Mutter The Diary of a Mother
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Mutter – The Diary of a Mother

Mutter The Diary of a Mother
„Mutter – The Diary of a Mother“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Als die Wehen bei Gül (Hazar Ergüçlü) einsetzen, geschieht das so plötzlich, dass sie und ihr Mann Cem (Erdeniz Kurucan) es nicht mehr ins Krankenhaus schaffen. Sie gebärt das Kind im Auto, mitten auf einer Landstraße. Noch größer ist der Schock aber, als die beiden sehen, dass da kein gewöhnliches Kind aus ihrem Bauch kam, sondern ein seltsames, unidentifizierbares Wesen. Für Cem ist das alles zu viel, weshalb er sich aus dem Staub macht. Auf sich allein gestellt muss die in einer abgelegenen Hütte lebende Gül nun nach einem Weg suchen, sich ohne ihn zu versorgen. Das ist leichter gesagt denn getan. Sie hat kein Geld, keine Perspektive, keine Hilfe. Außerdem darf niemand das Kind zu Gesicht bekommen, da es alle für ein Monster halten würden …

Das Geheimnis des Monsterkindes

Dass die Geburt des ersten eigenen Kindes ein einschneidendes Erlebnis sein kann, ist kein Geheimnis. Man kann noch so viel zu dem Thema lesen, so richtig vorbereitet ist man selten. Gerade die Mütter haben dann richtig zu kämpfen, wenn sie ein Kleinkind versorgen müssen und dabei einen Teil von sich selbst aufgeben, sich vielleicht auch fremd fühlen in dieser Aufgabe. Da ist es kein Wunder, wenn das Horrorgenre immer wieder dieses Thema aufgreift und aufzeigt, wie ein freudiges Ereignis zu einem Albtraum werden kann. Gerade erst kam Nightborn in die Kinos, wo eine Mutter keine emotionale Bindung zu ihrem Kind aufbauen kann und eine Aversion entwickelt. Auch Mutter – The Diary of a Mother setzt nach der Geburt in und erzählt von einer schwierigen Mutter-Kind-Beziehung.

Im Gegensatz zu dem obigen Film, wo das Gefühl der Entfremdung losgelöst von dem eigentlichen Kind geschieht, das man kaum zu Gesicht bekommt, da mag es Regisseur und Drehbuchautor Alphan Eşeli hier deutlich expliziter. Schon bei der Einführung des Nachwuchses lässt er keinen Zweifel daran, dass wir es mit einer monströsen Kreatur zu tun haben. Auch in den späteren Szenen wird das deutlich gezeigt. Mutter – The Diary of a Mother gibt jedoch keine Erklärung für diese Entstellung. Zwischendurch wird mal etwas angedeutet, zu Ende erzählt wird es jedoch nicht. Denn darum geht es dem Filmemacher nicht. Auch wenn es irgendwie naheliegend gewesen wäre, eine Art Mysteryhorror aus all dem zu machen, ist das Nebensache. Andere Punkte werden ebenfalls nicht wirklich erklärt, da bleiben zum Ende hin einige Fragen offen.

Atmosphärisch, aber diffus

Das muss nicht zwangsläufig ein Problem sein, Horrorfilme müssen nicht alles ausbuchstabieren. Manche profitieren sogar davon, wenn da einiges in den Schatten bleibt. Schwierig ist aber, dass Mutter – The Diary of a Mother nie ganz klar macht, was der Film eigentlich will. So verriet Eşeli zwar, dass er seinen Film als eine Liebeserklärung an seine verstorbene Mutter versteht, die sich für ihn aufgeopfert habe. So wie es seine Protagonistin tut. Gül ist völlig allein, nachdem ihr Mann davongelaufen ist. Dafür hätte es aber das Monströse nicht gebraucht. Es gelingt dem Film einfach nicht, diesen Fantasy-Aspekt und die realen Erfahrungen so zusammenzubringen, dass daraus etwas Stimmiges wird.

Das bedeutet nicht, dass der Film schlecht ist. So gefällt das Horrordrama beispielsweise durch die beklemmende Atmosphäre und die tollen Bilder. Hauptdarstellerin Hazar Ergüçlü (The Things You Kill) sticht zudem durch ihre intensive Darstellung hervor, wenn sie sich als leidgeplagte Frau durchs Leben kämpft. Insofern sind da schon gute Elemente. Umso bedauerlicher ist, dass Mutter – The Diary of a Mother sich in Detailarbeit verliert, viel Zeit in einzelne Szenen investiert und dabei das große narrative Ganze aus den Augen verliert. Dass der Film zwischendurch auf der Stelle tritt und nichts wirklich vorangeht, macht die Sache nicht besser. Es bleibt ein Genrebeitrag, das streckenweise bewundernswert ist, dabei jedoch nicht unbedingt begeistert.

Credits

OT: „Mutter – The Diary of a Mother“
Land: Türkei
Jahr: 2026
Regie: Alphan Eşeli
Drehbuch: Alphan Eşeli
Musik: Tristan Bechet
Kamera: Özkan Karaköse
Besetzung: Hazar Ergüçlü, Güven Kiraç, Erdeniz Kurucan, Ulvi Kahyaoğlu, Incinur Daşdemir

Bilder

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Mutter – The Diary of a Mother
fazit
In „Mutter – The Diary of a Mother“ gebärt eine Frau ein monströses Baby und muss sich anschließend allein durchkämpfen. Das Horrordrama gefällt durch die beklemmende Atmosphäre und die starke Hauptdarstellerin. Es gelingt jedoch nie, den Fantasyaspekt und die realen Ereignisse zu einem stimmigen Ganzen zu formen.
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