Dreams – Gefährliches Verlangen
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Dreams – Gefährliches Verlangen

Dreams – Gefährliches Verlangen
„Dreams – Gefährliches Verlangen“ // Deutschland-Start: 23. Juli 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Fernando Rodríguez (Isaac Hernández) verfügt über ein großes Tanztalent, in seiner Heimat Mexiko hat er im Ballett bereits erste wichtige Schritte absolviert. Aber er will noch mehr, er träumt von einer richtigen Karriere in den USA. Und so beschließt er eines Tages, seine Heimat hinter sich zu lassen und illegal ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu reisen. Er weiß auch schon sehr genau, wohin er will: San Francisco. Denn dort wohnt Jennifer McCarthy (Jessica Chastain), vermögende Erbin eines Familienunternehmens und freigiebige Philanthropin, die er zuvor schon in Mexiko kennengelernt hat. Trotz des Altersunterschiedes und der Klassenunterschiede sieht er eine gemeinsame Zukunft mit ihr. Beide führen auch eine leidenschaftliche Affäre, die jedoch Jennifers Welt immer mehr ins Wanken bringt …

Die Geschichte eines Machtgefälles

Wenn Michel Franco einen neuen Film dreht, weiß man im Vorfeld schon, dass man sich auf einiges bereitmachen muss. Wie kaum ein anderer demontiert der mexikanische Regisseur seine Figuren und nimmt dabei vor allem Menschen aus oberen Klassen ins Visier. So erzählte er in New Order – Die neue Weltordnung (2020) von einer Hochzeit, die zu einem brutalen Klassenkampf wird. Sundown – Geheimnisse in Acapulco (2021) begleitete eine Familie auf einen Urlaub, der diverse Abgründe offenlegt. Zuletzt wurde in Memory (2023) um Erinnerungen und deren Deutungshoheit gekämpft. Mit Dreams – Gefährliches Verlangen kommt nun ein weiteres Werk des Filmemachers offiziell in die deutschen Kinos. Und wieder darf man beim Anschauen am Menschsein verzweifeln.

Franco, der erneut auch das Drehbuch geschrieben hat, bleibt dabei seinem Prinzip treu und nimmt einige wenige Figuren, um damit große gesellschaftliche Themen und existenzielle Fragen anzugehen. Das zeigt sich hier schon an der Konstellation. Eine reiche, weiße US-Amerikanerin beginnt eine Beziehung mit einem mittelosen mexikanischen Tänzer, der illegal ins Land gekommen ist? Viel größer kann das Machtgefälle innerhalb einer Beziehung kaum sein. Dreams – Gefährliches Verlangen wartet auch nicht lange, um eben diese Unterschiede auszuarbeiten. Wobei zumindest anfangs viel Ambivalenz dabei ist, wer eigentlich wen ausnutzt. Genießt Jennifer einfach nur ihre Position oder hat sie tatsächliche Gefühle für Fernando? Und ist dieser wirklich an ihr interessiert oder sieht er in ihr einfach eine Möglichkeit, seinen Traum umzusetzen?

Bitterer Blick in die Abgründe

Bis zum Schluss wird das nicht ganz klar, womöglich wissen es die zwei selbst nicht so genau. Zwar verfolgt Franco seine bisherige Linie und kritisiert wenig subtil den Kapitalismus mit seinen menschenverachtenden Auswüchsen. Das bedeutet aber nicht, dass er sich mit einem plumpen Schwarzweiß zufriedengibt, wenn er seine Figuren beschreibt. So werden im Laufe von Dreams – Gefährliches Verlangen bei beiden Hauptfiguren Abgründe offen, sowohl Jennifer als auch Fernando zeigen dunkle Seiten an sich. Das ist fabelhaft gespielt von Chastain, die ihrer Figur eine Mischung aus Skrupellosigkeit und Verletzlichkeit verleiht. Aber auch Isaac Hernández, der im wahren Leben tatsächlich Balletttänzer ist und hier das erste Mal eine Hauptrolle übernimmt, empfiehlt sich für weitere Auftritte.

Gleichzeitig ist das Drama, das 2025 bei der Berlinale Weltpremiere feierte, aber ein Film, der es einem nicht leicht macht. Von Anfang an ist das hier unangenehm, fühlt man sich unwohl bei dem Aufeinandertreffen der beiden Figuren. Und das steigert sich mit der Zeit noch, wenn im späteren Verlauf die Situation außer Kontrolle gerät und die besagten Abgründe sich auftun, nimmt Dreams – Gefährliches Verlangen Thrillerelemente auf sich. Das ist schon spannend, weil man sich fragt, wie weit diese Leute noch gehen werden. Aber es tut eben auch weh, physisch wie psychisch, was sich die Menschen antun, wie grausam sie sein können und Träume sich in Alpträume verwandeln. Am Ende freut man sich irgendwie, den Film gesehen zu haben – aber auch, erst einmal keinen weiteren mehr von Franco sehen zu müssen.

Credits

OT: „Dreams“
Land: USA, Mexiko
Jahr: 2025
Regie: Michel Franco
Drehbuch: Michel Franco
Kamera: Yves Cape
Besetzung: Jessica Chastain, Isaac Hernández, Rupert Friend, Marshall Bell, Mercedes Hernández

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Dreams – Gefährliches Verlangen
fazit
In „Dreams – Gefährliches Verlangen“ beginnen eine vermögende High-Society-Unternehmerin und ein mittelloser Tänzer aus Mexiko eine Beziehung. Das Drama legt dabei zunehmend Abgründe offen, kritisiert Kapitalismus, bleibt bei den Figuren jedoch ambivalent. Das ist streckenweise schwer zu ertragen, aber doch sehr sehenswert.
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