Sarah Kohr – Bis auf den Grund Tv Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Christine Schroeder

Sarah Kohr: Bis auf den Grund

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„Sarah Kohr: Bis auf den Grund“ // Deutschland-Start: 27. April 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Als die Menschen auf die Straße gehen und gegen eine Grundwasserbohrung protestieren, kommt es zu einer Tragödie. Einer der Demonstranten stirbt. Dabei scheint der Fall klar zu sein: Die zu dem Zeitpunkt unter Drogen stehende junge Polizistin Jule Hohenbeck (Alva Schäfer) hat ihn durch einen Schlag gegen den Kehlkopf getötet. Oder doch nicht? Zumindest Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff), die Hohenbeck kennt, hat ihre Zweifel daran, für sie sieht das nach einem abgekarteten Spiel aus. Während sie der Sache nachgeht und auf eigene Faust ermittelt, gerät sie unter anderem mit dem Polizeizugführer Till Ruprecht (Kostja Ullmann) sowie Hendrik Taubner (Daniel Strässer) aneinander, dessen Getränkekonzern die Grundwasserbohrung vorantreibt …

Kampf gegen den bösen Kapitalismus

Seit 2014 ist Sarah Kohr mittlerweile im Auftrag des ZDF unterwegs. Und die toughe Polizistin scheint noch lang nicht genug zu haben. Kein Wunder: zwischen 5,5 und 6 Millionen Menschen schalten regelmäßig ein, wenn sie knifflige Fälle löst und dabei meist auch eine Reihe böser Buben verdrischt. Zuletzt war sie Ende 2025 in Großer Bruder zu sehen, damals ging es um ein explosives Brüderpaar, das noch einmal für ein Verbrechen zusammenkommt, dabei aber die Rechnung ohne Kohr gemacht hat. Mit Bis auf den Grund meldet sich die beliebte Heldin wieder zurück und bekommt es in ihrem bislang 13. Fall gleich mit mehreren finsteren Gestalten zu tun, die sich nach außen hin als besser verkaufen, als sie es eigentlich sind.

Dass Thema Grundwasser und wie dieses durch wirtschaftliche Interessen gefährdet wird, ist sicherlich relevant. Schließlich wird auch hierzulande immer wieder davor gewarnt, dass wir unser Wasser verlieren könnten. Drehbuchautor Timo Berndt, der die Reihe fast durchgängig zu verantworten hat, ist aber nicht der Erste, der auf die Idee gekommen ist, davon zu sprechen. Tatsächlich gab es mit Bis zum letzten Tropfen und Wilsberg: Mit allen Wassern gewaschen schon andere deutsche TV-Filme, die diese Sorgen mit klassischem Unterhaltungsfernsehen verbunden haben. Das macht das Thema natürlich nicht weniger relevant. Aber es bräuchte dann schon einen Ansatz, wie man das nochmal anders aufziehen kann. Stattdessen läuft es bei Sarah Kohr: Bis auf den Grund auf das übliche Schwarz-weiß-Schema hinaus, laut dem Unternehmen ganz böse sind. Ein beliebtes, aber eben auch etwas langweiliges Feindbild.

Actionreiches Schema F

Wobei Berndt durchaus versucht, durch einen anderen Aspekt für Variation zu sorgen. So ahnt man hier früh, dass bei der Polizei selbst etwas im Argen liegt. Das betrifft gar nicht so sehr die beschuldigte Polizistin. Denn Kohr hält sie für unschuldig, womit das Publikum dann auch weiß, dass sie unschuldig ist. Sarah Kohr: Bis auf den Grund folgt da streng nach Schema F. Dass bei der Polizei Kriminelle arbeiten oder zumindest Leute, die das mit dem Gesetz nicht ganz so eng sehen, wird ebenfalls immer mal wieder in Filmen aufgegriffen. Sehr kreativ ist das also auch nicht. Natürlich funktioniert das alles schon, sowohl für sich genommen wie auch in Kombination. Aber es ist eben nicht so wahnsinnig spannend, zumal der Film nicht einmal versucht, die Schuldigen zu verbergen.

Aber bei dieser Reihe geht es oft auch weniger um das Rätsel als die Handlung. Der Actionanteil ist deutlich höher als bei anderen Krimis des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Bei Sarah Kohr: Bis auf den Grund geht es dann erwartungsgemäß ebenfalls hoch her, die obligatorische Verfolgungsjagd darf nicht fehlen. Dass Lisa Maria Potthoff dafür eine gute Wahl ist, ist kein Geheimnis. Man kann sich die Reihe ohne sie kaum vorstellen. Doch auch ihr hoher Einsatz macht die Geschichte nicht interessanter. Der aus bekannten Versatzstücken zusammengebastelte Krimithriller liefert das, was man erwarten kann. Aber eben nicht mehr als das. Der Zielgruppe darf das reichen, der Rest muss nicht unbedingt dabei sein.

Credits

OT: „Sarah Kohr: Bis auf den Grund“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Christian Theede
Drehbuch: Timo Berndt
Musik: Boris Bojadzhiev
Kamera: Tobias Schmidt
Besetzung: Lisa Maria Potthoff, Herbert Knaup, Kostja Ullmann, Caroline Erikson, Bineta Hansen, Michelangelo Fortuzzi, Thomas Poltmann, Jalil Berkholz, Katinka Auberger, Daniel Strässer, Jens Münchow

Bilder

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Sarah Kohr: Bis auf den Grund
fazit
In „Sarah Kohr: Bis auf den Grund“ endet eine Demonstration gegen eine Grundwasserbohrung tödlich, eine Polizistin soll schuld sein. Der Krimithriller nimmt dabei bekannte Versatzstücke, verpasst es aber, daraus etwas Eigenes zu machen. Da werden wieder Klischees ausgegraben und mit Action verknüpft.
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