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© ZDF/Thomas Nolf/Nyklyn

Juliet: Roter Himmel

Juliet
„Juliet: Roter Himmel“ // Deutschland-Start: 27. September 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Als die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, bietet sich der Polizei ein schrecklicher Anblick. Schließlich hat der Mörder sein Opfer nicht nur erwürgt, sondern auch mitsamt dem Wagen angezündet, weshalb der Körper völlig verkohlt ist und kaum noch etwas zu erkennen. Dennoch gelingt es, die Frau als Emily zu identifizieren, eine junge Frau aus gutem Haus, die vor einiger Zeit mit den Eltern gebrochen hat. Juliet Dumon (Charlotte De Bruyne) und Jamal Haout (Nabil Mallat) gehen daraufhin mehreren Spuren nach. Zu denen zählen neben dem Autohändler De Cloedt (Iwein Segers), bei dem Emily schwarz gearbeitet hatte, auch Jamals ehemaliger Kollege Willem Goeman (Bert Huysentruyt), der jetzt im Bereich der Sozialarbeit tätig ist …

Klassischer Krimi

Und weiter geht es mit Juliet. Vergangene Woche startete die belgisch-deutsche Krimireihe beim ZDF in die zweite Staffel. Die Auftaktfolge Der Kreis der Frauen erzählte dabei von einer krebskranken, älteren Frau, die ermordet wurde, was gleich in mehrfacher Hinsicht Fragen aufwarf. Mit Juliet: Roter Himmel folgt der zweite Streich. Die Staffel umfasst drei Folgen, jede von ihnen spielfilmlang. Wie es im Anschluss weitergeht, ist nicht bekannt. Eine dritte Staffel bislang nicht angekündigt. Sollte da nichts mehr kommen, wäre das aber vermutlich kein großer Verlust. Denn wie schon der Auftakt ist auch der zweite Streich nur Mittelmaß geworden und macht daher nicht so wahnsinnig viel Lust auf weitere Geschichten.

Dabei ist der Anfang noch ganz okay. Zwar ist das mit der Leiche nicht ganz so kurios wie in der Woche zuvor. Dennoch darf man sich fragen, warum denn jemand unbedingt noch die junge Frau anzünden musste, wenn es ein einfacher Mord auch getan hätte. Anschließend geht es bei Juliet: Roter Himmel recht klassisch weiter, wir haben es erneut mit einem Whodunit der alten Schule zu tun. Da wird nach Spuren gesucht, werden Angehörige und Verdächtige befragt, zudem verschiedene Orte inspiziert. Das ist ebenso wenig originell wie die Geschichte um eine schwierige junge Frau, die immer mal wieder für Ärger gesorgt hat und deren Leben nun tragisch endete. Davon dürfte nichts in Erinnerung bleiben. Aber es funktioniert doch, man bekommt hier Stoff zum Rätseln.

Zu viel Drama

Weniger funktional ist das übertriebene Drama. So geht es daheim immer mal wieder Ärger mit der Nichte Chloé (Amber Naert), die gerade durch ein schwieriges Alter geht. Wobei auch die Tante ihre Macken hat. Dass sie ihrem Kollegen Jamal mangelnde Professionalität vorwirft, weil er freundlich zu seinem früheren Kollegen ist, während sie selbst mit dem Anwalt Sam Deckers (Jonas Vermeulen) ins Bett geht, mit dem sie und die anderen bei der Polizei beruflich zu tun haben, ist schon heuchlerisch. Die Streitigkeiten innerhalb des Teams hätte es da wirklich nicht gebraucht. Klar ist es nicht grundsätzlich verkehrt, wenn in einem Krimi die ermittelnden Personen ihre Schwächen haben. Man weiß bei Juliet: Roter Himmel aber nicht so wirklich, ob diese Leute wirklich die nötige Kompetenz für diesen Beruf mitbringen.

Dafür schlägt die Geschichte wieder einige Haken. Nicht alle davon überzeugen. Zwar ist die Auflösung nicht ganz so sonderbar wie beim Mal zuvor. Willkürlich wird es aber erneut. So willkürlich, dass man auch gleich Roulette spielen kann, mit reiner Logik kommt da niemand auf die Antwort. Juliet: Roter Himmel ist zuweilen emotional, für den Geist ist das weniger ergiebig. Und zum Schluss geht es auch hoch her. Das kann man sich dann schon alles anschauen. Man kann es aber auch bleiben lassen, da gab es auf dem Programmplatz Sonntag spät abends, wo das ZDF ausländische Krimis gezeigt, schon Spannenderes. Nächste Woche geht es in der dritten Folge Blut und Wasser um zwei miteinander verfeindete Fischerfamilien.

Credits

OT: „Juliet“
Land: Belgien, Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Caroline De Maeyer
Drehbuch: Wouter Van Haver, Tyche Beyens
Musik: Stijn Cole, Frederik Van de Moortel
Kamera: Pieter-Jan Claessens
Besetzung: Charlotte De Bruyne, Nabil Mallat, Amber Naert, Nicki von Tempelhoff, Fania Sorel, Helder Onkelinx, Arend Pinoy, Pieter Genard, Iwein Segers, Maaike Cafmeyer, Wim Willaert, Bert Huysentruyt

Bilder

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Juliet: Roter Himmel
fazit
In „Juliet: Roter Himmel“ muss das Rätsel um die verbrannte Leiche einer jungen Frau gelöst werden. Der Krimi ist wendungsreich, die Auflösung überrascht. Das liegt aber auch daran, dass es mal wieder willkürlich wird. Außerdem nervt das unnötige Drama daheim und innerhalb des Teams.
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