Die Suenderin Tv Fernsehen arte Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© Beta Film

Die Sünderin

Die Suenderin Tv Fernsehen arte Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
„Die Sünderin“ // Deutschland-Start: 18. Januar 1951 (Kino) // 22. Februar 2019 (DVD)

Inhalt / Kritik

Eigentlich stammt Marina (Hildegard Knef) aus gutem Hause. Doch als ihre Mutter (Änne Bruck) ihren Stiefvater (Robert Meyn) betrügt und sie selbst von ihrem Stiefbruder (J. Wolfgang Meyn) verführt wird, bricht die gutbürgerliche Familie auseinander. Marina rutscht anschließend in die Prostitution ab, um irgendwie ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zwar will sie dieses Leben wieder hinter sich lassen, als sie sich in Alexander (Gustav Fröhlich) verliebt und mit ihm eine gemeinsame Zukunft aufbauen möchte. Doch der droht, aufgrund eines Gehirntumors zu erblinden. Die rettende Operation kann der gescheiterte Maler nicht bezahlen. Und so versucht Marina, durch den Verkauf ihres Körpers doch noch irgendwie die fehlenden Mittel aufzutreiben …

Ein deutscher Skandalfilm

Im Laufe der Zeit hat es natürlich viele Filme gegeben, die einen handfesten Skandal auslösten. Ob Der letzte Tango in Paris (1972), Das große Fressen (1973), Die 120 Tage von Sodom (1975) oder Die Passion Christi (2004), immer wieder sorgten sie für große Empörung, zogen Proteste und Anfeindungen nach sich. Ein bekanntes deutsches Beispiel für einen solchen Skandalfilm ist Die Sünderin aus dem Jahr 1951. Nicht nur, dass der Film beinahe nicht veröffentlicht wurde, weil die FSK zunächst eine Freigabe verweigerte. Die Veröffentlichung selbst wurde lautstark kritisiert, vor allem die Kirchen verteufelten das Werk. Das wiederum sorgte für viel Publicity, der Film war in den Kinos sehr gefragt – trotz der bescheidenen bis vernichtenden Kritiken der damaligen Zeit.

Zum Teil waren diese sicherlich auch auf die damaligen moralischen Vorstellungen zurückzuführen. Denn es ist einiges, was einem Regisseur und Co-Autor Willi Forst da zumutet. Schon die Vorgeschichte um die Familie, bei der betrogen, verführt und womöglich auch getötet wird, ist nicht gerade Ausdruck eines humanistischen Optimismus. Danach wechseln wir in die Prostitution, weil die Protagonistin keine Alternative sieht. Zum Ende hin wird es dann noch abgründiger, wenn die verzweifelte Situation nur eine verzweifelte Tat zulässt – zumindest aus Sicht der Hauptfiguren. Romantisiert und bagatellisiert Die Sünderin diese Entscheidungen? Das zumindest war ein Vorwurf. Dem muss man sich nicht anschließen, aber es ist schon so, dass der Film sich ein wenig an all dem Leid weidet, ohne daraus etwas inhaltlich Relevantes zu machen. Ein bisschen geht es zwar schon um Frauenbilder der damaligen Zeit. Aber eben nur ein bisschen.

Fragwürdig und bitter

Kritikwürdig ist zudem die konkrete Umsetzung. So hat Forst die mindestens eigenwillige Entscheidung getroffen, den kompletten Film mittels Voiceover zu erzählen. An manchen Stellen lässt sich das zumindest irgendwie rechtfertigen, wenn es darum geht, weitere Informationen zu teilen. Aber spätestens in den Szenen, wenn diese Monologe das aufgreifen, was sowieso zu sehen ist, muss man sich fragen: Was soll das? Dem Inhalt fügt Die Sünderin auf diese Weise nichts hinzu. Es wird auch nicht mit der subjektiven Perspektive gespielt, obwohl sich das angeboten hätte. Stattdessen gleicht das hier einem Hörspiel, das mit Bildern unterlegt wurde, die manchmal zum Erzählten passen, manchmal aber auch nicht.

Schauspielerisch ist das auch nicht überragend, eben weil es auf das Gezeigte kaum ankommt. Da hatte Hildegard Knef (Die Mörder sind unter uns) schon interessantere Auftritte. Da die Figuren zudem nur wenig ausgearbeitet sind, ist es nicht einmal so, als würde einem das alles so nahegehen. Der Film ist einfach viel zu künstlich. Die Geschichte selbst ist aber natürlich sehr tragisch. Wie hier zwei Menschen zusammenfinden, denen das Schicksal übel mitgespielt hat und die alles verloren haben, das ist sehr bitter. Die Sünderin zeigt ungeschönt eine Verzweiflung, die zu groß für das Leben an sich geworden ist. Am Ende bleibt keine Hoffnung mehr, weder für die Beteiligten noch das Publikum. Das macht das deutsche Nachkriegsdrama zwar zu keinem guten Film, aber doch einem, der auf seine Weise Eindruck hinterlässt.

Credits

OT: „Die Sünderin“
Land: Deutschland
Jahr: 1951
Regie: Willi Forst
Drehbuch: Willi Forst, Gerhard Menzel
Musik: Theo Mackeben
Kamera: Vaclav Vich
Besetzung: Hildegard Knef, Gustav Fröhlich, Änne Bruck, Robert Meyn, J. Wolfgang Meyn

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Die Sünderin
fazit
In „Die Sünderin“ verliebt sich eine Frau, die in die Prostitution abgerutscht ist, in einen gescheiterten, erblindenden Maler. Das ist bitter, gerade das Ende hinterlässt Eindruck. Die schwache Figurenzeichnung und die unnötige Voiceover-Umsetzung schaden dem deutschen Skandaldrama jedoch.
Leserwertung0 Bewertungen
0
6
von 10