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Hell House LLC II: The Abaddon Hotel

„Hell House LLC II: The Abaddon Hotel“ // Deutschland-Start: 23. Oktober 2026 (DVD/ Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Acht Jahre sind seit der Tragödie bei der Eröffnung der Horror-Attraktion „Hell House“ vergangen. Da die Umstände des Vorfalls nach wie vor nebulös sind, ranken sich viele Gerüchte um das Ereignis. Dokumentarfilmer wie Mitchell Cavanaugh (Vasile Flutur), dessen Kollegin bei Dreharbeiten im Abaddon Hotel ebenfalls ihr Leben verlor, halten das öffentliche Interesse an dem Fall wach. Er warnt die Öffentlichkeit davor, das Hotel zu betreten, drängt aber auf eine Aufklärung des Falles und spricht von einer versuchten Vertuschung durch die Behörden und die Stadt Abaddon.

Die Journalistin Jessica Fox (Jillian Geurts) wittert hinter den Gerüchten rund um das Abaddon Hotel eine prestigeträchtige Geschichte und kontaktiert Mitchell. Gemeinsam mit einem kleinen Team sowie Cavanaugh will sie im Hotel selbst nach Beweisen suchen, die seine Thesen bestätigen und aufklären könnten, was vor acht Jahren wirklich geschah. Darüber hinaus hofft sie, neue Details über Andrew Tully herauszufinden, jenen Geschäftsmann, der das Hotel einst kaufte und angeblich satanistische Rituale in dessen Keller abhielt.

Trotz seiner Skepsis gegenüber ihrem Vorhaben lässt sich Cavanaugh letztlich doch überreden, das Abaddon Hotel zu betreten. Tatsächlich finden sie im Keller Unterlagen sowie Videomaterial, die die Ereignisse von vor acht Jahren in einem neuen Licht erscheinen lassen. Doch gleichzeitig stellen sie fest, dass das Hotel sie nicht so einfach gehen lassen will.

Das Echo einer Tragödie

Der kommerzielle Erfolg von Hell House LLC war für Regisseur Stephen Cognetti Segen und Fluch zugleich. Seine Freude darüber, wie der Film von Publikum und Kritik angenommen wurde, vermischte sich mit dem Druck der Investoren, die auf eine Fortsetzung drängten, ihm dafür aber weniger Zeit und gleichzeitig weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stellten. Trotz dieser teils widrigen Begleitumstände wollte sich Cognetti keineswegs von seinem Plan abbringen lassen, die im ersten Teil begonnene Geschichte weiterzuerzählen und den Mythos rund um das fiktive Abaddon Hotel weiterzuspinnen. Hell House LLC II: The Abaddon Hotel ist somit als Erweiterung einer Mythologie zu verstehen, die Cognetti mit vielen weiteren Details füllen will. Darüber hinaus bleibt er seinem Thema treu, wenn er die immer nebulöser werdende Grenze zwischen Realität und Fiktion in der modernen Medienwelt aufgreift.

Im Zentrum der Fortsetzung steht eine Talkshow, die im Kleinformat die mediale Aufarbeitung einer Tragödie zeigt. Im Kontext eines vor allem auf Sensationen ausgelegten Formats streiten ein Vertreter der Gemeinde Abaddon, der Dokumentarfilmer Cavanaugh und ein Medium (!) darüber, wie man mit der Tragödie umgeht, was sich damals bei der Eröffnung von „Hell House“ wirklich abspielte und ob tatsächlich unheimliche Mächte im Hotel ihr Unwesen treiben. Geleitet und provoziert durch eine entsprechende Moderation drängt sich mehr und mehr der Eindruck auf, dass es weniger um Aufklärung geht als um Inszenierung und Prestige – bei den Teilnehmern der Talkrunde ebenso wie beim Format an sich. Hell House LLC II: The Abaddon Hotel wirkt dank dieser Segmente, seiner Struktur und seiner Ästhetik insgesamt mehr wie eine True-Crime-Dokumentation, die zwischen Aufklärungsanspruch und Sensation changiert.

Hell House LLC II: The Abaddon Hotel greift damit den Mockumentary-Ansatz des ersten Films auf, denkt ihn aber weiter. Mit bewussten Verweisen, beispielsweise auf das berüchtigte „Mörderhotel“ von H. H. Holmes, rückt die eigentliche Tragödie in den Hintergrund und wird von der Faszination für den Mythos abgelöst, den alle Beteiligten aus unterschiedlichen Gründen vervollständigen oder gar selbst kreieren wollen. Cognettis Film ist deswegen weder Mediensatire noch medienkritischer Kommentar, jedoch ist er sich der Machart diverser Formate im True-Crime-Bereich bewusst. Die Suche nach der Wahrheit – aus welchen Motiven auch immer sie geschieht – wird zu einer Gefahr, bei der sich die Akteure die Finger verbrennen und eine neue Tragödie heraufzubeschwören scheinen.

Viele Hinweise, viele Fragen

Wie schon sein Vorgänger setzt auch Hell House LLC II: The Abaddon Hotel vor allem auf Atmosphäre. Die Faszination für „Lost Places“ mit einer düsteren Vergangenheit ist zentral für die Spannungsdramaturgie des Films, ebenso wie der Schnitt, der zwischen der bereits erwähnten Talkshow und der Recherche des Teams im Abaddon Hotel wechselt. Für den Zuschauer entsteht eine Situation, in der man abwechselnd mehr weiß als die Figuren und sich dann wieder viele Fragen stellen muss. Dieser Ansatz bringt Vor- und Nachteile mit sich, wobei das vielleicht größte Manko darin besteht, dass man durch entsprechende Verweise und audiovisuelle Details viele Entwicklungen bereits früh erahnen kann. Cognettis Film ist an so mancher Stelle cleverer, als es ihm guttut, wenn er einen wohlplatzierten Hinweis auf Kosten der Spannung streut.

Darüber hinaus merkt man Hell House LLC II: The Abaddon Hotel an, dass er auf einen dritten Teil ausgelegt ist. In vielen Interviews machte Cognetti deutlich, dass es sich um den Mittelteil einer Trilogie handelt, was man interessant oder kritisch finden kann. Mit Blick auf die Geschichte des zweiten Teils bleibt damit ein vages Ende, das sehr viele Brotkrumen streut, aber keineswegs alle Fragen beantwortet. Die unheimlichen Clowns im Keller des Hotels werden wir wohl nicht zum letzten Mal gesehen haben.

Credits

OT: „Hell House LLC II: The Abaddon Hotel“
Land: USA
Jahr: 2018
Regie: Stephen Cognetti
Drehbuch: Stephen Cognetti
Kamera: Joe Schufreider
Besetzung: Jillian Geurts, Vasile Flutur, Joy Shatz, Dustin Austen, Brian David Tracy, Kyle Ingleman, Amanda K. Morales

Bilder

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Hell House LLC II: The Abaddon Hotel
fazit
„Hell House LLC II: The Abaddon Hotel“ ist eine atmosphärische, aber nicht immer überzeugende Fortsetzung, die den Mythos des ersten Films erweitert und zugleich dessen dokumentarischen Ansatz weiterentwickelt. Stephen Cognetti erzählt von der medialen Ausschlachtung einer Tragödie und der Faszination für das Unheimliche, verliert sich dabei jedoch gelegentlich in seinen zahlreichen Hinweisen und Andeutungen. So bleibt ein interessanter Found-Footage-Horrorfilm, dessen Ambitionen mitunter auf Kosten der Spannung und einer eigenständigen Erzählung gehen.
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