A New Dawn
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A New Dawn
„A New Dawn“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Die Obinata Firework Factory war eine echte Institution, über Generationen hinweg hat das Familienunternehmen die Menschen mit seinen Feuerwerken erfreut. Doch die glorreiche Zeit liegt hinter ihm, die Fabrik soll einer neuen Straße weichen. Keitaro will das verhindern und kämpft darum, die alte Tradition fortzuführen. Unbeirrt harrt er in dem Gebäude aus, will auch dann nicht weichen, als die Zeit des Abrisses näherkommt. Als das Unvermeidliche kurz bevorsteht, beschließt er, das Ende wenigstens gebührend einzuleiten. Und so macht er sich an die Arbeit, das Feuerwerk seines vor Jahren verschwundenen Vaters zu vollenden und erhält dabei Hilfe von seiner Kindheitsfreundin Kaoru, die vor vielen Jahren nach Tokio gezogen ist …

Kampf um die Vergangenheit

Das Feuerwerk ist etwas, an dem sich mittlerweile die Geister scheiden. Während die einen die Lichtspiele lieben, gerade auch, wenn es darum geht, besondere Ereignisse zu feiern, und darin eine schützenswerte Tradition sehen, verweisen andere darauf, dass dies die Umwelt schädigt, Tieren Qualen bereitet und letztendlich Geldverschwendung ist. Gerade zu Silvester kommen Jahr für Jahr hierzulande Diskussionen auf, ob man nicht zumindest private Feuerwerke verbieten sollte. Wenn es nach A New Dawn geht, scheint das gar nicht notwendig zu sein. Denn hier sind Feuerwerke ein aus der Zeit gefallenes Relikt, das über kurz oder lang ein Ende findet, ohne dass man viel dafür tun muss. In einer fortschrittlichen Welt, so scheint es, hat niemand mehr Interesse an diesen alten Schauwerken.

Tatsächliche Diskussionen über das für und wider finden dabei nicht statt, das scheint hier niemanden zu interessieren. Überhaupt ist Regisseur und Drehbuchautor Yoshitoshi Shinomiya wohl kein Freund großer Worte, lässt wohl lieber die Bilder für sich sprechen. Mag sein, dass dies mit seinem beruflichen Werdegang zu tun hat: Der Japaner studierte Malerei, arbeitete später unter anderem in der Werbebranche und als Regisseur von Musikvideos. So oder so knausert er in A New Dawn an erklärenden Dialogen oder anderen Mitteln, um das Publikum in die Geschichte zu führen. Wo bei anderen Animes gern mal alles zu Tode erklärt wird, um auch ja keine Frage offen zu lassen, weiß man hier oft nicht einmal, was die Frage ist. Zu unbestimmt ist vieles, zu lückenhaft die Kontexte – wenn es sie überhaupt gibt.

Sehr schöne Optik

Das heißt nicht, dass das Anime-Drama, welches 2026 auf der Berlinale Weltpremiere hatte, nichts zu erzählen hat. Da gibt es eine Reihe von Themen, allen voran natürlich der Wettstreit zwischen Tradition und Moderne. Auch der familiäre Aspekt hat einiges zu bieten, wenn es um das Verhältnis zwischen den Brüdern geht sowie den Vater, der vor Jahren verschwunden ist. Nur führt A New Dawn das eben alles nicht wirklich aus. Immer wieder hat man den Eindruck, dass beim Schneidetisch versehentlich einige Szenen zu viel entfernt wurden, ohne dass es jemand gemerkt hätte. Der Film springt von Szene zu Szene, rauscht durch eine Geschichte, von der man erst nach und nach sagen kann, was sie überhaupt erzählen will.

Eine gewisse Frusttoleranz sollte man also mitbringen, dazu die Bereitschaft, die diversen Leerstellen entweder selbst zu füllen oder so zu akzeptieren, wie sie sind. Was die inhaltliche Schwäche jedoch ein ganzes Stück weit ausgleicht, das ist die Optik. Sicher, die Figurendesigns sind nicht sonderlich auffällig, auch wenn man hier etwas realistischer bleibt, als es bei Animes zuweilen der Fall ist. Dafür hat Studio Outrigger anderweitig erstklassige Arbeit geleistet. Gerade die Hintergründe sind sehr schön geworden, fallen zudem durch die angenehme Farbgebung auf, eine Mischung aus Realismus und impressionistischen Welten. Originell ist zudem, wie A New Dawn zwischendurch einen anderen Animationsstil einbaut und damit bewusst für einen kräftigen Bruch sorgt. Auch wenn man sich wünschen würde, dass die Geschichte etwas stärker ausgearbeitet worden wäre, allein der Bilder wegen ist das hier einen Blick wert.

Credits

OT: „Hana rokushô ga akeru hi ni“
Land: Japan, Frankreich
Jahr: 2026
Regie: Yoshitoshi Shinomiya
Drehbuch: Yoshitoshi Shinomiya
Musik: Shūta Hasunuma
Studio: Studio Outrigger

Trailer

Filmfeste

Berlinale 2026
Nippon Connection 2026
Annecy 2026

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A New Dawn
fazit
In „A New Dawn“ will ein Mann sein Feuerwerk-Familienunternehmen nicht ohne einen letzten Knall aufgeben. Die Geschichte ist interessant, aber so bruchstückhaft erzählt, dass man zwischendurch nur verwirrt ist. Die Optik ist dafür umso gelungener, gerade die Hintergründe und die Farbgebung fallen positiv auf.
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