Sunshine
© 20th Century Fox

Inhalt / Kritik

Sunshine
„Sunshine“ // Deutschland-Start: 19. April 2007 (Kino) // 8. Oktober 2007 (DVD)

Die Tage der Sonne sind gezählt – und damit auch die der Menschen. Schon jetzt ist das Leben auf der Erde deutlich schwieriger geworden, es herrschen eisige Temperaturen. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis alles vorbei ist. Aber vielleicht gibt es noch eine Hoffnung: eine Bombe, mit der das Fusionsfeuer neu entfacht wird. Vor einigen Jahren war bereits ein erstes Raumschiff mit der Mission entsandt worden, diese Bombe zur Sonne zu bringen. Doch das Schiff und die Besatzung verschwanden spurlos. Nun liegt es an Kaneda (Hiroyuki Sanada), dem Kapitän der Icarus II, diese Mission zu beenden und damit die Menschheit zu retten. Mit ihm fliegt ein internationales Team, bestehend aus Capa (Cillian Murphy), Cassie (Rose Byrne), Searle (Cliff Curtis), Mace (Chris Evans), Harvey (Troy Garity), Trey (Benedict Wong) und Corazon (Michelle Yeoh), sie alle mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten. Diese können sie auch brauchen, denn schon auf dem Weg zur Sonne läuft nicht alles nach Plan …

Eine eisige Zukunftsvision

Eigentlich sind wir es gewohnt, von düsteren Zukunftsvisionen zu hören, bei denen das Klima auf der Erde sich so sehr erwärmt und diese in Folge zunehmend unbewohnbar ist. Die realen Warnungen vor einem solchen Klimawandel sind immer wieder für Schlagzeilen gut. Und auch Filme greifen das Thema gern auf und zeigen apokalyptische Zustände, die verzweifelte Maßnahmen erfordern, darunter die Besiedelung fremder Planeten. Tschüs Erde, hallo Weltraum! Auch bei Sunshine steht eine gefährliche Reise in die Weiten des Alls an, weil das Leben auf der Erde suboptimal geworden ist. Dieses Mal ist die Bedrohung aber umgekehrt: Es wird alles immer kälter, über kurz oder lang wird ein weiteres Leben auf der uns bekannten Welt nicht mehr möglich sein. Und diesmal hat tatsächlich niemand Schuld.

Um eine Relativierung menschlichen Fehlverhaltens handelt es sich dabei jedoch nicht. Regisseur Danny Boyle (Trainspotting) und Drehbuchautor Alex Garland (Auslöschung) interessieren sich nicht für ökologische oder gesellschaftliche Fragen. Ihr Film macht zwar zu Beginn klar, dass die Crew eventuell nicht zurück zur Erde finden wird, weshalb ihr Einsatz mit einem großen Opfer verbunden ist. Aber selbst dieser Aspekt läuft eher im Hintergrund mit. Stattdessen haben die zwei einen vergleichsweise universellen und zeitlosen Survivalthriller kreiert, bei dem die Protagonisten und Protagonistinnen jede Menge Gefahren überwinden müssen. Denn wie das so ist bei solchen Expeditionen: Du kannst planen so viel du willst, am Ende kommt es doch anders. Irgendwelche Katastrophen passieren ja immer.

Stetig steigende Spannend

Der Ablauf ist daher über weitere Strecken nicht wirklich außergewöhnlich. Je weiter die acht Männer und Frauen fliegen, umso mehr Hindernisse türmen sich vor ihnen auf. Dass bei dem Versuch, diese Hindernisse zu überwinden, manche auf der Strecke bleiben werden, ist von vornherein fest eingeplant. Die Frage ist nur: Wen wird es erwischen und auf welche Weise? Damit einher gehen bei Sunshine diverse Spannungen, die angesichts solcher Extremsituationen zwangsläufig innerhalb der Crew entstehen. Diese Spannungen übertragen sich auch schön auf das Publikum, das ein bisschen mitfiebern darf, vor allem in den brenzligen Situationen. Und von denen gibt es einige, gerade in der zweiten Hälfte, wenn Boyle und Garland einen Gang höher schalten und auf Eskalation setzen.

Interessant ist dabei vor allem die Passage, wenn der Überlebenskampf mit moralischen Fragen einhergeht, die Jahre später Stowaway – Blinder Passagier ebenfalls behandelt hat. Im Vergleich zu dem besagten Kollegen ist die Auseinandersetzung in Sunshine jedoch recht kurz und eher oberflächlich. Stattdessen macht der Film lieber noch mal einen Schlenker ins Horrorgenre. Ansätze dazu gab es vorher schon. Trotzdem kommt dieser Teil recht plötzlich und passt auch nicht so recht zu dem Rest, da man sich hierbei vom psychologisch motivierten Kammerspiel wegbewegt, hin zu einem schlichten Überlebenskampf, der entscheidende Fragen nicht beantwortet. Da wäre mehr drin gewesen.

Inhaltlich kein wirklicher Höhenflug

Ansonsten ist der seinerzeit an den Kinokassen gefloppte Science-Fiction-Thriller aber auf jeden Fall sehenswert. Da sind einige stylische Sequenzen dabei, gerade bei dem Thema Sonne warten faszinierende Bilder. Außerdem lockt Sunshine mit einem sehr prominenten Ensemble, das sich während der hässlichen Zuspitzungen auch von einer weniger heldenhaften Seite zeigen darf. Zusammen mit der angesprochenen Spannung, die sich recht früh einstellt, finden sich daher genügend Gründe, warum man sich dieser Rettungsmission anschließen sollte. Man sollte dabei nur keinen bahnbrechenden Inhalt erwarten, weder im Bezug auf die Geschichte noch die Figuren. Der Film lohnt sich mit der schicken Variation bekannter Elemente, als Bilderrausch, dem man sich gerne hingibt, von dem im Anschluss aber nicht so viel übrigbleibt, wie man es gerne hätte.

Credits

OT: „Sunshine“
Land: UK, USA
Jahr: 2007
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Alex Garland
Musik: John Murphy, Underworld
Kamera: Alwin H. Küchler
Besetzung: Cillian Murphy, Rose Byrne, Cliff Curtis, Chris Evans, Troy Garity, Hiroyuki Sanada, Benedict Wong, Michelle Yeoh

Bilder

Trailer

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In „Sunshine“ treten acht Männer und Frauen die Reise zur erkaltenden Sonne an, um diese mithilfe einer Bombe neu anzufeuern. Der Science-Fiction-Thriller ist durchaus spannend, dazu schick bebildert und prominent besetzt. Inhaltlich ist er jedoch weniger erwähnenswert, da an den entscheidenden Stellen nicht sehr weit gedacht wird.
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