
Der US-Amerikaner Brad Brunheimer (Michael Saccente) ist eigens nach Neuseeland gereist, um dort an der Spoof-Weltmeisterschaft teilzunehmen, einem Glücksspiel rund um Münzen und Bluffen. Dabei war er erfolgreich, den Titel hat er gewonnen. Dafür hat er aber sein Leben verloren, die Leiche des Manns wurde bei einem Springbrunnen gefunden. Wer könnte ihn aber auf dem Gewissen haben? Chefinspektor Mike Shepherd (Neill Rea), Kristin Sims (Fern Sutherland) und D. C. Daniel Chalmers (Jarod Rawiri) gehen dieser Frage nach und schauen sich zu dem Zweck in dem Spoof-Umfeld genauer um. Doch ob Tane (Te Kohe Tuhaka), Pablo (Byron Coll), Quentin (Jordan Mooney) oder Vita (Amy Usherwood), niemand kann ihnen etwas zur Auflösung sagen …
Eine etwas andere Weltmeisterschaft
Und schon ist es wieder vorbei mit Brokenwood – Mord in Neuseeland. Nachdem Anfang des die achte Staffel der neuseeländischen Krimireihe mit Von der Wiege bis ins Grab eingeleitet wurde, wo es um eine erst lebendige dann wieder tote Mumie ging, mussten Fans lange auf die verbleibenden drei Folgen warten. Dafür wurden die jetzt überraschend schnell hintereinander von der ARD ausgestrahlt. In Der Todesengel wurde der Frontman einer Band getötet, danach erwischte es in Vom Funken zur Flamme eine Frau, die auf Krach allergisch reagierte. Mit Für eine Handvoll Münzen kommt nun der vierte von vier Filmen. Und dieser ist wieder unterhaltsamer geworden als der vorangegangene.
Das liegt maßgeblich an dem Milieu, in dem die Geschichte spielt. Die Reihe ist ja für ihren Humor bekannt, der sich oft in den schrägen Figuren äußert. Spoof ist da natürlich ein gefundenes Fressen. Eine Weltmeisterschaft, bei der es um das Erraten von Münzen geht? Das ist alles andere als alltäglich. Gut möglich, dass hierzulande viele vor den Fernsehern auch noch nie davon gehört haben. Durch diesen laufen in Brokenwood – Mord in Neuseeland: Für eine Handvoll Münzen die sonderbarsten Gestalten herum, die zudem aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen. Wo etwa bei einem Fußballturnier die Teilnehmenden notgedrungen viele Gemeinsamkeiten aufweisen, ist das hier anders. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie diesem Zeitvertreib nachgehen.
Spaßiger Abschluss
Ansonsten handelt es sich aber wie immer um einen traditionellen Whodunit-Krimi. Anderthalb Stunden lang sucht das Team nach der Wahrheit. Das bedeutet hier in erster Linie, dass verschiedene Leute befragt werden, die entweder ein Motiv haben oder anderweitig mit der Geschichte zu tun haben. Brokenwood – Mord in Neuseeland: Für eine Handvoll Münzen ist schon ein recht dialoglastiger Genrevertreter. Manchen könnte das zu viel sein, die Handlung ist überschaubar. Es kommt auch wenig Spannung auf, da man hier nie das Gefühl hat, es könnte noch jemand anderes sterben. Neugierig auf die Auflösung darf man hingegen schon sein, da wie üblich viele schamlos lügen und man deshalb nicht weiß, was man überhaupt glauben darf.
Die finale Erklärung funktioniert. Zwar ist diese nicht so wahnsinnig einfallsreich und arbeitet mal wieder mit einem Kurzschlussmoment, wie er in Krimis inzwischen inflationär gebraucht wird. Anders als bei vielen Konkurrenzveranstaltungen wird bei Brokenwood – Mord in Neuseeland: Für eine Handvoll Münzen das Ganze aber sauber hergeleitet und ist zum Schluss auch nachvollziehbar. Die große Genrekunst mag das nicht sein, es gibt keine komplexen Rätsel. Inhaltlich relevant ist das auch weniger. Aber es macht eben Spaß und ist ein würdiger Abschluss der Staffel. Der einzige Wermutstropfen: Jetzt heißt es wieder lange warten, bis die nächste Staffel zu uns kommt.
OT: „Brokenwood Mysteries: Three Coins in a Fountain“
Land: Neuseeland
Jahr: 2022
Regie: David de Lautour
Drehbuch: Timothy Balme
Musik: Joel Haines
Kamera: Marty Smith
Besetzung: Neill Rea, Fern Sutherland, Jarod Rawiri, Cristina Serban Ionda, Karl Willetts, Jordan Mooney, Te Kohe Tuhaka, Byron Coll, Andrew Grainger, Bree Peters
Amazon (DVD „Brokenwood – Mord in Neuseeland: Staffel 8“)
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