
Dass Miranda Green (Mischa Barton) in der Lage ist, knifflige Fälle zu lösen, hat sie unter Beweis gestellt. Und eben dieses Talent will man sich zunutze machen, als sie im Jahr 1934 nach Ägypten reist. So wurde die Sekretärin des britischen Botschafters Robert (Richard Dillaine) getötet – und das auch noch in der Botschaft selbst. Aber wer könnte nur dahinterstecken? Und warum hat man es ausgerechnet auf diese Frau abgesehen? An möglichen Tatpersonen mangelt es nicht. Unter anderem hielten sich Roberts Tochter Meghan (Nell Barlow), der Fotograf Walter (Kojo Attah) und die Schauspielerin Betty (Antonia Bernath) in der Botschaft auf. Für Miranda bedeutet dies, dass sie sich erneut auf Spurensuche begibt, selbst wenn dies mit großen Gefahren einhergeht …
Klassischer Krimi
Nicht nur in Deutschland erfreuen sich Krimis großer Beliebtheit. Auch in anderen Ländern werden regelmäßig Filme und Serien gedreht, in denen irgendwelche Verbrechen aufgeklärt werden müssen. Ein Beispiel hierfür ist Einladung zum Mord, wo eine einfache Blumenverkäuferin, die selbst gern solche Krimis liest, unerwartet einen Mord in einer Villa auf einer abgelegenen Insel aufklären muss. Dabei handelte es sich zwar um eine kleinere Produktion, die zudem keine bekannte Vorlage hatte und kein Hollywood-Star-Ensemble vorweisen konnte. Aber offensichtlich fand diese aber genügend Fans, um zwei Jahre später mit Einladung zum Mord 2: Das Rätsel von Kairo eine Fortsetzung nach sich zu ziehen.
Wie das bei Krimis meist üblich ist, wird inhaltlich aber nur bedingt an den Erstling angeschlossen. So gibt es ein Wiedersehen mit der Protagonistin, die einzige wiederkehrende Figur. Diese ist, beflügelt durch den Erfolg bei ihrem ersten Einsatz, inzwischen auch selbstbewusster geworden, reißt die Ermittlungen geradezu an sich. Vorkenntnisse braucht es beim Publikum jedoch keine, man kann auch ohne den Vorgänger bei Einladung zum Mord 2: Das Rätsel von Kairo einsteigen. Fans wissen hingegen, was sie erwartet. Diese Filme sind eine Verbeugung vor klassischen Whodunit-Rätselkrimis. Vor allem Agatha Christie ist eine offensichtliche Referenz. War der erste Film noch stark von Zehn kleine Negerlein – Das letzte Wochenende inspiriert, geht es dieses Mal nach Ägypten. Geschichten, die im damals noch fernen Ausland spielten, waren eine Spezialität der britischen Autorin.
Inhalt mau, Setting toll
Nun sind Hommagen erst einmal nicht verkehrt, vor allem wenn sie an jemanden sind, der wie kaum jemand sonst dieses Genre geprägt hat. Schwierig wird es aber, wenn man sich dabei zu sehr verbeugt und dabei verpasst, auch einen eigenen Standpunkt einzunehmen. Über weite Strecken wirkt Einladung zum Mord 2: Das Rätsel von Kairo dann doch wie eine bloße Kopie. War beim Erstling zumindest noch irgendwie charmant, dass eine Blumenverkäuferin Detektivin spielt, fällt das bei der Rückkehr weg. Auch sonst mangelt es in dem Film an prägnanten Einfällen. Die Geschichte ist nicht übermäßig interessant, die Figuren sind es auch nicht. Dass mal wieder dem Publikum wichtige Informationen vorenthalten werden, damit es bloß nicht selbst auf die Lösung kommt, macht die Sache nicht besser.
Dafür gefällt natürlich das Setting. Auch wenn Einladung zum Mord 2: Das Rätsel von Kairo letztendlich nur die typischen Postkartenmotive und Bilder des nordafrikanischen Staates reproduziert, kann sich das Ergebnis doch sehen lassen. Ob wir die Wüstenlandschaft sehen, durch enge Gassen laufen oder uns in der Botschaft aufhalten, das ist hier ist schon alles irgendwie nett. Ein wohlig altmodischer Krimi, der nicht nur des historischen Schauplatzes wegen eine Reise in die Vergangenheit darstellt. Mit einer besseren Geschichtehätte daraus ein echter Geheimtipp werden können. So bleibt zumindest noch ein brauchbarer Genrevertreter, bei dem man fast schon hofft, dass es einen weiteren Nachfolger geben wird. Denn auch wenn es nicht unbedingt an Krimis mangelt, derart Retro wird es dann doch selten.
OT: „Murder at the Embassy“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Stephen Shimek
Drehbuch: Mark Brennan
Musik: Christian Davis
Kamera: Brian Vilim
Besetzung: Mischa Barton, Mido Hamada, Kojo Attah, Nell Barlow, Raha Rahbari, Antonia Bernath, Richard Dillane
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