
Seit ihrer Kindheit schon sind Jane (Leslie Mann), Coco (Michelle Buteau) und Sophie (Anna Faris) miteinander befreundet, sind durch dick und dünn gegangen. Zuletzt ist es dabei ein bisschen schwieriger geworden, sich noch zu sehen, Arbeit und Familie kosten viel Zeit. Und so beschließen die drei, gemeinsam Urlaub zu machen und sich ein richtig schönes Wochenende in dem Solaris Resort zu gönnen. Und vielleicht wäre dieser Plan aufgegangen, wenn nicht plötzlich auch Mel (Isla Fisher) vor ihnen stehen würde. Prinzipiell gehört diese ebenfalls zu der Clique. Nur war sie schon immer ein Troublemaker, mit ihren verrückten Einfällen und der impulsiven Art versursacht sie ständig Chaos – weshalb das Trio ihr schon länger aus dem Weg geht. Dass sie ausgerechnet beim gemeinsamen Urlaub auftaucht, sorgt für Verstimmungen. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis sie alles und jeden durcheinanderbringt …
Nervtötende Figuren
Wenn es um Partys geht, die völlig aus dem Ruder laufen, macht Jon Lucas und Scott Moore so schnell niemand etwas vor. So wurden die beiden durch ihr Drehbuch für die Hitkomödie Hangover (2009) bekannt. Und auch bei ihren eigenen Regiearbeiten 21 & Over (2013), Bad Moms (2016) und Bad Moms 2 (2017) arbeiteten sie mit einem solchen Szenario. Nachdem jahrelang Funkstille bei ihnen herrschte, meldet sich das Duo nun mit Spa Weekend wieder zurück. Wenig überraschend geht es auch diesmal darum, wie etwas völlig eskaliert und ein Freundeskreis von einem Chaos ins nächste stolpert. Nur dass diesmal die Fallhöhe noch etwas größer ist. Denn hier war keine Party geplant, sondern dringend notwendige Entspannung – von der dann wenig bleibt.
Dabei setzen Lucas und Moore auf starke Kontraste. Auf der einen Seite ist da das gediegene Resort, bei dem alles auf Ruhe und Innerlichkeit ausgerichtet ist. Auf der anderen Seite ist die krakeelende Mel, die wirklich keine Minute die Klappe halten kann und ein Talent dafür hat, selbst harmlose Situationen zu versauen. Dass die drei sie eher nicht dabeihaben wollen, ist verständlich. Unverständlich ist jedoch, warum sie überhaupt je mit ihr befreundet waren. Einen guten Grund hierfür bleibt Spa Weekend schuldig. Wobei es nicht so ist, als wären die anderen drei richtige Hauptgewinne. Vielmehr nerven sie eigentlich alle, wenn auch auf verschiedene Weise. Sie nerven so sehr, dass schon nach fünf Minuten der Blick auf die Uhr wandert und sich ein Gedanke im Kopf festsetzt: Warum sollte ich Zeit mit diesen Figuren verbringen wollen?
Witze ohne Witz
Nun muss man Figuren nicht zwangsläufig mögen, um mit einem Film Spaß zu haben. Problematisch wird es aber, wenn die Gags genauso grauenvoll sind wie die Charaktere. Und das ist hier der Fall. Ob nun ein Golfkart gestohlen wird oder eine Yogarunde tierisch schiefgeht, es tut fast schon physisch weh, dabei zuzusehen, wie sehr sich die vier Schauspielerinnen abmühen, um irgendwie Komik aus dem Drehbuch zu quetschen – nur um jedes Mal zu scheitern. Dass ausgerechnet Spa Weekend nach jahrelanger Pause ein Comeback-Versuch ist, macht das Ergebnis umso erbärmlicher. Man hätte erwarten können, dass die zwei diese lange Zeit vielleicht genutzt hätten, um sich irgendwelche cleveren Witze auszudenken. Offensichtlich nicht.
Das Streben, für Emotionen zu sorgen, ist nicht erfolgreicher geworden. Wenig überraschend steht nach dem ganzen Murks und den Verwerfungen eine Aussöhnung an. Dass Mel am Ende wieder in der Clique aufgenommen wird, steht schon fest, noch bevor der erste Ärger auftritt. Offensichtlich fand das Regie- und Drehbuchduo, dass das so offensichtlich ist, dass es erst gar nicht versucht, das Ende auch tatsächlich zu erarbeiten. Eine einzige Szene muss reichen, damit alles vergessen und verziehen ist. Auch wenn die Absicht dahinter gut gewesen sein mag, Spa Weekend vermasselt diesen Aspekt völlig. In der Summe ist die Komödie so miserabel, dass man sich wünschen würde, die beiden würden sich beruflich anderweitig orientieren. Immerhin: Das Setting ist idyllisch, die schauspielerische Leistung gemessen an dem Material akzeptabel. Aber das reicht so eben nicht aus.
OT: „Spa Weekend“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Jon Lucas, Scott Moore
Drehbuch: Jon Lucas, Scott Moore
Musik: Philip White
Kamera: Danny Ruhlmann
Besetzung: Leslie Mann, Isla Fisher, Michelle Buteau, Anna Faris, Adam Demos, Dominic Ona-Ariki
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