Scary Movie 2026
© Paramount Pictures

Scary Movie (2026)

„Scary Movie“ // Deutschland-Start: 4. Juni 2026 (Kino)

Inhalt / Review

Nachdem Tuesday Campbell (Savannah Lee Nassif) von einem Ghostface-Killer angegriffen und schwer verletzt wird, wird sie ins Krankenhaus gebracht. Während Sara Campbell (Olivia Rose Keegan) und ihr Freund Jack (Cameron Scott Roberts) sie besuchen, kommt es zu einem weiteren Angriff. Überzeugt, dass sich jemand nach über 26 Jahren erneut das Ghostface-Kostüm angezogen hat und ihre Familie ein für alle Mal auslöschen will, sucht Sara notgedrungen Hilfe bei ihrer Mutter Cindy (Anna Faris). Bewaffnet und gemeinsam mit ihren Freunden ist Familie Campbell bereit, es einmal mehr mit Ghostface aufzunehmen.

Kreatives Comeback?

13 Jahre ist es her, dass die Kultpersiflage des Horrorgenres mit Scary Movie 5 einen vorläufigen Abschluss fand. Über ein Jahrzehnt später entschließt man sich nun für ein Comeback, ein Franchise Revival, ein Reboot oder Legacy Sequel. Dabei bleibt man sich selbst und den etablierten wie oft parodierten Regeln der eigenen Reihe treu. Essenziell für den Erfolg einer Fortsetzung nach einem deart langen Hiatus ist Fanservice und hier gleichbedeutend die Rückkehr des originalen Casts sowie der kreativen Erschaffer des Franchise, der Wayans. Nach einem Disput mit der Weinstein Company zog sich die Comedy-Dynastie nach Scary Movie 2 schrittweise aus dem Franchise zurück, soll es nun aber nach 25 Jahren zu altem Glanz zurückführen. Dafür versprachen sie im Vorfeld nicht nur, dass Rollen von Köpfen, sondern auch einen schonungslosen humoristischen Kahlschlag, ohne Rücksicht auf Verluste und gute Sitten: „Everybody will be offended“.

Blutleeres Sketch-Massaker

So vielversprechend die Rückkehr der originalen Schöpfer für viele auch gewesen sein mag, so rasch zerschellen diese Erwartungen an den Zwängen zeitgenössischer Franchise-Politik. Statt Köpfe rollen Augen, eine konsequente zynische Zerstückelung kontemporärer kultureller Ist-Zustände bleibt aus. Scary Movie versucht sich an Gender-Identität, MeToo, institutionalisiertem Rassismus, Trump, dem Sturm auf das Kapitol, den Epstein Files und vielem mehr und trifft dabei abseits der Mordszenen selten ins Schwarze. Der Film bemüht sich sichtlich darum, konservative wie progressive politische Positionen gleichermaßen zu parodieren, bleibt dabei in seiner Satire aber oberflächlich und überraschend zahnlos.

Wie bereits die Sequels greift auch dieser Film bevorzugt nach den tief hängenden Früchten des politischen Diskurses und setzt daneben einmal mehr auf die bewährte Mischung aus sexuellen Anspielungen, pubertärem Humor und kalkulierter Geschmacklosigkeit. Pointierte Schockmomente bleiben dabei ebenso aus wie die angekündigte radikale Grenzüberschreitung. Stattdessen versuchen die Wayans, Humor über Quantität zu erzeugen. Die schiere Dichte an Witzen soll Lacher garantieren, auf eine narrative Einbindung legt man kaum Wert. Stattdessen wirkt Scary Movie wie ein Zusammenschnitt aus Sketchen im Kurzvideoformat.

Dieser stilistische Ansatz zugunsten eines TikTok-affinen Publikums findet sich auch während der größten Stärke des Films wieder. Wie bereits seine Vorgänger glänzt Scary Movie vor allem durch seine Parodien aktueller Vertreter des Horror- und Genrekinos. Erneut finden sich zahlreiche Referenzen zu Kultfilmen, Elevated Horror, Slashern und Thrillern. It Follows, Longlegs, The Substance, Scream, sogar Saltburn finden Erwähnung. Meist fehlt dabei jedoch die narrative Einbindung. Die subtilste und ironischerweise cleverste Referenz geht damit an Frankenstein. Wie Mary Shelleys Monster ist Scary Movie aus unterschiedlichsten Fragmenten zusammengesetzt, deren Verbindungsstellen kaum kaschiert werden. Es entsteht der Eindruck, dass die Autoren klare Vorstellungen zur Unterbringung einzelner Hommagen und Witze hatten, ohne dafür einen passenden erzählerischen Rahmen zu finden. Stattdessen greift der Film auf SNL-artige Sketche zurück, die gleichermaßen deplatziert wie irrelevant bleiben.

Fanservice statt Feinschliff

Unabhängig von der Qualität des Humors versteht der Cast jedoch die Anforderungen seiner Figuren. Alle Darsteller verkörpern ihre Rollen konsequent überzeichnet. Diese kompromisslose Karikaturierung greift den Charme der vorherigen Teile effektiv auf. Ergänzt durch die Rückkehr mehrerer bekannter Charaktere sowie prominente Cameo-Auftritte funktioniert Scary Movie zumindest stellenweise durch seinen Fanservice. Auch technisch präsentiert sich der Film durchgehend solide in seiner Mischung aus hochwertiger Studio-Produktion und stilistischem Edeltrash.

Credits

OT: „Scary Movie“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Michael Tiddes
Drehbuch: Shawn Wayans, Marlon Wayans, Buddy Johnson, Phil Beauman, Jason Friedberg, Aaron Seltzer, Kennen Ivory Wayans, Craig Wayans, Rick Alvarez
Musik: Haim Mazar
Kamera: Terry Stacey
Besetzung: Marlon Wayans, Shawn Wayans, Anna Faris, Regina Hall, Teyana Taylor, Kenan Thompson, Dave Sheridan, Lochlyn Munro, Carmen Electra, Kim Wayans, Cheri Oteri, Chris Elliott, Savannah Lee Nassif, Cameron Scott Roberts

Bilder

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Scary Movie (2026)
fazit
Mit "Scary Movie" kehrt eines der prägendsten Comedy-Franchises der 2000er Jahre unter alter neuer Führung zurück auf die große Leinwand. Die mit der Rückkehr der Wayans angekündigte provokative und kompromisslose Fortsetzung bleibt jedoch aus. Stattdessen verliert sich "Scary Movie" in einer Aneinanderreihung loser Sketche. Abseits der meist gelungenen Horror-Referenzen enttäuscht der Film durch Zusammenhangs- und Mutlosigkeit bei der Persiflage oberflächlicher Gesellschaftskommentare und der low-hanging-fruits des aktuellen politischen Diskurses.
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