Pressure
© Alex Bailey / STUDIOCANAL SAS

Pressure

Pressure
„Pressure“ // Deutschland-Start: 17. September 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

1944 wütet der Zweite Weltkrieg bereits seit einigen Jahren, die verfeindeten Blöcke stehen sich unversöhnlich gegenüber. Doch nun könnten die Alliierten endlich zurückschlagen und das von Deutschland besetzte Europa befreien. Zahlreiche Truppen sollen im Juni an der Küste der Normandie in Frankreich landen und von dort aus die Gebiete erkämpfen. Dabei darf aber nichts schiefgehen – wozu auch das Wetter gehört. Und so arbeitet U.S. Army General Dwight D. Eisenhower (Brendan Fraser) mit einem ganzen Meteorologen-Team zusammen, damit sie ganz genau wissen, ob die Landung an dem Tag überhaupt möglich ist. Das Problem ist jedoch, dass sich Großbritanniens oberster Meteorologe James Stagg (Andrew Scott) und sein Kollege USAAF Colonel Irving P. Krick (Chris Messina) nicht einig sind, da sie auf komplett unterschiedliche Methoden zurückgreifen …

Das Wetter als Kriegskriterium

Die Landung in der Normandie am 6. Juni 2026 gilt bis heute als einer der größten Wendepunkte in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte, wie mehr als 150.000 Soldaten aus den unterschiedlichsten Ländern an der Küste Frankreichs landeten und die Gegenoffensive starteten, ist auch mehr als 80 Jahre eindrucksvoll. So eindrucksvoll, dass immer wieder Filme zu diesem Ereignis erscheinen. Einige davon, wie Der längste Tag (1962), Der Soldat James Ryan (1998) oder Dunkirk (2017), wurden zu großen Erfolgen. Nur gibt es inzwischen eben so viele Filme zu diesem Themenbereich, dass man sich bei jedem neuen fragen muss: Braucht es den echt noch? Und so auch bei Pressure, das die dramatische Zeit direkt vor der Landung vor Augen führt und dabei einen sehr ungewöhnlichen Schwerpunkt legt.

Genauer erzählte David Haig in seinem gleichnamigen Bühnenstück aus dem Jahr 2014 von den Bemühungen, das Wetter vorherzusagen. Wie anspruchsvoll das ist, wissen wir aus unserem Alltag nur zu gut, wenn sich immer wieder Prognosen als falsch herausstellen oder kurzfristig ändern. Doch während dort die Folgen zwar ärgerlich sein können, letztendlich jedoch folgenlos bleiben, war das am D-Day anders. Denn wenn an dem Tag Sturm herrscht und die Schiffe nicht landen können, schlägt die komplette Operation fehl. Was also zunächst kurios wirkt – ein Kriegsfilm über das Wetter? –, ist auf den zweiten Blick durchaus legitim. Zumal Pressure auch deutlich macht, wie schwierig das damals noch war. In den 1940ern hatte man nun einmal nicht die Möglichkeiten, die wir heute haben, weswegen hier auch fast schon zwei Weltsichten gegenüberstehen, wie das gehen kann.

Zäh und kitschig

Doch bei allem Verständnis für die Notwendigkeit der Materie, für einen Film ist das ein bisschen wenig. Es fällt Regisseur Anthony Maras (Hotel Mumbai), der gemeinsam mit Haig auch das Drehbuch geschrieben hat, schwer, den Stoff so aufzubereiten, dass er wirklich fesselt. Zum einen steht das Ergebnis ja schon fest, weshalb das mit dem Mitfiebern eher weniger funktioniert. Zum anderen tritt die Geschichte lange Zeit auf der Strecke. Pressure macht sehr früh klar, was das Publikum von den Figuren und ihren Theorien zu halten hat, womit ebenfalls das Ergebnis vorweggenommen wird. Danach passiert dann lange nichts Entscheidendes, da es weder bei der Situation noch den Charakter zu einer Entwicklung kommt. Man wartet einfach auf das, was sowieso passieren wird.

Dessen war man sich vermutlich bewusst, weshalb es zwischendurch auch um persönliche Geschichten geht. Einen größeren Raum nimmt beispielsweise die besondere Beziehung zwischen Eisenhower und seiner Sekretärin MTC First Lieutenant Kay Summersby (Kerry Condon) ein. Aber auch die private Situation von Stagg, der sich um seine Frau in der Heimat sorgt, wird angesprochen. Das ist dann zwar schon alles gut gespielt, aber nicht sonderlich interessant. Richtig übel ist aber, wenn sich Pressure gegen Ende hin ganz schamlos dem Kitsch hingibt. Da auch die Figuren überzeichnet sind, ist der Film letzten Endes trotz der ungewöhnlichen Prämisse und der namhaften Besetzung nichts, das man unbedingt gesehen haben müsste.

Credits

OT: „Pressure“
Land: UK, Frankreich
Jahr: 2026
Regie: Anthony Maras
Drehbuch: Anthony Maras, David Haig
Vorlage: David Haig
Musik: Volker Bertelmann
Kamera: Jamie D. Ramsay
Besetzung: Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon, Chris Messina, Damian Lewis

Bilder

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Pressure
fazit
In „Pressure“ streiten sich zwei führende Meteorologen darum, ob das Wetter am geplanten Tag der Normandie-Landung gut genug ist. Die Prämisse ist ungewöhnlich, die Besetzung erlesen. Und doch ist der Film nicht unbedingt sehenswert, da es kaum Entwicklung gibt, die Figuren überzeichnet sind und es am Ende ungeniert kitschig wird.
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