Kritik

Flash Gordon

„Flash Gordon“ // Deutschland-Start: 25. Februar 1981 (Kino) // 13. August 2020 (DVD/Blu-ray)

Als Sportler kann Flash Gordon (Sam J. Jones) bereits auf einige Karrierehöhepunkte zurückblicken, jedoch soll ihm schon bald eine ganz neue Herausforderung bevorstehen. Auf dem Flug zu einem Pressetermin mit der Reiseleiterin Dale Arden (Melody Anderson) machen beide, nachdem ihr Flugzeug eine Bruchlandung hinlegten musste, die Bekanntschaft mit dem Wissenschaftler Hans Zarkov (Chaim Topol), der die kürzlich auftretenden Wetterphänomene, die auch zum Absturz des Flugzeugs führten, auf einen Angriff auf den Planeten Erde zurückführt. Mithilfe einer Rakete machen die drei sich auf, um der Quelle der Angriffe auf den Grund zu gehen und landen schließlich auf dem Planeten Mungo, der unter der Führung des intergalaktischen Diktators Ming (Max von Sydow) steht. Dieser verurteilt Flash, nachdem dieser seine Soldaten angegriffen hat, zum Tode und will Dale zu seiner Konkubine machen. Jedoch kann Flash dem sicheren Tod dank Mings Tochter Prinzessin Aura (Ornella Muti) entkommen. Während er versucht, in Prinz Barin (Timothy Dalton) einen Verbündeten im Kampf gegen Ming zu finden, suchen Dale und Zarkov nach einem Ausweg aus Mings Palast. Viel Zeit bleibt ihnen allen nicht, denn nicht nur ist es Ming, der hinter den Angriffen auf die Erde steckt. Er verfolgt noch weitere, finstere Pläne …

Ein wahrer Held
Nach dem großen Erfolg den George Lucas mit Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung sowie dessen Fortsetzungen für sich verzeichnen konnte, sah der italienische Filmproduzent seine Chance gekommen, hatte er doch die Rechte an der Comicreihe um den beliebten Helden Flash Gordon, die Lucas selbst einst für sich haben wollte. Lorenzo Semple Jr., der bei der Entwicklung der Batman-Serie aus den 1960er Jahren mit Adam West und Burt Ward maßgeblich mitgewirkt hatte, schrieb das Drehbuch von Flash Gordons erstem Leinwandabenteuer. Unter der Regie von Mike Hodges entstand so eine knallbunte Comicverfilmung, die wegen ihrer opulenten Ausstattung, ihrer Musik und nicht zuletzt ihrer Extravaganz über die Jahre einen berechtigten Kultstatus erlangte.

Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Comicverfilmungen sich nicht nur viel zu ernst nehmen, sondern sich zudem einer eher zweifelhaften Definitionen eines Helden bedienen, wirkt jemand wie Flash Gordon schon fast erfrischend anachronistisch. Sam J. Jones spielt wie kein anderer denn „all-American hero“, einen sportlichen, nie auf den Mund gefallenen Protagonisten, dem seine Fähigkeiten als Footballspieler auch außerhalb des Spielfeldes gute Dienste leisten, wenn es gegen Angreifer von anderen Planeten geht. Gordon steht für amerikanische Werte, für den Amerikanischen Traum, bevor dieser gänzlich korrumpiert wurde, für Freiheit und Brüderlichkeit, was ihn zu einer echten Bedrohung für jemanden wie Ming macht.

Gordons Kampf ist gleichzeitig ein Freiheitskampf, ist er doch Überbringer eben jener Werte über den Planeten Erde hinaus. Das mit faschistoiden Zügen ausgestattete Regime eines Imperator Ming, den Max von Sydow mit einer gelassenen Bösartigkeit spielt, ist der Gegner dieser Werte, die gleichsam Gordons Superkraft definieren.

Extravagant und opulent
Während die Welt in vielen anderen Comicverfilmungen eher düster und grau daherkommt, ist die von Flash Gordon knallbunt, opulent und wirkt teilweise wie das Äquivalent zur Disco-Welt der 70er und 80er Jahre. Die einzelnen Sets haben immer etwas stark Opernhaftes, was man auch an den nicht weniger prachtvollen und extravaganten Kostümen sieht. Alleine Max von Sydows Kostüme betonen wirkungsvoll den Nimbus als drakonischer Herrscher und erinnern bisweilen an Christopher Lees Auftritte als Fu Manchu. Gerade durch die neue 4K Restauration kommt die Farbenpracht und die Opulenz von Flash Gordon besonders gut zur Geltung und wird den Comic-Wurzeln der Geschichte gerecht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Films ist die Musik, die von der Rockband Queen und Komponist Howard Blake eingespielt wurde. Alleine das Flash-Thema, gesungen von Freddie Mercury, ist die passende Untermalung des Heroischen sowie des Pathos, der hier Hand in Hand geht.

Credits

OT:Flash Gordon“
Land: USA, UK, Niederlande
Jahr: 1980
Regie: Mike Hodges
Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.
Musik: Queen, Howard Blake
Kamera: Gilbert Taylor
Besetzung: Sam J. Jones, Melody Anderson, Ornella Muti, Max von Sydow, Chaim Topol, Timothy Dalton, Brian Blessed

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Flash Gordon
"Flash Gordon" von Mike Hodges ist eine prachtvolle, extravagante Comicverfilmung, deren Reiz besonders durch die jüngst erschienene 4K-Restauration voll zur Geltung kommt. Sehr unterhaltsam und toll ausgestattet wünscht man sich bisweilen jene Zeit zurück, als Superheldenfilme einfach nur unterhalten wollten und Spaß machten.
7von 10

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