
Liebe? Das ist für Elsa (Matilde Gioli) kein Thema. Schließlich ist sie genug damit beschäftigt, als alleinerziehende Mutter das Landgut Le Giuggiole zu führen, das sie mit ihrer jüngeren Schwester Giada (Amanda Campana) und mit ihrer Mutter Mariana (Cecilia Dazzi) betreibt. Da bleibt keine Zeit, sich nach einer Beziehung umzusehen. Aber das muss sie auch nicht, da ganz ohne ihr Zutun ihr Jugendfreund Michele (Cristiano Caccamo) in die alte Heimat zurückkommt. Aus diesem ist richtig etwas geworden, er hat in Mailand eine große Karriere gemacht. Seine Rückkehr bringt einiges durcheinander, so ganz weiß Elsa nicht, was sie mit der Situation anfangen soll. Dabei ahnt sie nicht, dass Michele aus einem weniger romantischen Grund wieder da ist …
(Nicht) auf der Suche nach Liebe
Zuletzt hat Amazon Prime Video bei den neuen Filmen auf actionreiche Stoffe gesetzt. Ob in Balls Up zwei verhinderte Kondomverkäufer auf der Flucht sind, in Pretty Lethal – Schön tödlich Ballerinen gegen Verbrecher kämpfen oder in Agent Zeta ein Geheimagent eine Reihe von Morden aufklären musste, da war schon ordentlich was los. Wem das alles zu hektisch und anstrengend war, für den bringt der Streamingdienst mit Kein Ort für Singles ein absolutes Kontrastprogramm heraus. Schließlich nimmt einen der italienische Film mit auf eine Reise in die Toskana und lädt das Publikum dazu ein, ein bisschen die Seele baumeln zu lassen. Action gibt es hier keine. Überhaupt muss man die Handlung mit einer Lupe suchen, da nicht wirklich viel passiert.
Das ist aber erst einmal nicht verkehrt. Die Qualität eines Films hängt nicht zwangsläufig von der Handlung ab. Es gibt auch ganz andere Faktoren, mit denen man punkten kann. Die Adaption des 2022 veröffentlichten Romans von Non è un paese per single von Felicia Kingsley versucht es mit Gefühlen. Dass die Komödie in eine romantische Richtung geht, ist nicht wirklich ein Geheimnis. Schon der Titel Kein Ort für Singles greift vorweg, dass es darum geht, wie jemand die Liebe findet. Die erste Begegnung der beiden Hauptfiguren lässt auch nicht wirklich einen Zweifel daran, dass da zwei Menschen füreinander bestimmt sind – selbst wenn diese das nicht wissen. Spannend ist das dann weniger, man weiß hier eigentlich die ganze Zeit, wie das weitergehen wird. Überraschungen? Fehlanzeige.
Schön ambitionslos
Der Zielgruppe wird das egal sein. Oft sieht man sich die Filme genau deshalb an, weil sie das Erwartbare liefern und am Ende behauptet wird, dass alles schon gut ausgehen wird. Die Figuren sind auch eher weniger ambitioniert. Zwar ist die Protagonistin nicht selbst auf der Suche nach Liebe, ihr Leben ist so schon sehr voll. Dennoch: Kein Ort für Singles legt schon sehr ans Herz, dass niemand komplett ist, wenn da nicht jemand in einer traditionellen Zweierbeziehung lebt. Die italienische Produktion befürwortet dann doch die klassischen Bilder, selbst wenn die Protagonistin hier als Leiterin eines Landguts mehr ist als die Damsel in Distress. Wem das reicht, kann sich das hier natürlich anschauen.
Der eigentliche Grund, sich den Film anzuschauen, ist sowieso mal wieder die Optik. So geben Matilde Gioli (Vier Gäste) und Cristiano Caccamo (Unter der Sonne Ricciones) schon ein sehr attraktives Paar ab, selbst wenn ihre Figuren sich dagegen wehren. Und dann wäre da noch das Setting. Die idyllische Landschaft in der Toskana mit den kleinen Dörfern und den Weinbergen bietet so viel fürs Auge, dass das Gehirn dann gern eine Weile abschalten kann. Hier heißt es zu genießen, nicht nachzudenken. Das tut dann entsprechend alles nicht weh, ist aber auch nicht so anregend, dass man das unbedingt sehen müsste. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich im Anschluss an Kein Ort für Singles noch einmal an etwas erinnert, ist gering. Das hier ist trotz der urigen Kulissen eine reine Fabrikarbeit.
OT: „Non è un paese per single“
IT: „No Place to be Single“
Land: Italien
Jahr: 2026
Regie: Laura Chiossone
Drehbuch: Alessandra Martellini, Giulia Magda Martinez, Matteo Visconti
Vorlage: Felicia Kingsley
Musik: Stefano Ratchev, Mattia Carratello
Kamera: Valerio Evangelista
Besetzung: Matilde Gioli, Cristiano Caccamo, Amanda Campana, Sebastiano Pigazzi, Cecilia Dazzi, Margherita Rebeggiani, Marco Cocci, Bebo Storti
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