A Chines Ghost Story 1987
© Plaion Pictures

A Chinese Ghost Story (1987)

A Chines Ghost Story 1987
„A Chinese Ghost Story“ // Deutschland-Start: 17. Februar 2005 (DVD)

Inhalt / Kritik

Zwar arbeitet Ning Caichen (Leslie Cheung) als Steuereintreiber. Bei ihm selbst ist das Geld jedoch ebenfalls sehr knapp. Und so beschließt er, die Nacht in einem abgelegenen Tempel zu verbringen. Zwar soll es dort spuken, wie ihm die Menschen im Dorf sagen. Dafür kann er dort umsonst schlafen, weshalb er allen Warnungen zum Trotz das Wagnis eingeht. Dort angekommen, begegnet er der wunderschönen Nie Xiaoqian (Joey Wong) und verliebt sich auf Anhieb in sie. Die Euphorie hält aber nicht sehr lange, da ihm der Priester Yan Chixia (Wu Ma) am nächsten Morgen sagt, dass es sich um einen Geist handelte. Aber stimmt das wirklich? Ning will es genau wissen und kehrt in der folgenden Nacht noch einmal zu dem Tempel zurück …

Eine Liebe über den Tod hinaus

Filme haben uns gelernt, dass bei der Liebe Unterschiede keine Rolle mehr spielen, solange die Gefühle nur groß genug sind. Ob es kulturelle Differenzen oder verschiedene Hautfarben gibt, arm auf reich trifft, vielleicht auch verschiedene Religionen vorliegen – all das ist letztendlich nebensächlich. Bei A Chinese Ghost Story kommt noch eine weitere Kategorie hinzu, bei der sich die Geister scheiden können: Ein lebendiger Mann verliebt sich in eine tote Frau. Das klingt erst einmal kurios. Man könnte sogar meinen, dass das ein Szenario für eine Komödie ist. Ganz so weit geht es hier aber nicht. Zwar findet man schon den einen oder anderen Moment, der humorvoll aufgezogen wurde, beispielsweise eine brenzlige Begegnung im Tempel. Aber das ist nur eines von mehreren Elementen.

Tatsächlich findet man die unterschiedlichsten Genreeinteilungen, wer etwas über den Film liest. Fantasy ist naheliegend, da es hier nun einmal um übernatürliche Wesen geht. Manche sagen sogar Horror dazu, der Geister und Dämonen wegen. Richtig unheimlich wird es jedoch nicht, in der Hinsicht ist man zurückhaltend. Abenteuer wäre nicht verkehrt, wenn der Protagonist unterwegs Gefahren überwinden muss. Action passt auch, da zwischendurch gekämpft wird, A Chinese Ghost Story könnte man auch zu den Wuxia-Filmen wie Tiger & Dragon zählen. Und dann wäre da ja noch die besagte Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren, was mit Tragik einhergeht. Denn zunächst können die zwei ja nicht zusammen sein, da der Tod sie trennt. Da darf man schon einmal wehmütig werden.

Der Charme der Grenzüberschreitung

Das klingt alles etwas unentschlossen. Und doch macht es den Charme der freien Adaption einer bereits 1740 veröffentlichten Kurzgeschichte von Songling Pu mit aus, wie hier Grenzen überschritten werden. Ein actionreiches Märchen, irgendwo zwischen Schauergeschichte und Romanze – das ist schon etwas Eigenes. Aufgrund der damaligen Tricks wirkt A Chinese Ghost Story zudem aus der Zeit gefallen. Neben den üblichen, die etwa bei den Kämpfen zum Einsatz kommen, findet das Publikum beispielsweise Stop-Motion-Passagen. Auch das ist irgendwie charmant und passt zudem gut zu der Atmosphäre, dass man irgendwie in eine Parallelwelt gerutscht ist, wo nichts real ist, nicht der Ort, nicht die Figuren, die dort umhergehen.

Der Film war seinerzeit ein größerer Erfolg in Hongkong und genießt weltweit Kultstatus. Und so gab es nicht nur zwei Fortsetzungen des Fantasywerks, die 1990 und 1991 erschienen sind, sondern 2011 mit A Chinese Ghost Story – Die Dämonenkrieger eine weitere Verfilmung der besagten Kurzgeschichte. 1997 folgte zudem A Chinese Ghost Story: The Tsui Hark Animation, das aber dem Titel zum Trotz eine andere Geschichte erzählt. So oder so, das Original ist bis heute sehenswert. Wer sich auf den eigenartigen Mix einlassen kann findet hier ein seltsames Werk, das bis heute mit seinen schönen Bildern und der Atmosphäre gefällt und zudem auf unerwartete Weise endet. Ein Film, der sicherlich zahlreiche weitere beeinflusst hat und doch irgendwie anders ist.

Credits

OT: „Sin Neoi Jau Wan“
Land: Hongkong
Jahr: 1987
Regie: Siu-tung Ching
Drehbuch: Yuen Kai Chi
Vorlage: Songling Pu
Musik: Romeo Diaz, James Wong
Kamera: Hang-sang Poon, Sander Lee, Tom Lau, Wing-hang Wong
Besetzung: Leslie Cheung, Joey Wong, Wu Ma

Bilder

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A Chinese Ghost Story (1987)
fazit
In „A Chinese Ghost Story“ übernachtet ein Mann in einem Tempel und verliebt sich dort in einen Geist. Die Adaption einer Kurzgeschichte vereint die unterschiedlichsten Genres zu einem Werk, das zahlreiche andere beeinflusst hat und dabei doch ganz eigen ist. Das gefällt noch immer durch die Bilder und hat einen besonderen Charme.
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