Whistle
© Leonine
Whistle
„Whistle“ // Deutschland-Start: 7. Mai 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Gerade noch hat Mason „Horse“ Raymore (Stephen Kalyn) seinem High-School-Team bei einem Basketball-Match zum Sieg verholfen, als er auf mysteriöse Weise stirbt: Er verbrennt am lebendigen Leib – während er unter der Dusche steht. Monate später fängt Chrys Willet (Dafne Keen) neu an der Schule an und erbt dabei den Schulspint des verstorbenen Mason. Darin findet sie eine antike Pfeife, die ihr Lehrer Mr. Craven (Nick Frost) an sich nimmt. Während Chrys zusammen mit ihrem Cousin Rel Taylor (Sky Yang), Masons früherem Mitspieler Dean Jackson (Jhaleil Swaby), dessen Freundin Grace Browning (Ali Skovbye) und Ellie Gains (Sophie Nélisse) nachsitzen muss, probiert Craven die Pfeife selbst aus – ohne zu wissen, was er damit heraufbeschwört …

Der Tod, der aus der Pfeife kam

Sie gehören fest zum Horrorgenre dazu: Filme, in denen die Figuren einen alten Gegenstand finden, der mit einer Art Fluch belegt ist. Beim Objekt selbst sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, erlaubt ist so ziemlich alles. In Oculus und Conjuring 4: Das letzte Kapitel etwa ist es ein Spiegel, Wish Upon greift auf eine Spieluhr zurück, The Monkey lässt einen Spielzeugaffen zu einem mörderischen Werkzeug werden. Mit Whistle kommt nun ein weiterer Film bei uns heraus, der mit diesem Konzept arbeitet. Dieses Mal ist es eben eine Pfeife, bei der sich später herausstellt, dass sie von den Azteken stammte und über ungeahnte Kräfte verfügt. Ungeahnt für die Betroffenen natürlich, das Publikum sieht ganz klassisch in dem Prolog, wozu das Ding in der Lage ist.

Das Objekt selbst macht einiges her, ist letztendlich aber völlig unwichtig. Für die Mythologie dahinter interessiert sich auch niemand. Die Pfeife hätte auch ein Jo-Jo, ein Turnschuh oder eine Mikrowelle sein können, ohne dass es einen Unterschied gemacht hätte. Sicher, bei der Todespfeife ist die Verbindung zum Thema Tod näher, irgendwo naheliegend. Als sich in Whistle herausstellt, dass der Ton der Pfeife – Vorsicht Spoiler – bei allen, die ihn hören, den eigenen Tod herbeiruft, liegt aber schon die Frage auf der Hand: Warum sollte man einen solchen Gegenstand bauen? Aber Nachdenken ist bei solchen Filmen meistens nicht ratsam. Wenn einzelne Punkte keinen Sinn ergeben oder Figuren sich idiotisch verhalten, gehört das fast schon zum Genre dazu, so oft man sich auch darüber beschweren mag.

Kreative Kills, langweiliger Rest

Überhaupt sollte man inhaltlich keine Ansprüche an den Film haben. Das betrifft zum einen die unzähligen Klischees, die hier abgearbeitet werden. Über weite Strecken ist der Horrorfilm, der 2025 beim Fantastic Fest Weltpremiere hatte, schrecklich austauschbar geworden. Die Figuren sind überwiegend Wegwerfware, die Hauptfigur inklusive. Die tragische Vorgeschichte reicht nicht aus, um die Protagonistin interessant zu machen. Dafür machen das zu viele Filme. Dass sie homosexuell ist auch nicht. Den größten Eindruck hinterlässt Whistle noch bei einem Geistlichen, der zur Gewalt neigt und Drogen verkauft. Auch das muss man nicht nachvollziehen können. Zumindest hat man dort aber versucht, einen Charakter zu erschaffen.

Bleibt noch der eigentliche Horrorpart. Der hinterlässt einen gemischten Eindruck. Die Idee hinter dem Objekt ist ungewöhnlich und führt zu einer Reihe einprägsamer Todesszenen. Gerade weil dort praktisch alles möglich ist, hebt sich der Film von anderen hervor. Da gibt es wirklich keine Gesetze mehr, es darf auch richtig grotesk werden. Neben der Brutalität gibt es auch die eine oder andere atmosphärische Aufnahme. Ansonsten zeigt sich Regisseur Corin Hardy (The Hallow, The Nun) aber von seiner einfallslosen Seite. Die Jump Scares sind so vorhersehbar, dass sie keinerlei Wirkung zeigen. Insgesamt ist Whistle schon noch ein brauchbarer Genrebeitrag geworden. Aber da wäre wie so oft deutlich mehr drin gewesen.

Credits

OT: „Whistle“
Land: Kanada, Irland
Jahr: 2025
Regie: Corin Hardy
Drehbuch: Owen Egerton
Musik: Doomphonic
Kamera: Björn Charpentier
Besetzung: Dafne Keen, Sophie Nélisse, Sky Yang, Jhaleil Swaby, Ali Skovbye, Percy Hynes White

Bilder

Trailer

Filmfeste

Fantastic Fest 2025
Fantasy Filmfest Nights 2026

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Whistle
fazit
In „Whistle“ stolpert eine High-School-Clique über eine todbringende Pfeife der Azteken. Das Objekt macht einiges her, es gibt einige kreative Todesszenen. Insgesamt ist das dennoch nicht mehr als Durchschnitt, da der Film über weite Strecken völlig austauschbar geworden ist und nur wenig davon in Erinnerung bleibt. Da hat man sich mal wieder keine Arbeit machen wollen.
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