
Als das Drum ’n’ Bass-Festival in dem beschaulichen Städtchen Halt macht, sorgt nicht nur die laute Musik für jede Menge Trubel. Auch der Mord an Vince „Apollo“ Scully (Barnie Duncan), ebenso gefeierter wie streitbarer Frontmann des Duos „Star Scraper“, bringt Chaos mit sich. Chefinspektor Mike Shepherd (Neill Rea), Kristin Sims (Fern Sutherland) und D. C. Daniel Chalmers (Jarod Rawiri) versuchen herauszufinden, wer den Toten derart gehasst haben könnte. Dabei finden sich einige Kandidaten und Kandidatinnen. So war es kurz vorher zu einem Eklat auf der Bühne gekommen. Unter anderem werden Anaru (Scott Cotter), der mit Vince auftrat und mit dessen Ex-Freundin Serena (Renaye Tamati) zusammen ist, Roadie Ricky (Patrick Tafa) und Lisa (Kim Crossman) befragt, die sich mit einer Polizistin angelegt hatte …
Stimmungsvoller Einstieg
Als Fan von Brokenwood – Mord in Neuseeland muss man hierzulande immer ein wenig Geduld mitbringen. Nicht nur, dass die Ausstrahlung in Deutschland der im Heimatland Jahre hinterherhinkt, die aktuell im Ersten ausgestrahlte achte Staffel lief in Neuseeland bereits 2022. Auch zwischen den einzelnen Folgen vergeht richtig viel Zeit. So wurde im Januar bereits Von der Wiege bis ins Grab ausgestrahlt, die erste Episode der besagten Staffel. Damals ging es um eine Mumie, die aus einem ägyptischen Sarkophag stieg, was nicht nur für die Anwesenden eine große Überraschung war. Seither war aber Warten angesagt, zumal sich auch der DVD-Release um zwei Monate nach hinten verschoben hat. Mit Der Todesengel kommt nun endlich die zweite Folge. Dafür hat sich die Wartezeit wieder gelohnt.
Eine Spezialität der Reihe ist, dass schon der Fund der Leiche irgendwie aus dem Rahmen fällt. In der Vergangenheit ging es beispielsweise um Folterstühle oder eine Filmrolle, mit der jemand in einem Kino erdrosselt wird. Ganz so ausgefallen wird es diesmal zwar nicht. Aber es ist doch stimmungsvoll, wenn wir uns hier auf einem Musikfestival herumtreiben, wo diverse eigenwillige Gestalten herumtreiben. Brokenwood – Mord in Neuseeland: Der Todesengel nutzt das auch wieder zu humoristischen Zwecken, eine zweite Besonderheit der Reihe. Das fängt schon damit an, dass das Polizeiteam nichts mit dieser Musikrichtung anfangen kann und sich wie in einer fremden Welt fühlt. Die Reihe hat es perfektioniert, immer wieder schräg zu sein, ohne dabei zu einer dieser dümmlichen Provinzkrimikomödien zu werden, wie sie hierzulande gedreht werden.
Auch als Krimi sehenswert
Zumal die Filme zuweilen auch richtig tragisch werden können, wenn wir mehr über die Figuren erfahren. Das trifft auf Brokenwood – Mord in Neuseeland: Der Todesengel definitiv zu. So war der Tote beliebt, hat aber regelmäßig andere Menschen wie Dreck behandelt, ein echter Star eben. Und das bedeutet, dass da unterwegs so einiges kaputtgegangen ist und so manche Leute Verletzungen davongetragen haben. Zu viel sollte man bei der Figurenzeichnung nicht erwarten, da fehlte dann doch der zeitliche Raum, um wirklich alle zu vertiefen. Der Tote selbst ist nicht mehr als ein Stereotyp. Aber es ist doch genug, damit man bei den Figuren mitfühlen kann, gerade zum Ende hin, wenn die Wahrheit herauskommt und das Publikum erfährt, wer was warum getan hat.
Die Geschichte nimmt dabei wie immer diverse Wendungen. Denn auch das trägt zur Unterhaltung bei: Die Filme machen nicht nur Spaß, sondern sind als Krimiebenfalls sehenswert. Brokenwood – Mord in Neuseeland: Der Todesengel arbeitet da mit Erwartungen der Zuschauer und Zuschauerinnen, wenn naheliegende Annahmen sich als falsch erweisen und Zufälliges doch geplant war. Wer nach den vielen mittelmäßigen Krimis im deutschen Fernsehen der letzten Zeit wieder einen guten Vertreter sehen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Nächstes Mal geht es in Vom Funken zur Flamme um einen Mord in einer Strandsiedlung.
OT: „Brokenwood Mysteries: Death n’ Bass“
Land: Neuseeland
Jahr: 2022
Regie: Mike Smith
Drehbuch: Timothy Balme, James Griffin
Musik: Joel Haines
Kamera: Marty Smith
Besetzung: Neill Rea, Fern Sutherland, Jarod Rawiri, Cristina Serban Ionda, Karl Willetts, Tracy Lee Gray, Peter Tait, Phil Peleton, Kimberley Crossman, Patrick Tafa, Caleb Wells, Barnie Duncan, Scott Cotter, Renaye Tamati
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