gavlas) wächst als Sohn eines Mitglieds (Predrag Bjelac) einer einflussreichen Geheimgesellschaft in einem Umfeld auf, das von Macht, Geheimnissen und strengen Hierarchien geprägt ist. Nach seiner Aufnahme in den Orden wird er vom Meister der Bruderschaft (Pawel Lawrynowicz) damit beauftragt, Kontakt zu Pater Vitus (Heino Ferch) aufzunehmen. In dessen Gemeinde begegnet er jedoch Anna (Anna Mercedes Ctvrtnickova), in die er sich verliebt. Je tiefer Matteo in die Machenschaften des Ordens blickt, desto stärker kommen ihm Zweifel an dessen Zielen und Methoden. Als er die Brutalität der Bruderschaft erkennt, versucht er sich von ihr zu lösen. Unterstützt von einem Professor an der Universität Bologna (Pavel Kříž) und einem investigativen Journalisten (Arnaud Binard) will er schließlich die Hintergründe des Geheimbundes öffentlich machen. Doch je näher er der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird die Situation.
Konfuser Verschwörungsthriller
Mit Manipulation wagt sich Regisseur David Balda nach seinem Debüt Narušitel erneut an einen ambitionierten Stoff. Der Film verbindet Verschwörungsthriller, historische Mythen und religiöse Motive zu einer Geschichte über Macht, Geheimhaltung und persönliche Emanzipation. Die Zutaten dafür wären durchaus vielversprechend: ein geheimer Orden mit Verbindungen in Politik und Gesellschaft, Anspielungen auf Alchemie und den Stein der Weisen sowie Schauplätze in Prag, Bologna und Ferrara, die dem Film eine atmosphärische Kulisse verleihen. Hinzu kommt die klassische Geschichte eines Insiders, der sich gegen das System wendet, dessen Teil er einst war.
Doch aus diesen vielversprechenden Ansätzen entsteht kein spannender Thriller, sondern ein erstaunlich konfuses Werk. Bereits nach kurzer Zeit verliert sich die Handlung in immer neuen Figuren, Andeutungen und Nebensträngen, die selten nachvollziehbar miteinander verbunden werden. Zwar deutet der Film immer wieder große Geheimnisse an, beantwortet aber kaum eine der aufgeworfenen Fragen. Welche Ziele die Bruderschaft tatsächlich verfolgt, welche Rolle die katholische Kirche in diesem Machtgefüge spielt oder warum bestimmte Figuren handeln, wie sie handeln, bleibt über weite Strecken unklar. Statt Spannung zu erzeugen, sorgt diese permanente Ungewissheit vor allem für Verwirrung.
Große Vorbilder
Dabei wirkt es, als wolle Balda bewusst an erfolgreiche Vorbilder aus dem Genre anknüpfen. Anspielungen an Verfilmungen von Dan Browns Romanen wie Illuminati oder The Da Vinci Code sind unverkennbar. Wenn dann auch noch Umberto Eco erwähnt wird, der mit Das Foucaultsche Pendel den literarischen Verschwörungsthriller in unbekannte Höhen katapultiert hat, ist das schon beinahe ein Sakrileg. Auch die Vermischung historischer Legenden mit modernen Verschwörungserzählungen erinnert an bekannte Genrevertreter. Manipulation gelingt es jedoch nicht, aus diesen Einflüssen eine eigene oder auch nur schlüssige Geschichte zu entwickeln. Die Handlung springt von einer Enthüllung zur nächsten, ohne dass die Zusammenhänge ausreichend erklärt oder dramaturgisch vorbereitet werden.
Auch die Figuren bleiben weitgehend eindimensional. Die Gegenspieler wirken häufig wie Karikaturen klassischer Thriller-Schurken, während die zentrale Figur Matteo kaum das Charisma entwickelt, das notwendig wäre, um das Publikum durch die komplexe Handlung zu führen. Radoslav Gavlas bleibt in der Hauptrolle erstaunlich blass und findet keinen überzeugenden Zugang zu seiner Figur. Deutlich besser schlagen sich die erfahrenen Nebendarsteller. Heino Ferch verleiht Pater Vitus eine gewisse Glaubwürdigkeit, während Féodor Atkine mit seiner gewohnt souveränen Präsenz überzeugt. Pawel Lawrynowicz legt seine Rolle als Ordensmeister derart überzeichnet an, dass die Figur kaum ernst zu nehmen ist. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass selbst die prominente Besetzung nur begrenzte Möglichkeiten hatte, den Figuren mehr Tiefe zu verleihen.
Visuell bietet der Film immerhin einige Lichtblicke. Die historischen Schauplätze werden stimmungsvoll eingefangen, und besonders die Einbindung von Gemälden und symbolischen Bildmotiven zeugt von einem gewissen gestalterischen Anspruch. Allerdings überlädt der Film seine Bilder häufig mit bedeutungsschweren Symbolen, die letztlich ebenso rätselhaft bleiben wie die Handlung selbst. Was geheimnisvoll wirken soll, erscheint dadurch oft lediglich prätentiös.
So bleibt am Ende ein Film, der deutlich mehr sein möchte, als er tatsächlich ist. Manipulation verfügt über interessante Ansätze, atmosphärische Schauplätze und ein durchaus beachtliches Ensemble. Doch ein überfrachtetes Drehbuch, unklare Figurenzeichnungen und eine kaum nachvollziehbare Handlung verhindern, dass daraus ein funktionierender Verschwörungsthriller entsteht. Statt Spannung und Faszination hinterlässt der Film vor allem Ratlosigkeit.
OT: „Manipulation“
Land: Tschechische Republik, Italien, Deutschland
Jahr: 2026
Regie: David Balda
Buch: David Balda, Markéta Hrubešová, Vladimír Koubenec
Musik: Jakub Kudlác
Kamera: David Balda
Besetzung: Pawel Lawrynowicz, Féodor Atkine, Heino Ferch, Arnaud Binard, James Faulkner, Pawel Delag, Predrag Bjelac, Pavel Kříž, Kajetán Písařovic, Pavlina Nemcova, Radoslav Gavlas, Oskar Hes, Anna Mercedes Ctvrtnickova, Tomáš Petráček
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)









