
Eddie Kolozecik (Maximilian Brückner) sieht sich gern als knallharten Polizisten, der mit harter Hand dafür sorgt, dass in München Recht und Ordnung herrscht. Dabei kennt er jedoch keine Grenzen, verliert immer mal wieder das Auge für das richtige Maß. Und so landet der Hauptkommissar nach einer demütigenden Degradierung beim Streifendienst. Dort will er nicht lange bleiben, das ist klar. Er ist auch bereit, richtig dafür zu ackern und versucht, noch vor dem offiziellen Dienstbeginn als verdeckter Ermittler ein paar Kleinkriminelle festzusetzen. Dabei stößt er jedoch mit dem Obdachlosen Adam Einmiller (Günther Maria Halmer) zusammen, der gerade aus einer Kirchenkollekte gestohlen hat und verliert seine Waffe. Zu seiner Überraschung stellt sich heraus, dass seine Mutter Maria (Jutta Speidel) diesen kennt …
Rückkehr zum Berieselung-TV
Zwar ist der Sommer hierzulande noch nicht vorbei, bei den aktuellen Temperaturen wird das sicherlich noch eine ganze Weile dauern. Umso bemerkenswerter ist, wie früh das öffentlich-rechtliche Fernsehen die Sommerpause dieses Jahr beendet. Nun geht es auch mit „Freitag im Ersten“ weiter. Dort positioniert die ARD das eine oder andere Drama. Vor allem aber leichte Komödien sind auf dem Programmplatz angesagt. Um eine solche handelt es sich auch bei Servus Eddie: Spätes Glück. Zwar könnte man bei dem Beruf des Protagonisten erwarten, dass das hier ein Krimi ist. Hinzu kommt, dass Regisseur und Co-Autor Felix Karolus vor allem in dem Genre unterwegs ist, zuletzt war von ihm Polizeiruf 110: Goldraub zu sehen. Das weckt Erwartungen, die nicht erfüllt werden.
Ebenfalls Erwartungen weckt aber der Blick auf den Namen der Co-Autorin. Putzi von Adamo, das klingt schon sehr nach einem Pseudonym. Und wenn jemand fürs deutsche Fernsehen arbeitet, den eigenen Namen aber nicht verwenden möchte, dann ist das kein gutes Zeichen. Servus Eddie: Spätes Glück ist tatsächlich ein recht mäßiger Film geworden, wenngleich er nicht unbedingt schlechter ist als andere Sachen, die man sonst in diesem Bereich zu sehen bekommt. Denn gerade am Freitagabend wimmelt es von belangloser Berieselung, die einen vielleicht auf das anstehende Wochenende einstimmt. Man bekommt zumindest den Kopf frei. Als Einschaltgrund ist das jedoch ein bisschen dünn, und so eben auch hier.
Unausgegoren
Dabei hat man hier schon versucht, auch etwas mehr Stoff anzubieten und ernste Themen anzuschneiden. So ist die Geschichte um Adam eine recht tragische. Wenn wir später erfahren, was da in seinem Leben vorgefallen ist, sieht man nicht nur ihn mit einem anderen Auge. Allgemein ist Servus Eddie: Spätes Glück schon eine Art Plädoyer, Obdachlosigkeit nicht zu verteufeln und den Betroffenen eine Menschlichkeit zuzugestehen. Sonderlich in die Tiefe geht das hier aber nicht, man setzt sich mit dem Thema nur wenig auseinander. Und das gilt auch für den zweiten Punkt. So leidet Maria unter einer Angststörung, die sie an ihre Wohnung fesselt. Seit Jahren hat sie diese nicht mehr verlassen, wie das Publikum erfährt. Auch das wäre es wert gewesen, sich das alles etwas genauer anzuschauen. Aber es bleibt ein Detail unter vielen, ist am Ende eigentlich überflüssig.
Stattdessen versucht sich der Film an Humor. Und dieser ist mal wieder sehr schwach ausgefallen. Schon der Einstieg macht einem kaum Lust, wirklich bis zum Ende dranzubleiben. Auch im Anschluss wird es nicht besser, da kommen diverse Tiefpunkte wie etwa das Aufeinandertreffen von Maria und Eddies neuer Freundin, die nur Frau Schröder (Marlene Morreis) genannt wird. Maximilian Brückner spielt wie schon in Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang vor einigen Wochen einen Mann, der dauernd Grenzen überschreitet und trotzdem Sympathieträger sein soll. Tatsächlich ist der Protagonist aber auch hier eher ein Grund zum Abschalten. Insgesamt kann man sich Servus Eddie: Spätes Glück daher getrost sparen und das Ende des Sommerlochs ignorieren.
OT: „Servus Eddie: Spätes Glück“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Felix Karolus
Drehbuch: Felix Karolus, Putzi von Adamo
Musik: Andrej Melita
Kamera: Wolfgang Aichholzer
Besetzung: Maximilian Brückner, Günther Maria Halmer, Jutta Speidel, Marlene Morreis, Gerhard Wittmann, Ercan Karacayli
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