
Auch wenn der Name „Pink Rose“ eigentlich ganz nett klingt, steckt dahinter doch ein gnadenloser Menschenhändlerring, der Frauen weltweit in die Prostitution verkauft – darunter auch Minderjährige. Doch damit könnte nun Schluss sein, die Anführerin Maria Weinert (Susanne Wuest) steht vor Gericht, wo sie sich für die unzähligen Verbrechen verantworten soll. Noch bevor es aber zu einem Urteil kommt, gelingt Weinert die Flucht. Die Zielfahnder Hanna Landauer (Ulrike C. Tscharre) und Lars Röwer (Hanno Koffler) sollen sie nun wieder einfangen. Die Spur führt die beiden nach Malta und dem Schönheitschirurgen Hendrik Meingast (Godehard Giese) sowie dessen Frau Ursel (Kim Riedle). Könnte sie sich ein neues Aussehen verpassen, um untertauchen zu können?
Vierter Teil der Thrillerreihe
Im deutschen Fernsehen gibt es bekanntlich unzählige Krimi- und Thrillerreihen, gerade auf öffentlich-rechtlichen Sendern laufen diese quasi in Dauerschleife. Wobei es aber zum Teil gewaltige Unterschiede gibt, wie oft diese Genrebeiträge denn fortgesetzt werden. Während manche davon mehrfach pro Jahr neue Filme spendiert bekommen, muss man bei anderen sehr viel länger warten. Ein Beispiel für Letzteres ist Zielfahnder. Los ging es 2016 mit Flucht in die Karpaten, rund drei Jahre später folgte Blutiger Tango. Erst im Februar 2024 kam dann mit Polarjagd ein dritter Teil heraus. Im Vergleich dazu ging es bei Kalte Sonne fast schon flott, das nach etwas mehr als zwei Jahren Wartezeit zum vierten Mal dazu einlädt, dem Duo bei der Arbeit zuzusehen.
Die Filme unterscheiden sich dabei deutlich von den meisten, die sonst so in diesem Segment gezeigt werden. Oft geht es doch darum herauszufinden, wer ein bestimmtes Verbrechen begangen hat. Wenn die zwei im Einsatz sind, steht das aber schon fest. Ihre Aufgabe ist es, diese Kriminellen zu jagen und festzunehmen. Das macht sie automatisch mehr zu Thrillern als zu Krimis. Bei Zielfahnder: Kalte Sonne ist das nicht anders. Theoretisch gibt es zwar schon noch einen Rätselanteil, wenn herausgefunden werden muss, wohin sich die Verdächtigte abgesetzt hat und ob der Schönheitschirurg mitmischt. Aber das ist so dünn, dass man das getrost ignorieren kann. Hier müssen nicht erst Antworten gefunden werden. Die sind überwiegend da.
Nicht sonderlich interessant
Die Spannung bei diesen Filmen liegt dann auch weniger in der Rekonstruktion des Vergangenen, sondern der Frage, was noch alles geschehen wird. Werden es die beiden schaffen, die Verbrecherin wiedereinzufangen? Und kommen sie heil aus der Sache heraus? Schließlich ist die Gegenseite völlig skrupellos. Wer Minderjährige zu Prostituierten macht, der tötet auch erwachsene Menschen. Da das Ganze aber eine fortlaufende Reihe ist, sind diese Fragen eher hypothetischer Natur. Man weiß bei Zielfahnder: Kalte Sonne natürlich schon im Groben, worauf das alles hinauslaufen wird. Nennenswerte Überraschungen sollte man hier nicht erwarten. Die Geschichte selbst ist jetzt auch nicht wirklich interessant geworfen. Es gab einfach so viele Beiträge rund um Menschenhandel, dass das hier einfach nicht genug zu erzählen hat. Die Gegenspielerin selbst trägt ebenso wenig dazu bei, dass der Film in Erinnerung bleibt.
Das heißt dann aber nicht, dass der Film schlecht ist. So lockt er unter anderem mit dem Setting, wenn die zwei auf ihrer Jagd gut herumkommen. Dann ist er um einiges actionreicher, als es die meisten deutschen TV-Produktionen sind. Es wird schon richtig physisch, gerade auch in den brenzligen Situationen. Die privaten Momente, wenn es im Leben von Landauer dramatischer wird, hätte es hingegen nicht gebraucht. Zwar ist es nicht grundsätzlich verkehrt, wenn versucht wird, einer Figur mehr Kontur zu verleihen und eine Hintergrundgeschichte zu geben. Bei Zielfahnder: Kalte Sonne wirkt das aber doch eher erzwungen, zu einer spannenderen Figur wird die Protagonistin nicht. Insgesamt ist der Thriller ganz ordentlich und zudem eben etwas anderes. So richtig spannend ist er aber nicht.
OT: „Zielfahnder: Kalte Sonne“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Stephan Lacant
Drehbuch: Mia Maariel Meyer
Musik: Michael Klaukien
Kamera: Michael Kotschi
Besetzung: Ulrike C. Tscharre, Hanno Koffler, Susanne Wuest, Godehard Giese, Kim Riedle, Mario Opinato, Max Malatesta, Rita Feldmeier
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