
Es herrscht Hochsommer, die Temperaturen haben Höchstwerte erreicht. Geregnet hat es seit Ewigkeiten nicht mehr, weshalb die Wiese bereits völlig ausgedörrt ist. Es braucht Wasser, und das dringend! Aber woher nehmen? Captain Pantz und sein Ameisentrupp haben es sich zur Aufgabe gemacht, dieses zu finden und damit die Kolonie zu retten. Zu diesem Trupp gehören auch Arnie und Barney, die mit großem Enthusiasmus diese Aufgabe erfüllen. Leider sind sie auch sehr tollpatschig und sorgen regelmäßig für Chaos, weshalb Pantz sie loszuwerden versucht. Dabei hat er aber die Rechnung ohne den Eigensinn der beiden Jungameisen gemacht, die auf eigene Faust weitersuchen – und dabei zufällig auf die richtige Spur kommen …
Spin-off zur beliebten Animationsserie
Weit mehr als hundert Jahre ist es her, dass die Biene Maja das erste Mal herumschwirrte, damals noch in Romanform von Waldemar Bonsels. 1975 folgte dann die Animeserie, welche für einen großen Popularitätsschub sorgte. Seit 2013 gibt es das beliebte Insekt auch in computeranimierter Form. Immerhin vier Staffeln wurden produziert, hinzu kommen drei Kinofilme – zuletzt 2022 Die Biene Maja – Das geheime Königreich. Während Fans noch darauf warten, ob es einen vierten Leinwandauftritt geben wird, dürfen sie sich die Zeit mit einem Spin-off vertreiben. In Arnie & Barney – Retten das Wasser sind es zwei Ameisen, die bislang nur Nebenfiguren waren und jetzt in den Mittelpunkt treten. Auf die berühmte Kollegin wird zwischendurch verwiesen, ansonsten befindet sie sich aber im Urlaub.
Ob sich ein solches Spin-off kommerziell auszahlen wird, bleibt abzuwarten. Die Figuren erinnern natürlich schon sehr an die Hauptserie, haben aber namentlich wenig Wiedererkennungswert. Qualitativ steht der neue Film den vorangegangenen aber nicht nach. So ergibt es auch bei der Nebengeschichte eine Mischung aus Abenteuer und Humor, die sich an eine jüngere Zielgruppe richtet. Letzterer besteht in Arnie & Barney – Retten das Wasser oft darin, wie die beiden Protagonisten von einem Chaos ins nächste stapfen, eigentlich gar nicht für diese Mission geeignet sind und trotzdem – oder gerade deshalb – weiterkommen. Anspruchsvoll ist das nicht, soll es auch gar nicht sein. An manchen Stellen sieht es zwar kurz so aus, als würde man vielleicht doch auch eine satirische Richtung einschlagen. Insgesamt ist das aber bewusst einfach gehalten, der Kinder zuliebe.
Ökologische Botschaft
Das bedeutet aber nicht, dass der Film nichts zu sagen hätte. Es sind sogar zwei Themen, die er mit dem Publikum teilen möchte. Auf der einen Seite möchte er Mut machen, dass man auch als vermeintlicher Verlierer einen Wert hat. Die beiden Ameisen haben nicht die Eigenschaften, die man mit Helden in Verbindung bringt, und schaffen es aber, mit ihren jeweiligen Besonderheiten alle zu retten. Arnie & Barney – Retten das Wasser will damit ausdrücken, dass alle ihre Stärken haben und diese von Bedeutung sind. Verbunden wird dieses erbauliche Thema mit einer ökologischen Warnung, wenn Wasser zu einem seltenen Gut wird. Das erinnert teilweise erstaunlich an den Anime Sand Land: The Series bzw. den zugrundeliegenden Manga, inklusive einer Kritik an einem Raubtierkapitalismus. Hier ist das ohne die Fantasy-Elemente und harmloser. Die Grundidee ist aber sehr ähnlich.
Die Optik ist wenig überraschend den Filmen rund um Biene Maja ähnlich. Das bedeutet, dass das alles nicht auf dem Niveau ist, wie man es von den US-amerikanischen Großproduktionen der bekannten Studios gewohnt ist. Die Umgebungen sind einfacher, es gibt weniger Spezialeffekte. Die europäische Coproduktion hat dafür einfach nicht das Budget. Nett anzusehen ist Arnie & Barney – Retten das Wasser aber schon, zumal die Designs der Figuren wieder ganz witzig geworden sind. Kinder werden bei dem Spin-off also schon auf ihre Kosten kommen, weshalb man sich Fortsetzungen davon durchaus vorstellen könnte. Für Erwachsene wird hingegen eher wenig geboten.
OT: „Arnie & Barney – Retten das Wasser“
Land: Deutschland, Irland, Spanien
Jahr: 2026
Regie: Sean Heuston
Drehbuch: Fin Edquist
Musik: Christoph Zirngibl
Animation: Studio 100 Animation
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