Einladung zum Mord Invitation to a Murder
© Plaion Pictures

Einladung zum Mord

„Einladung zum Mord“ // Deutschland-Start: 23. Oktober 2025 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Eigentlich ist Miranda Green (Mischa Barton) als Blumenverkäuferin ja darum bemüht, ein bisschen Freude und Farbe ins Leben der Menschen zu bringen. Privat mag sie es aber gern düster: Sie ist ein großer Fan der Krimis von Agatha Christie. Als sie eine Einladung von Lord Findley erhält, ihn in seiner Villa auf einer abgelegenen Insel zu besuchen, ahnt sie noch nicht, dass sie bald selbst Teil eines solchen sein wird. Denn als sie mit den anderen Gästen Donald Walker (Chris Browning), Lawrence Kane (Seamus Dever), Dr. Phillip Armstrong (Giles Matthey), Carmen Blanco (Bianca A. Santos) und Lu Wang (Grace Lynn Kung) dort ankommt, stellen sie nicht nur fest, dass niemand den Gastgeber kennt. Dieser ist auch gar nicht da, weil er sich wohl wegen des schlechten Wetters verspätet. Und als wäre das alles nicht schon unheimlich genug, kommt es zu einem Mord …

Hommage an Agatha Christie

Wenn es um das Krimigenre geht, dürfte kaum jemand so erfolgreich und einflussreich wie Agatha Christie gewesen sein. Nicht nur, dass auch rund 50 Jahre nach dem Tod der britischen Autorin immer noch regelmäßig deren Werke adaptiert werden, zuletzt etwa die Serie Seven Dials. Es werden zudem Filme gedreht, die mehr oder weniger deutlich von Christie inspiriert sind. Neben der mit Agatha und die Wahrheit des Verbrechens gestarteten Trilogie, wo die Autorin selbst als Hobby-Detektivin auftritt, gibt es auch Einladung zum Mord, das ebenfalls fortgesetzt wurde. Hier sind es zwar ganz andere Figuren. Die Queen of Crime wird anfangs aber namentlich genannt, als Vorbild für die Protagonistin und als Erklärung, warum diese so versiert beim Fällelösen ist.

Auch das Szenario und das Setting dürfen einem bekannt vorkommen. Ein vornehmes Herrenhaus, das sich auf einer abgelegenen Insel befindet? Eine Einladung eines Gastgebers, den niemand von den Gästen kennt und der selbst nicht auftaucht? Da ist es für Krimifans nahezu unmöglich, nicht an Christies Zehn kleine Negerlein – Das letzte Wochenende zu denken. Schließlich ist der Roman einer der erfolgreichsten aller Zeiten und wurde entsprechend oft kopiert. Dass es nach kurzer Zeit zu einem Mord kommt und die Tatperson jemand aus der Reihe der Gäste sein muss, ist ebenfalls sehr klassisch. Und als wäre das nicht alles schon Verneigung vor den Rätselkrimis von einst genug, spielt Einladung zum Mord auch noch 1934 in England. Das Altmodische wird hier nicht nur angenommen. Es wird geradezu zelebriert, der Film richtet sich an ebenso große Fans der Vorlagen, wie es Miranda ist.

Zu wenig draus gemacht

Der Fall an sich ist dabei glücklicherweise mehr als eine reine Kopie. So ist das Motiv hier ganz anders als bei der Vorlage geworden. Dieses ist gleichzeitig nachvollziehbar und doch überraschend. Es dürfte nur wenige geben, die wirklich vorhersehen werden, worum es dabei geht – auch weil da diverse Wendungen warten. Das liegt leider aber auch daran, dass Einladung zum Mord ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist. Das Szenario ist schon sehr konstruiert. Das muss einen nicht stören, Christie selbst interessierte sich schließlich nie für Plausibilität, war mehr an komplexen Rätseln interessiert, weniger an deren Wahrscheinlichkeit. So absurd wurde es bei ihr aber auch nie. Tatsächlich wäre es vermutlich sogar besser gewesen, aus dem Stoff hier eine Krimikomödie zu machen, das Potenzial war da.

Auch bei anderen Punkten wäre es wünschenswert gewesen, wenn mehr daraus gemacht worden wäre. Was beispielsweise für den Krimi überhaupt keine Rolle spielt, ist der Beruf der Protagonistin. Man hätte sicherlich irgendwie noch eine Verbindung einbauen können zwischen der Blumenexpertise und den detektivischen Ansätzen. Überhaupt ist Miranda keine besonders spannende Figur geworden. Mischa Barton bleibt ebenso wie der Rest des Ensembles ein wenig blass. Spaß haben kann man mit dem Ergebnis dennoch. Einladung zum Mord hat ein hübsches Dekor und bietet genügend Atmosphäre, um hierbei auf seine Kosten zu kommen. Mehr als Mittelmaß ist der Film aber kaum.

Credits

OT: „Invitation to a Murder“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Stephen Shimek
Drehbuch: Brian O’Donnell
Musik: Christian Davis
Kamera: Brian Vilim
Besetzung: Mischa Barton, Chris Browning, Bianca A. Santos, Giles Matthey, Seamus Dever, Grace Lynn Kung, James Urbaniak, Amy Sloan, Alex Hyde-White

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Einladung zum Mord
fazit
In „Einladung zum Mord“ erhält eine Blumenverkäufern mit großer Krimileidenschaft eine mysteriöse Einladung, die tödlich endet. Der Film ist in vielerlei Hinsicht eine Hommage an Agatha Christie, lockt mit einem hübschen Setting und altmodischem Ambiente. Die Geschichte selbst ist jedoch nicht besonders, bei den Figuren wäre auch mehr drin gewesen.
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