
Als die Feuerwehrfrau Alex (Jeanne Goursaud) und ihr Kollege Jakob (Laurence Rupp), mit dem sie auch privat zusammen ist, an ihrem Einsatzort ankommen, ist die Lage unübersichtlich. So berichten Mark (Anton Noori) und Rebecca (Alexandra Maria Lara), dass sich ihre Tochter Sara in einem Tresor versteckt hat, nun aber nicht mehr herauskommt. Die Eltern können diesen aber ebenso wenig öffnen, da es sich um das Erbstück eines kürzlich verstorbenen Onkels handelt und sie die Kombination nicht kennen. Die Situation ist ungewöhnlich und zugleich gefährlich. Schließlich droht über kurz oder lang der Sauerstoff zu Ende zu gehen. Die Zeit drängt also, eilig wird ein Spezialist herbeigerufen, da die Feuerwehr den Safe nicht selbst öffnen kann. Bald schon merkt Alex jedoch, dass da irgendetwas an der Situation nicht stimmt …
Ein ungewöhnliches Szenario
In Deutschland dürfte es kaum Filmschaffende geben, die sich vergleichbar stark für den deutschen Genrefilm einsetzen wie Thomas Sieben. So erzählte er in Kidnapping Stella von der schwierigen Entführung einer Industriellentochter, bei Prey ging es um einen Waldausflug mit tödlichen Folgen. Zuletzt drehte er den ambitionierten One-Shot-Horrorfilm Home Sweet Home – Wo das Böse wohnt, der sich mit dem brutalen Erbe Deutschlands auseinandersetzte. Nun meldet sich der Regisseur mit Unsafe zurück. Dieses ist nicht ganz so ambitioniert wie dessen letzter Film, sowohl im Hinblick auf den inhaltlichen Anspruch wie auch die Inszenierung. Das heißt aber nicht, dass der Thriller nicht auch etwas zu bieten hat.
So ist das Szenario schon ungewöhnlich. Klar, es gibt nicht eben wenige Thriller, in denen jemand in eine gefährliche Situation gerät und das Publikum dabei zuschauen darf, wie diese Person befreit werden soll. Normalerweise ist das aber der Höhepunkt des jeweiligen Films, wenn sich alles zuspitzt. Unsafe fängt hingegen mit einer solchen Situation an. Die Eskalation ist also der Anfang von allem, nicht das Ergebnis. Das ändert aber nichts an der Spannung. Auch wenn man das Mädchen gar nicht kennengelernt hat, bevor der Einsatz startet, also der persönliche Bezug fehlt, fiebert man doch mit. Es gelingt Sieben, diese beklemmende Situation in passende Bilder zu packen und die Zuschauer und Zuschauerinnen in kurzer Zeit mitzunehmen.
Zu konstruiert
Doch der Film bewegt sich in eine andere Richtung, als es zunächst den Anschein hat. So ist zwar früh klar, dass da etwas nicht stimmt an der Situation. Was genau aber gespielt wird, lässt sich da noch nicht wirklich vorhersagen. Sieben und sein Co-Autor Jonathan A.H. Stewart haben sich ein paar Wendungen einfallen lassen, die über das anfängliche Szenario hinausgehen. Das Ergebnis ist jedoch etwas gemischt. Während manche Einfälle schon interessant sind, ist Unsafe insgesamt einfach zu konstruiert. An vielen Stellen muss man das Geschehen schon glauben wollen. Gerade auch das Verhalten der Figuren gibt mitunter keinen Sinn. Dass beim Schauspiel zuweilen die Natürlichkeit fehlt, macht die Sache auch nicht besser.
Hinzu kommt eine Optik, die doch mehr nach TV-Film als wirklicher Kinoproduktion aussieht. Gerade wenn das Setting so eingeschränkt ist wie hier – nahezu die komplette Geschichte spielt in diesem Haus –, wäre es schön gewesen, sich mehr Gedanken um die Bilder zu machen. Zusammen mit den inhaltlichen Schwächen ist das schon enttäuschend, weil das hier durchaus ja alles Potenzial hatte und zumindest phasenweise Unsafe durchaus zu unterhalten weiß. Aber im Feinschliff stimmt dann doch das eine oder andere nicht, weshalb der Eindruck mit der Zeit immer schwächer wird. Insgesamt kommt der Thriller daher trotz eines vielversprechenden Einstiegs nicht über Mittelmaß hinaus.
OT: „Unsafe“
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2026
Regie: Thomas Sieben
Drehbuch: Jonathan A.H. Stewart, Thomas Sieben
Musik: B. Fleischmann
Kamera: Andreas Berger
Besetzung: Jeanne Goursaud, Laurence Rupp, Alexandra Maria Lara, August Schmölzer, Anton Noori, Christoph Krutzler, Cornelius Obonya
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