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© ZDF/Michael Marhoffer

Die Chefin: Söhne

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„Die Chefin: Söhne“ // Deutschland-Start: 19. November 2021 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Als die Leiche eines jungen Mannes in der Isar gefunden wird, liegt der Verdacht nahe, dass er ertrunken ist. Stattdessen ergeben die Untersuchungen, dass er woanders gestorben sein muss. Aber wie kam er dann in die Isar? Und was genau ist passiert? Vera Lanz (Katharina Böhm), Paul Böhmer (Jürgen Tonke) und Korbinian Kirchner (Jonathan Hutter) versuchen das herauszufinden. Dabei ergibt sich, dass es sich bei dem Toten um den Graffitisprayer Oliver Neumann handelt. Ein möglicher Tatverdächtiger ist auch gefunden: Noah de Boer (Lucas Bauer), der zuvor womöglich in einen Autounfall verwickelt war, wie er Lanz erzählt hatte. Bei der Vernehmung erfährt sie jedoch, dass die Geschichte ganz anders abgelaufen ist – und sehr widersprüchlich ausfällt …

Rechtliche Zweiklassengesellschaft

Aktuell vertröstet das ZDF die Fans von Die Chefin damit, dass alte Folgen der 12. Staffel ausgestrahlt werden, die ursprünglich bereits 2021 zu sehen war. Der Sender setzt häufiger mal auf Wiederholungen beliebter Krimiserien, um Lücken im Programm zu schließen. Etwas kurios ist, dass die Episoden in umgekehrter Reihenfolge ausgestrahlt werden, was aber nur einem puristischen Publikum auffallen dürfte. Zuletzt ging es in Nebenwirkungen um einen Schönheitschirurgen, der vor seiner Praxis erschossen wurde. Davor handelte Der Wolf von einem Börsenguru, dem erst Vergewaltigung und anschließend Mord vorgeworfen wird. Jetzt kommt mit Söhne eine weitere Folge der besagten Staffel, seinerzeit eigentlich die Vorgängerin der beiden obigen.

Auf den Inhalt hat das wenig Auswirkungen. Man merkt es höchstens an dem Verhältnis von Böhmer und Kirchner, das hier noch etwas mehr von Reibungen geprägt ist, als es später der Fall war. Gemeinsam mit den oben genannten Episoden ist, dass es hier eine gesellschaftliche Komponente gibt. Waren es oben Schönheitsideale und #MeToo, die ihren Einzug in die Geschichte gefunden haben, da geht es hier um eine Art Zweiklassengesellschaft. So stellt sich nicht nur heraus, dass gleich mehrere Leute für den Tod des jungen Mannes verantwortlich sein könnten, sondern auch, dass Leute mit Geld andere juristische Möglichkeiten haben. Zumindest zeitweise sieht es sogar danach aus, als sei das bei Die Chefin: Söhne das eigentliche Thema: Korruption in der Justiz. Das funktioniert beim Publikum immer, ist ein eindeutiger Aufreger. Es wird allerdings mit Klischees und Stereotypen erkauft.

Übertrieben wendungsreich

Während die Folge in der Hinsicht Nuancen und Einfallsreichtum vermissen lässt, verläuft der Fall an sich deutlich überraschender. So hat Drehbuchautor Florian Iwersen (Spurlos in Venedig) bemerkenswert viele Wendungen eingebaut, zumal man hier mal wieder nur 58 Minuten zur Verfügung hatte. Doch nicht jede Überraschung ist geglückt. Der Versuch, auf den letzten Metern noch einmal richtig viel Tragik einzubauen, ist schon reichlich konstruiert, ein bisschen befremdlich sogar. Als Krimi ist Die Chefin: Söhne daher letztendlich unbefriedigend, weil das Ende einfach zu willkürlich ausfällt. Nächstes Mal geht es in Böhmers Geheimnis um eine angeschossene Prostituierte.

Credits

OT: „Die Chefin: Söhne“
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Regie: Florian Schott
Drehbuch: Florian Iwersen
Musik: Johannes Brandt
Kamera: Markus Hausen
Besetzung: Katharina Böhm, Jonathan Hutter, Jürgen Tonkel, Maya Haddad, Alexander Beyer, Ernst Stötzner, Martin Rapold, Lucas Bauer, Moritz Klaus

Bilder

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Die Chefin: Söhne
fazit
„Die Chefin: Söhne“ handelt von einem jungen Graffitikünstler, dessen Leiche in den Fluss geworfen wurde. Die Folge prangert eine Zweiklassengesellschaft an, unter Zuhilfenahme von Klischees und Stereotypen. Der Fall selbst ist überraschender, zum Ende hin aber reichlich konstruiert.
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