Kimi wa eiga You Are The Film
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You Are The Film

Kimi wa eiga You Are The Film
„You Are The Film“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Madoka (Ito Marika) träumt davon, als Theaterautorin groß rauszukommen. Die Realität ist jedoch deutlich weniger traumhaft. Um sich von ihren Sorgen abzulenken, lässt sie sich auf den Vorschlag ein, in ein nahegelegenes Kino zu gehen und sich dort den Film „Sangenjaya Escape“ anzuschauen, der von dem kriselnden Musiker Kazuma (Kai Inowaki) erzählt. Dabei ahnt sie nicht, dass dieser ebenfalls ein Kino besucht, um sich einen Film anzuschauen, der von einer Theaterautorin in Schwierigkeiten erzählt. Zunächst sind beide irritiert einen Film anzuschauen, in dem die Hauptfigur nur in einem Kino sitzt und auf die Leinwand schaut. Erst nach einiger Zeit realisieren sie, dass ihr Gegenüber ebenso real ist und sie selbst Teil des Films sind, den die jeweils andere Person anschaut …

Komisches Spiel mit einer cineastischen Parallelwelt

Der Name Makoto Ueda dürfte eher weniger Leuten geläufig sein. Doch wer regelmäßig Filmfeste besucht und ein Faible für kleine, originelle Werke hat, könnte schon einmal in den Genuss seines Einfallsreichtums gekommen sein. Genauer schrieb er die Drehbücher von Beyond the Infinite Two Minutes (2021) und River – The Timeloop Hotel (2023). Im Ersteren erzählte er von einem Fernseher in einem Café, der zwei Minuten in die Zukunft sehen kann, was zu immer absurder werdenden Szenen führt. Der zweite Film spielte mit einer ebenfalls zwei Minuten andauernden Zeitschleife, in der die Menschen eines Hotels gefangen sind. Bei You Are The Film entwarf der Japaner nicht nur wie üblich die Geschichte, sondern führte auch erstmals Regie – und bestätigt damit seinen zuvor erworbenen Ruf als kreativer Erzähler, der mit minimalen Mitteln arbeitet.

Dabei wiederholt er sich nicht einfach. Nachdem er zweimal mit dem Zeitmotiv spielte und dabei jede Menge Unsinn anstellte, arbeitet er diesmal mit einer Art Parallelwelt. Genauer gibt es zwei Fassungen der Realität, jeweils mit einer anderen Hauptfigur. Verbunden sind diese jedoch durch das besagte kleine Kino, in dem der Film der jeweils anderen Person läuft. Interagieren können sie zunächst nicht, dafür aber miteinander kommunizieren. Anfangs läuft das bei You Are The Film auf die zu erwartende Komik hinaus, wenn beide nicht glauben wollen, was da passiert. Denn natürlich halten sich beide für real und das Gegenüber für fiktional. Das ist amüsant, hätte vermutlich aber keinen ganzen Film getragen, selbst wenn dieser wie hier mit 68 Minuten schon sehr kurz ausgefallen ist. Wie oft kann man schon sagen: „Nein, du bist der Film“?

Sympathischer Do-it-yourself-Charme

Ueda war sich dessen auch bewusst und hat sich deshalb noch andere Sachen einfallen lassen, um die die Geschichte am Laufen zu halten. Und so lässt er mit der Zeit die Situation genüsslich eskalieren und baut immer verrücktere Elemente ein. Genauer nutzt er das Medium Film, um alles Mögliche wahr werden zu lassen, was eben nur in Geschichten funktioniert. Das ist dann alles völlig willkürlich, man hat bei You Are The Film nicht das Gefühl, dass da ein wirkliches Konzept im Einsatz war. Außerdem wäre es sicherlich möglich gewesen, das Szenario auch für ein paar grundsätzliche Diskussionen zu nutzen etwa über das Wechselspiel von künstlerischen Arbeiten und dem Publikum. Wer beeinflusst da wen eigentlich? Das wird hier aber kaum gemacht.

Dennoch macht auch der dritte Streich des Japaners Spaß. Schon das sonderbare Szenario bleibt in Erinnerung. Wenn später die Geschichten um die beiden Hauptfiguren auf unerwartete Weise größer werden, dann ist You Are The Film schon auch eine Liebeserklärung an das Filmemachen selbst. Dass Ueda hierfür wohl nur ein überschaubares Budget hatte, schadet dem Ergebnis nicht wirklich. Vielmehr verleiht es der Science-Fiction-Komödie einen sympathischen Do-it-yourself-Charme. Die Geschichte um zwei Menschen, die in einem Kino zusammenfinden, ist einfach herrlich bescheuert und macht neugierig darauf, was sich der Ausnahmeautor wohl beim nächsten Mal einfallen lassen wird.

Credits

OT: „Kimi wa eiga“
Land: Japan
Jahr: 2026
Regie: Makoto Ueda
Drehbuch: Makoto Ueda
Kamera: Susumu Wada
Besetzung: Marika Ito, Kai Inowaki, Riko Fujitani, Shintaro Kanamaru

Bilder

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You Are The Film
fazit
In „You Are The Film“ stellen zwei Menschen fest, dass sie in einem Film sind, den das jeweilige Gegenüber gerade anschaut. Die Anfangssituation ist originell, im Anschluss wird es dann richtig bescheuert. Zwar verpasst die Science-Fiction-Komödie die Chance, sich tiefer mit den Themen zu befassen. Sie macht aber Spaß und gefällt durch ihren sympathischen Do-it-yourself-Charme.
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