
Als der Podcaster Mikael Medin tot aufgefunden wird, steht die Polizei vor einem Rätsel. Wer könnte ihn nur umgebracht haben? Eine Spur führt dabei zu dem Alpha-Male-Influencer Victor Roos (Oscar Skagerberg), dessen Anhänger der Tote war. Außerdem könnte der Fall mit dem mysteriösen „Balkonmann“ zusammenhängen, der in die Wohnungen von Frauen einbricht, um diese zu filmen. Der ehemalige Mordkommissionschef Martin Beck (Peter Haber) geht in der Abteilung für Sexualdelikte dieser Geschichte nach. Dessen Enkel Vilhelm (Valter Skarsgård) glaubt aber nicht daran, dass der unbekannte Mann auch der Mörder ist. Und so begibt er sich wieder auf einen Alleingang, um nach der Wahrheit zu suchen …
Und schon wieder ein Alleigang …
Kommissar Beck ist wieder da! Insgesamt vier neue Folgen umfasst die zehnte Staffel des schwedischen Krimidauerbrenners, der hierzulande im ZDF ausgestrahlt wird. Den Auftakt machte vergangene Woche Vilhelm, wo der gleichnamige Enkel der Titelfigur im Mittelpunkt stand. Dabei ging es um einen Steuerberater, der in seiner Wohnung ermordet wurde. Zunächst war die Polizei davon überzeugt, dass es sich um einen Raubmord handelte. Doch dank des Streifenpolizisten, der auf eigene Faust ermitteln konnte, wurde die Wahrheit aufgedeckt. Mit Der unsichtbare Mann geht es nun weiter und man darf beim Anschauen der Folge diverse Déjà-vu-Erlebnisse haben, wenn erneut der junge Mann die Ermittlungen an sich reißt.
Eigentlich hätte man da davon ausgehen dürfen, dass der junge Mann sich jetzt endlich mal am Riemen reißt. Schließlich wurde er in der vergangenen Folge befördert und ist nun offiziell Teil der Mordkommission. Anstatt das aber als Chance zu nutzen, nervt er in Kommissar Beck: Der unsichtbare Mann schon wieder mit Alleingängen. Das ist nicht nur ärgerlich, weil das damit verbundene Drama mal wieder vom Fall ablenkt. Es ist zudem langweilig, wenn das Drehbuchteam noch nicht einmal versucht, das Szenario vom Auftakt zu variieren. Das ist nicht unbedingt ein Zeichen für Kreativität. Zwar gibt es dieses Mal immerhin Schelte vom Opa, der wieder pro forma auftaucht, damit die Reihe ihren Titel behalten darf. Aber es macht nicht unbedingt Lust auf weitere Geschichten, zumal das Team wieder einen weniger guten Eindruck macht.
Wichtiges Thema, einfallslos umgesetzt
Die Geschichte mit dem Balkonmann und auch dem umstrittenen Influencer ist auch so eine Sache. Auf der einen Seite sind die Themen natürlich wichtig und werden leider nicht weniger aktuell. Beispiele dafür, wie Männer sich gegenseitig bei ihren frauenverachtenden Ansichten unterstützen und damit teilweise sogar jede Menge Geld machen, gibt es schließlich genügend. Aber das Thema ist in Krimis gerade überall, ohne dass die einzelnen Titel wirklich etwas beizutragen haben. Irgendwie sagen sie alle dasselbe, Kommissar Beck: Der unsichtbare Mann wird dadurch recht austauschbar. Zumal man hier auch den Holzhammer schwingt. Wenn es an einer Stelle heißt, dass Männer Angst haben, von Frauen ausgelacht zu werden, während Frauen Angst haben müssen, von Männern ermordet zu werden, ist das sicher nicht falsch. Aber es ist eben auch sehr plakativ.
Der Fall an sich ist dabei wie in der letzten eigentlich gar nicht so uninteressant. Zumindest teilweise geht die Geschichte in eine andere Richtung, als man das erwarten konnte. Aber das ist dann doch nicht genug, um die übrigen Schwächen auszugleichen. Wie diverse andere nordische Krimireihen, die im ZDF gezeigt werden, ist auch Kommissar Beck: Der unsichtbare Mann kein wirklich gelungenes Genrebeispiel. Wer noch immer ein Fan dieser Filme ist, kann natürlich reinschalten. Der Rest hofft auf bessere Beiträge in der Zukunft. Nächstes Mal geht es in Aus der Asche um einen Frontmann einer Heavy-Metal-Band, der den Glauben fand – und den Tod.
OT: „Beck: Den osynlige mannen“
Land: Schweden, Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Per Hanefjord
Drehbuch: Fredrik Agetoft, Peter Arrhenius
Vorlage: Maj Sjöwall, Per Wahlöö
Musik: Adam Nordén
Kamera: Calle Persson
Besetzung: Peter Haber, Jennie Silfverhjelm, Valter Skarsgård, Martin Wallström, Måns Nathanaelson, Elmira Arikan, Nina Zanjani, Dilan Gwyn, Oscar Skagerberg, Sofia Pekkari, Elinor Silfversparre
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