
Seit vielen Jahren schon sind die beiden Fischerfamilien Huyghens und Lybeers miteinander verfeindet. Als Ferre Huyghens (Lennert Coorevits) nach einem Streit tot auf dem Kutter der Lybeers gefunden wird, scheint der Fall auch klar zu sein. Umso mehr, da Ferre vor vielen Jahren Titus Lybeers erschlagen hat und deswegen ins Gefängnis kam. Seit Kurzem hatte er tagsüber Freigang, was ihm dann zum Verhängnis wurde. Juliet Dumon (Charlotte De Bruyne) und Jamal Haout (Nabil Mallat) versuchen nun herauszufinden, was genau auf dem Kutter geschehen ist. Dabei nehmen die Ermittlungen bald eine persönliche Note an, weil Juliets Nichte Chloé (Amber Naert) in ihrem Podcast darüber berichtet und eigene Theorien verbreitet …
Hass ohne Ende
Alles hat einmal ein Ende, auch die zweite Staffel von Juliet. Zwei Filme der belgisch-deutschen Krimireihe hat das ZDF bislang ausgestrahlt. Bei der ersten Der Kreis der Frauen ging es um eine krebskranke, ältere Frau, die aus unersichtlichen Gründen ermordet wurde. Danach erwischte es in Roter Himmel eine junge Frau, die ständig für Ärger sorgte und nun verbrannt in einem Auto aufgewunden wird. Mit Blut und Wasser kommt jetzt die dritte und damit letzte Folge hinterher. Ob es eine dritte Staffel geben wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Möglich, dass es bei einer solchen etwas länger dauern könnte, das war bei der zweiten schließlich auch so. Wobei auch nach dem Abschluss der Staffel nicht klar ist, wofür man diese Reihe überhaupt braucht.
Grundsätzlich funktioniert der neue Fall schon. Man hält sich an das bewährte Schema, dass zu Beginn eine Leiche gefunden wird und anschließend herausgefunden werden muss, wer diesen Mord begangen hat. Der klassische Whodunit eben. Dabei spielt Juliet: Blut und Wasser mit dem Motiv der beiden verfeindeten Familien, ähnlich zu dem parallel ausgestrahlten Brokenwood – Mord in Neuseeland: Die Familienfehde. Während es die neuseeländische Variante aber wie gewohnt mit Humor nimmt und mit schrägen Figuren arbeitet, da mag man es in Belgien düster und tragisch. Und brutal: Hier wird mit richtig harten Bandagen gekämpft. Und das schon seit Jahren, da haben bereits mehrere ihr Leben lassen müssen. Warum, das muss man wie so oft nicht wirklich nachvollziehen können. Da ist mal wieder einiges eskaliert, bis über die Schmerzgrenze hinaus.
Drama und Drama und Drama
Und nur für den Fall, dass manchen das noch nicht genug Drama ist, kommt mal wieder der persönliche Kram hinzu. So fängt es an, zwischen der Protagonistin und ihrem Freund Sam Deckers (Jonas Vermeulen), den sie auch aus beruflichen Gründen allen verheimlicht, zu kriseln. Denn er nimmt die Beziehung ernst, würde sie gern vertiefen. Sie ziert sich jedoch, will sich nicht festlegen. Außerdem gibt es in Juliet: Blut und Wasser Stress mit der Nichte. Den gab es vorher schon, da sie nun einmal in der Pubertät ist, da gehört das dazu. Jetzt wird zudem das Private mit dem Beruflichen vermischt, da Chloé – ganz zufällig natürlich – etwas mit dem aktuellen Fall zu tun hat. Das ist meistens ziemlich billig. Hier ist das nicht anders, es gibt keine inhaltliche Begründung für die Verknüpfung – außer dem Drama eben.
Wenn einen das nicht stört, ist das hier ganz akzeptabel geworden. Auf dem Weg zur Auflösung werden mehrere Haken geschlagen, was anfangs noch ganz klar erscheint, ist es am Ende nicht. Bei Juliet: Blut und Wasser geht dann auch das mit vielen Emotionen her. Das zeigt dann aber zumindest Wirkung, ist nicht so extrem forciert wie die üblichen Probleme, die in die Geschichte gequetscht wurden. Dennoch, auch beim dritten Anlauf gelingt es der Krimireihe nicht, etwas Interessantes zu erzählen, durch die Fälle oder die Figuren zu fesseln. Sollte es keine weitere Staffel geben, wäre das daher kein so wirklich großer Verlust. Da gibt es einfach zu viele andere Krimis im Fernsehen, die sich mehr lohnen als das hier.
OT: „Juliet“
Land: Belgien, Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Caroline De Maeyer
Drehbuch: Wouter Van Haver, Tyche Beyens
Musik: Stijn Cole, Frederik Van de Moortel
Kamera: Pieter-Jan Claessens
Besetzung: Charlotte De Bruyne, Nabil Mallat, Amber Naert, Nicki von Tempelhoff, Fania Sorel, Helder Onkelinx, Arend Pinoy, Thibaud Dooms, Mounir Hathout, Anemone Valcke, Lennert Coorevits, Lucie Plasschaert, Pepijn Vandelanotte
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