
Becky del Páramo (Marisa Paredes) hat einen Traum: Sie will als Sängerin ganz groß rauskommen. Zu dem Zweck ist sie zu vielen Opfern bereit – darunter auch ihre eigene Tochter. Während Rebecca beim Vater aufwächst und von der abwesenden Mutter besessen ist, tourt Becky durch die Welt und genießt den Beifall ihres Publikums. Nach 15 Jahren im Ausland kehrt sie nach Madrin zurück, um dort Konzerte zu geben. Dabei begegnet sie auch der inzwischen erwachsenen Rebecca (Victoria Abril), die nie über ihre einsame Kindheit hinweggekommen ist und dazu noch Becky ehemaligen Geliebten Manuel (Feodor Atkine) geheiratet hat. Doch das Wiedersehen endet in einer Katastrophe …
Wenn Pedro Almodóvar einen Film dreht, dann weiß man schon, dass es auf die eine oder andere Weise hochdramatisch wird. Manche seiner Werke sind durchaus humorvoll. Andere arbeiten mit sonstigen Genre-Elementen. Bei „High Heels – Die Waffen einer Frau“ etwa gibt es auch Krimi-Motive. Schließlich wird nach einiger Zeit eine Leiche gefunden und es muss geklärt werden, wer den Mord begangen hat. Also eigentlich ein klassischer Whodunit, bei dem es auch mehrfach hin und her geht. Doch die Antwort darauf ist erstaunlich nebensächlich, es geht hier nicht darum, wer es letztendlich getan hat. Zumindest nicht aus Sicht des Publikums, das hier ganz andere Themen geboten bekommt.
So geht es in der spanisch-französischen Coproduktion primär um das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. In wenigen Szenen ist dieses bereits etabliert: Auf der einen Seite ist die selbstbezogene Künstlerin, die sie primär um Ruhm und Karriere kümmert und dabei das Kind vor den Kopf stößt. Auf der anderen Seite ist das Mädchen, welches zu ihrer Mutter aufblickt und ihr nacheifert, selbst als Erwachsene. Dass diese den Ex der Mama geheiratet hat, ist ein ebenso cleverer wie tragischer Griff, der das verkorkste Verhältnis in „High Heels – Die Waffen einer Frau“ auf den Punkt bringt. Die Beziehungen zu den anderen Figuren werden hingegen eher vernachlässigt, der Vater ist anfangs noch etwas markanter, spielt dann aber keine Rolle mehr.
Dafür gibt es aber andere schräge Charaktere. Almodóvar hat bekanntlich ein Faible für extravagante Figuren, so eben auch in seinem Werk von 1991. Hier spielt ein Travestiekünstler mit dem Namen Femme Letal, der seinerseits Becky nacheifert, eine größere Rolle. Mit der Zeit überschlagen sich die Ereignisse ein wenig, es kommen diverse Geheimnisse ans Tageslicht. Glaubwürdigkeit braucht man hier nicht zu erwarten, das ist alles schon ziemlich übertrieben. Wenn in „High Heels – Die Waffen einer Frau“ beispielsweise die wahre Identität des Transvestiten herauskommt, darf man sich schon fragen, ob das hier nicht doch eine Komödie sein soll. Das steht dann auch in einem starken Kontrast zu der eigentlich tragischen Geschichte einer Frau, die immer von ihrer Mutter ignoriert wurde.
OT: „Tacones lejanos“
Land: Frankreich, Spanien
Jahr: 1991
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Musik: Ryuichi Sakamoto
Kamera: Alfredo Mayo
Besetzung: Victoria Abril, Marisa Paredes, Miguel Bosé, Pedro Díez del Corral, Feodor Atkine, Ana Lizarán, Miriam Díaz-Aroca
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