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Hell House LLC III: Lake of Fire

„Hell House LLC III: Lake of Fire“ / Deutschland-Start: 23. Oktober 2026 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Eigentlich war der Abriss des berüchtigten Abaddon Hotels schon beschlossene Sache, doch in letzter Minute kauft der Unternehmer Russell Wynn (Gabriel Chytry) das Gebäude. Als Inhaber eines erfolgreichen Medienunternehmens will er das Hotel – wie schon vor vielen Jahren geplant – als Veranstaltungsort nutzen. Seine interaktive Theatershow „Insomnia“, basierend auf Johann Wolfgang von Goethes „Faust“, soll dort aufgeführt werden und die Zuschauer die zahlreichen düsteren Gerüchte und Mythen rund um das Abaddon Hotel vergessen lassen. Trotz vieler Warnungen von Experten und aus der Gemeinde ist Wynn gewillt, seinen Plan in die Tat umzusetzen. Das Projekt wird von einem Kamerateam rund um die Reporterin Vanessa Shepherd (Elizabeth Vermilyea) begleitet.

Obwohl Wynns Team alles daransetzt, die Crew und die Schauspieler zu schützen, kommt es bereits nach kurzer Zeit zu ersten seltsamen Zwischenfällen. Unheimliche Gestalten erscheinen auf Videoaufnahmen oder Fotos vom Set, und auch die Technik im Hotel ist alles andere als zuverlässig. Die Bedenken gegenüber Wynns Vorhaben mehren sich mit jedem Tag, doch der Unternehmer hält am Premierentermin für „Insomnia“ fest und versucht, die Vorfälle zu vertuschen oder herunterzuspielen.

Vanessa und ihr Team lassen sich jedoch von Wynns Erklärungen nicht so einfach überzeugen. Die Journalistin recherchiert die Vergangenheit des neuen Hotelbesitzers und stößt dabei auf Hinweise, die sein Vorhaben in einem anderen Licht erscheinen lassen. Während die Ereignisse im Abaddon immer bedrohlicher werden, stellt sich zunehmend die Frage, weshalb Wynn ausgerechnet dieses Gebäude für seine Show gekauft hat.

Bekannte Räume und neue Schrecken

Obwohl Regisseur Stephen Cognetti in Interviews zu Hell House LLC II: The Abaddon Hotel angemerkt hatte, die Filmreihe mit Hell House LLC III: Lake of Fire abschließen zu wollen, war dies gar nicht so einfach für ihn. Der zweite Teil wurde bei seiner Premiere auf dem populären Streamingdienst Shudder zu einem der meistgestreamten Titel, und es gab sogar Berichte über eine Miniserie rund um die Mythologie des Abaddon Hotels, die als Ergänzung zu den Filmen dienen sollte. Cognetti jedoch fand es schwierig, dem bekannten Setting neue Schreckmomente abzugewinnen, wobei die Ambition, die Geschichte zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen, seine größte Motivation war. Das Ergebnis fällt gemischt aus, denn während die Idee einer Art doppelter Inszenierung durchaus ihren Reiz hat, merkt man dem Film an, dass er Probleme hat, Spannung und neue, packende Momente zu kreieren.

Die Problematik, einen bekannten Raum neu zu inszenieren und ihm neue Schreckmomente abzugewinnen, löst Cognetti zunächst recht einfach. Unter der Prämisse, dass das Hotel als Kulisse einer Theaterinszenierung dienen soll, werden viele der Räume im Sinne der einzelnen Szenen des Stücks umgestaltet. Die Hotelbar wird zu Auerbachs Keller, und ein anderer Raum wird zum Himmel, in dem Mephisto und der Erzengel ihre Wette abschließen, was wiederum neue Möglichkeiten für Schreckmomente entstehen lässt – zumindest theoretisch. Mal ganz abgesehen von den praktischen Problemen einer solchen Produktion, erst recht mit dieser Vorlage, bleibt das Bekannte nach wie vor erhalten. Im Hintergrund schleicht auf einmal eine düstere Gestalt herum, oder wir erkennen eine dämonisch blickende Fratze. Darüber hinaus bleiben Orte wie der Keller, in dem die seit dem ersten Teil bekannten Clowns ihr Dasein fristen, unangetastet. Die Klaviatur von Cognettis Inszenierung mag teilweise einen neuen Anstrich erhalten haben, aber sie klingt gleich, und ihr Rhythmus ist erwartbar. Ausnahmen bilden ironischerweise jene Szenen, in denen wir das Hotel hinter uns lassen.

Doppelte Inszenierung

In Hell House LLC III: Lake of Fire vermischt Cognetti abermals Inszenierung und Mockumentary-Versatzstücke. Die Idee einer Inszenierung, in deren Verlauf die Trennung zwischen realem und kreiertem Schrecken verwischt wird, ist zwar aus Hell House LLC bekannt, hat aber nach wie vor ihren Reiz. Aus der Tatsache, dass den Akteuren der Mythos rund um das Abaddon Hotel eigentlich bekannt sein sollte, hätte man sehr viel mehr herausholen können, doch leider bleibt das Drehbuch bei vielen Figuren eine Erklärung dafür schuldig, warum sie sich überhaupt dort aufhalten. An dieser Stelle kokettiert Cognetti mit dem kommerziellen Rahmen und der Vorstellung, dass man mit Geld Menschen kaufen oder zumindest zeitweise beruhigen kann, aber wirklich ausbuchstabieren kann er diesen Ansatz nicht. Über weite Strecken wirken Crew und Schauspieler der „Insomnia“-Show wie ein Echo der Charaktere aus Hell House LLC, was zwar einen Grund innerhalb der Handlung hat, aber erzählerisch einfallslos wirkt.

Der ebenso bekannte Mockumentary-Ansatz ist von den Problemen geprägt, die bereits Hell House LLC II: The Abaddon Hotel hatte. Die Inszenierung der Wirklichkeit, besonders die eines Geschäftsmannes und eines seiner Lieblingsprojekte, tritt leider auf der Stelle. Besonders nervig wirkt der Schnitt, der immer wieder auf Ausschnitte aus den ersten beiden Filmen zurückgreift, um dem Zuschauer eine Stelle, eine Äußerung oder ein Bild verständlich zu machen. So spielt sich die Spannungsdramaturgie des Films selbst an die Wand, wenn durch die Montage vorweggenommen wird, was nun passieren wird.

Credits

OT: Hell House LLC III: Lake of Fire
Land: USA
Jahr: 2019
Regie: Stephen Cognetti
Drehbuch: Stephen Cognetti
Kamera: Carlos García de Dios
Besetzung: Gabriel Chytry, Elizabeth Vermilyea, Sam Kazzi, Theodore Bouloukos, Brian David Tracy

Bilder

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Hell House LLC III: Lake of Fire
fazit
„Hell House LLC III: Lake of Fire“ ist ein enttäuschender Abschluss der ursprünglichen Trilogie, dem es trotz einiger interessanter Ideen kaum gelingt, dem bekannten Setting neue Schrecken abzugewinnen. Stephen Cognetti nutzt die Theaterinszenierung von Goethes „Faust“ zwar als reizvollen Ausgangspunkt, verlässt sich aber zu sehr auf vertraute Schockmomente, Figurenkonstellationen und erzählerische Mechanismen. Besonders die zahlreichen Rückblenden und Erklärungen nehmen dem Film viel von seiner Spannung, sodass der Versuch, die Geschichte des Abaddon Hotels zu einem befriedigenden Ende zu führen, nur bedingt überzeugt.
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