© 2025 I Fell in Love with Z-grade Director in Brooklyn Production Committee

I Fell in Love With a Z-Grade Director in Brooklyn

„I Fell in Love With a Z-Grade Director in Brooklyn“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

In Japan ist Shina Mizuhara (Ui Mihara) eine gefeierte Schauspielerin, um die sich Produktionsfirmen und Regisseure reißen. Doch der Starrummel und die austauschbaren Projekte, an denen sie beteiligt ist, haben sie längst ermüdet. Während eines Aufenthalts in New York hofft Shina auf Abstand zu ihrem Alltag – stattdessen eskaliert ein Streit mit ihrem Freund Ren (Katsunari Nakagawa), woraufhin die beiden getrennte Wege gehen.

In Brooklyn träumt Jack (Estevan Muñoz) unterdessen von einer Karriere als Regisseur. Zwar arbeitet er bereits für eine kleine Produktionsfirma, doch um sich als Filmemacher zu beweisen, will er endlich seinen ersten eigenen Film drehen. Kurz vor Beginn der Dreharbeiten springt jedoch eine Darstellerin ab, weshalb Jack fieberhaft nach Ersatz suchen muss.

Schließlich kreuzen sich die Wege von Jack und Shina. Trotz Sprachbarriere verstehen sich die beiden überraschend gut – nicht zuletzt dank der Übersetzungsapp auf Jacks Handy. Shina erklärt sich bereit, in seinem Low-Budget-Film mitzuspielen, während Jack ihr im Gegenzug eine Unterkunft anbietet. Was zunächst nur eine pragmatische Abmachung ist, entwickelt sich zunehmend zu einer engeren Verbindung. Zwischen improvisierten Dreharbeiten und langen Nächten in Brooklyn kommen sich Jack und Shina langsam näher.

Träume und der harte Boden der Realität

Jeder, der schon einmal einen Film von Regisseur Kenichi Ugana gesehen hat, bemerkt die Affinität des Japaners zum Underground- und Independentfilm. Extraneous Matter – Complete Edition, The Gesuidoz oder zuletzt We Are Aliens sind Beispiele für Uganas Leidenschaft für diese sehr spezielle Art des Filmemachens, die sich gegen die Kommerzialität des Studiosystems richtet. Uganas Filme sind technisch oder narrativ nicht immer perfekt, dafür aber stets sehr persönlich, voller Leidenschaft und überaus kreativ, wenn es darum geht, Lösungen für bestimmte Probleme zu finden. Gerade diese Aspekte des Indie- und Undergroundkinos imponieren Ugana, weshalb er ihnen mit seinem neuen Werk I Fell in Love With a Z-Grade Director in Brooklyn einen filmischen Liebesbrief widmet. Folglich ist der Film, der auf der Nippon Connection 2026 zu sehen sein wird, das bislang zugänglichste und zugleich romantischste Werk Uganas – eine Liebesgeschichte in mehr als nur einer Hinsicht.

Der Zusammenstoß zweier Kulturen ist in I Fell in Love With a Z-Grade Director in Brooklyn zentraler Bestandteil der Geschichte. Jack und Shina repräsentieren zwei sehr unterschiedliche Karrieren innerhalb von Filmsystemen, die kaum gegensätzlicher sein könnten, aber jemandem wie Ugana sicherlich vertraut sind. Der Prolog, der kurz die Biografien und Träume der beiden Protagonisten skizziert, zeigt auf der einen Seite das japanische Studiosystem und auf der anderen das Underground- beziehungsweise Independentkino, das gerade in Metropolen wie New York eine lange Tradition besitzt. Auch wenn sich Ugana dabei eine gewisse stilistische Überhöhung und Übertreibung erlaubt, verweist er auf einige interessante Wahrheiten – etwa die Tendenz zum Typecasting in der japanischen Filmindustrie oder die Ausbeutung eines Idealisten wie Jack. Hier erlaubt sich I Fell in Love With a Z-Grade Director in Brooklyn die ein oder andere satirische Spitze, während andere Aspekte, etwa die Affinität zur Improvisation bei Pannen oder Problemen, wiederum romantisiert werden. Uganas Film spiegelt viele der harten Wahrheiten beider Systeme wider, betont jedoch immer wieder seine romantische Perspektive auf Träumer und Idealisten, deren Kreativität mehr als alles andere dazu beiträgt, dass weiterhin Kunst entsteht.

Liebe, creepy girls und Blutfontänen

I Fell in Love With a Z-Grade Director in Brooklyn lediglich als Liebesbrief an eine bestimmte Form des Filmemachens zu verstehen, würde jedoch zu kurz greifen. Ugana gelingt eine Verbindung seiner Leidenschaft für dieses Kino mit den Konventionen der romantischen Komödie, für die er mit New York kaum eine passendere Kulisse hätte wählen können. Zwischen visuellen Referenzen an George A. Romero und Takashi Shimizu wirken die Dialoge und Szenen zwischen Jack und Shina bisweilen wie Anspielungen auf Harry und Sally, die Filme Woody Allens – insbesondere Manhattan – oder Frances Ha. Eine längere Montage widmet sich Jacks und Shinas Ausflug durch die Stadt, während dessen sie bekannte wie auch weniger bekannte Orte der Metropole besuchen, was schließlich in einer Überquerung der Brooklyn Bridge mündet – ein weiteres Bild für die aufkeimende Liebe zwischen den beiden sowie für die Leidenschaft, die sie antreibt.

Romantik, Idealismus und vor allem Träume sind letztlich auch die eigentlichen Katalysatoren des Films. Augenscheinlich mag Jacks Werk eine trashige, dürftig erzählte Horrorklamotte sein, die vor allem ein Spiegel seiner Lieblingsfilme ist und wie eine Mischung aus Street Trash und Ju-on wirkt. Ugana interessiert sich jedoch weniger für den eigentlichen Film, den Jack dreht, sondern vielmehr für die Menschen dahinter. Der Regieassistent versucht mit einer improvisierten Ausrede einen Polizisten davon zu überzeugen, dass selbstverständlich eine Drehgenehmigung vorliegt, während im Hintergrund bereits die nächste Blutfontäne vorbereitet wird. Jack und Shina mögen zwar im Zentrum der romantischen Komödie stehen, doch Ugana besitzt ebenso viel Sympathie für die Kameradschaft einer Crew, deren Improvisationsgeist und schnelle Lösungen das Gegengewicht bilden zu all den deprimierenden Realitäten des Filmgeschäfts.

Credits
OT: Burukkurin de Z kyu kantoku to koi ni ochita watashi
Land:
Japan
Jahr:
2025
Regie:
Kenichi Ugana
Drehbuch: Kenichi Ugana
Kamera: Yuki Teshima
Musik: Zoe Allaire Reynolds
Besetzung: Ui Mihara, Estevan Muñoz, Katsunari Nakagawa, Lloyd Kaufman, Larry Fessenden

Bilder

Trailer

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Fantasia International Film Festival 2025
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I Fell in Love With a Z-Grade Director in Brooklyn
fazit
„I Fell in Love With a Z-Grade Director in Brooklyn“ ist Kenichi Uganas bislang zugänglichster und romantischster Film. Die romantische Komödie versteht sich zugleich als Liebeserklärung an all jene kreativen Menschen im Filmgeschäft, die sich trotz aller Widrigkeiten ihre Träume, ihren Idealismus und ihre Leidenschaft bewahrt haben. Ugana gelingt dabei ein ungewöhnlich warmherziger und cinephiler „Feel-Good“-Film.
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