
Früher einmal, da waren Rick Hart (Sean Patrick Flanery) und Nico Hawk (Casper Van Dien) ein eingespieltes Team. Gemeinsam haben die beiden Auftragskiller zahlreiche Menschen getötet. Doch diese Harmonie war vorbei, als Nico mit Ricks Frau schlief. Seither herrscht Funkstille, beruflich wie privat. Doch das ändert sich, als Sunny Gill (Parmish Verma) die Unterwelt aufmischt und die bestehende Ordnung auf den Kopf stellt. Das passt dem alteingesessenen Gangsterboss Benjamin (Thomas Newman) jedoch nicht. Und so bringt er sein ehemaliges Traumduo noch einmal zusammen, für ein stattliches Sümmchen. So stattlich, dass die beiden einfach nicht Nein sagen können. Dabei ahnen sie noch nicht, worauf sie sich eingelassen haben …
Was heißt schon gut?
Einen anderen Menschen für Geld umzubringen, ist nicht unbedingt ein sehr netter Beruf. Aus gutem Grund sind Auftragskiller in Filmen und Serien meistens die Antagonisten. Dann und wann finden sich aber auch Beispiele, bei denen vom Publikum erwartet wird, die tötenden Männer und Frauen anzufeuern. Das geschieht dann meistens in einem humoristischen Kontext, siehe etwa Accident Man, The Killer’s Game oder kürzlich Ride or Die. Mit Ruthless Bastards kommt nun ein weiterer Film bei uns heraus, in dem die mordende Zunft irgendwie die Guten darstellen sollen. Dass das eigentlich absurd ist, wusste man hier jedoch. Eine der besten Szenen des Films ist, wenn die beiden Protagonisten sich darüber austauschen, ob sie in der Geschichte eigentlich die Guten oder die Bösen sind. Denn so ganz genau weiß man das hier nicht.
Das heißt aber nicht, dass der kanadische Actionthriller eine tiefgründige Auseinandersetzung mit diesen moralischen Konzepten ist. Diesen Anspruch hatte hier niemand. Tatsächlich ist Ruthless Bastards sogar ein Film, bei dem das Nachdenken eine sehr geringe Priorität hat. So ist das Drehbuch ein wenig konfus geraten, wenn Figuren zusammengeführt werden, ohne dass man immer so genau wüsste warum und was das denn alles soll. Irgendwie ist das alles nur notdürftig zusammengeschustert, eine lose Aneinanderreihung von Ideen. Oder auch Nicht-Ideen. Inhaltlich darf man deshalb keine großen Erwartungen haben. Und könnte selbst dann noch frustriert sein über das, was einem da vorgesetzt wird und wie wenig Mühe man sich gegeben hat.
Humorvolle Auseinandersetzungen
Deutlich mehr Arbeit floss in die Dialoge. Genauer sind es die humorvollen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Protagonisten, die eine schwierige Vergangenheit vereint, die das Herz des Films bilden. Ruthless Bastards wandelt da in den Spuren klassischer Buddy Movies und setzt komplett auf die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern. Zumindest in der Hinsicht kann man dem Film auch keinen Vorwurf machen. Das Zusammenspiel von Sean Patrick Flanery (Demoniac – Macht der Finsternis) und Casper Van Dien (The Most Dangerous Game – Die Jagd beginnt) funktioniert ziemlich gut. Phasenweise macht es daher Spaß, den beiden bei der Arbeit zuzusehen.
Aber eben nur phasenweise. Das Problem ist dabei nicht nur der besagte schwache Inhalt. Einen solchen findet man bei dieser Art Film ja meistens. Es sind auch die Actionszenen an sich, die zu wünschen übriglassen. Klar, es handelt sich bei Ruthless Bastards um eine eher preisgünstige Produktion, weshalb man von vornherein weiß, dass das alles etwas kleiner ausfallen wird. Dennoch muss der Streifen mit anderen konkurrieren und bietet weder im Hinblick auf die Choreografie noch die Inszenierung genug, um wirklich aus der Masse an Direct-to-Video-Genrebeiträgen herauszustechen. Muss man sich über das Ergebnis ärgern? Nicht unbedingt, da findet man deutlich Übleres. Aber eben auch Besseres, das hier ist gerade mal Mittelmaß geworden.
OT: „Ruthless Bastards“
Land: Kanada
Jahr: 2025
Regie: Bruce Fontaine
Drehbuch: Varinder Jhattu
Musik: Jordan Han Andrew, Blake Matthew
Kamera: Thomas Walker
Besetzung: Sean Patrick Flanery, Parmish Verma, Casper Van Dien, Hasleen Kaur, Theresa Lee, Sydney Scotia, Alex Bogomolov, Alex Zahara
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