
Dan Cheung (Andy Lau) ist ein Meister seines Fachs. Als Dieb hat er es zu jeder Menge Bekanntheit gebracht und so manch unglaubliches Ding gedreht. Aber auch jemand wie er kann mal danebenlangen, ein verpatzter Coup führt dazu, dass er fünf Jahre hinter Gittern sitzt. Endlich wieder auf freiem Fuß, denkt er aber nicht einmal daran, jetzt ein anständiges Leben zu führen. Stattdessen macht er sich gleich an die Arbeit, gemeinsam mit Po Chen (Tony Yang) und Red Ye (Shu Qi) plant er, wertvollen Schmuck zu stehlen, weil er noch eine Rechnung offen hat. Das wiederum ruft Dans Erzfeind Detective Pierre Bissette (Jean Reno) auf den Plan, der alles dafür tun würde, um den Dieb gleich wieder ins Gefängnis zu bringen …
Aus Spaß am Diebstahl
Obwohl die meisten von uns sich darüber einig sein dürften, dass Diebstahl nicht in Ordnung ist, zumindest in Filmen sehen wir doch immer mal wieder gern zu, wie jemand ein solches Verbrechen begeht. Manchmal wird versucht, das unmoralische Treiben zu rechtfertigen, wenn beispielsweise die Leute, die bestohlen werden sollen, selbst Verbrecher sind. Die Unfassbaren 3 – Now You See Me ist da ein aktuelleres Beispiel, wie Heist Movies das mit dem Gut und Böse umzudrehen versuchen. Ein Muss ist das jedoch nicht, wie The Adventurers zeigt. Dort wird erst gar nicht so getan, als wäre das irgendwie zu rechtfertigen, was der Protagonist tut. Das Publikum soll dennoch zu ihm halten und ihm die Daumen drücken, während er seiner Arbeit nachgeht.
Dabei verlässt man sich auf das natürliche Charisma von Hongkongs Superstar Andy Lau (As Tears Go By), um die Zuschauer und Zuschauerinnen für sich zu gewinnen. Dieser enttäuscht auch nicht. Sowohl in den actionreicheren Momenten, wenn es in The Adventurers mal zur Sache geht, wie auch in den ruhigeren zeigt sich der Schauspieler souverän. Jean Reno als dessen Gegenspieler macht seine Sache aber ebenfalls ordentlich. Die Art und Weise, wie der Polizist dem Dieb hinterherreist, immer in der Hoffnung, ihm das Handwerk legen zu können, erinnert dabei ein wenig an Inspector Kōichi Zenigata aus dem Manga- bzw. Anime-Klassiker Lupin III. Er ist etwas griesgrämig und unbeirrt, aber letzten Endes immer erfolglos, da er nicht ganz auf dem Niveau seines Feindes agiert und deshalb regelmäßig geschlagen wird.
Stoff für einen vergnüglichen Abend
Überhaupt hat man den Eindruck, dass sich Regisseur und Co-Autor Stephen Fung (Tai Chi Zero) sehr genau in der Historie des Heist Movies umgesehen hat, auf der Suche nach Inspirationen. Da wartet schon das eine oder andere Déjà-vu-Erlebnis auf das Publikum. Das bedeutet nicht, dass man bei dem Drehbuch zwischendurch nicht auch etwas versucht hätte. Beispielsweise schlägt die Geschichte mehrere Haken, an Wendungen mangelt es also nicht. Dennoch, vom Inhalt darf man nicht viel erwarten. The Adventurers ist kein Film, den man sich für diesen Aspekt anschauen sollte. Ob nun die Handlung oder die Figuren, da ist nichts dabei, das einem länger in Erinnerung bleiben würde. Diesen Anspruch dürfte im Team auch niemand gehabt haben.
Wer diesen beim Anschauen ebenfalls nicht hat, kann durchaus seinen Spaß haben. Das liegt nicht nur an dem besagten Ensemble, welches seine Rolle auszufüllen weiß. The Adventurers gefällt zudem durch die Schauplätze, wenn die Katz-und-Maus-Jagd quer durch Europa führt. Das ist dann oft übertrieben und nicht so wirklich durch die Geschichte gerechtfertigt. Aber das darf einem egal sein, solange es genug zu sehen gibt. Und das ist hier der Fall. Selbst wenn die Hongkong-Produktion nicht unbedingt ein Klassiker des Heist-Movie-Genres ist und man vielleicht mehr erhofft hat, es reicht doch für einen vergnüglichen Abend auf dem Sofa.
OT: „The Adventurers“
Land: Hongkong
Jahr: 2017
Regie: Stephen Fung
Drehbuch: Stephen Fung, Cheung Chi-kwong, Andy Lo, Steve Ha, Wong Hiu-chong
Musik: Tuomas Kantelinen
Kamera: Shane Hurlbut
Besetzung: Andy Lau, Shu Qi, Jingchu Zhang, Tony Yang, Jean Reno
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