Die reichste Frau der Welt La femme la plus riche du monde
© Neue Visionen Filmverleih

Die reichste Frau der Welt

Die reichste Frau der Welt La femme la plus riche du monde
„Die reichste Frau der Welt“ // Deutschland-Start: 23. April 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

So leicht lässt sich Marianne Farrère (Isabelle Huppert) nichts vormachen. Die millionenschwere Erbin eines Kosmetikkonzerns weiß, was sie will. Und sie weiß, was sie nicht will, lässt sich von niemandem so leicht etwas vormachen oder überreden. Doch dann tritt eines Tages der Fotograf Pierre-Alain Fantin (Laurent Lafitte) in ihr Leben und es gelingt dem queeren, flamboyanten Lebemann doch tatsächlich, die Matriarchin mit seiner unbekümmert-unverschämten für sich zu gewinnen. Mit der Zeit nistet er sich immer mehr bei ihr an, beeinflusst Marianne und bringt alles durcheinander. Doch damit bringt er auch deren Umfeld gegen sich auf. Da ist nicht nur die Tochter Frédérique (Marina Foïs), die sich übergangen fühlt, sondern auch der treue Hausangestellte Jerome (Raphaël Personnaz), der den Fremden misstrauisch beäugt …

Eine unglaublich wahre Geschichte

Auch wenn die Menschen in den letzten Jahren zunehmend eine Anti-Establishment-Einstellung entwickelt haben und „die da oben“ zum Feindbild geworden sind, geht doch eine unbestreitbare Faszination von den Superreichen aus. Und so gibt es dann auch immer wieder Filme, die in einem solchen Milieu spielen. Manche setzen völlig auf den Glamour-Faktor, lassen das Publikum davon träumen, ein anderes Leben zu führen. Es gibt aber auch zahlreiche Beispiele dafür, wie sich Filme dem Thema mit Humor annähern, gern in Form von Spott und Satire. Zwei Beispiele dafür sind die jeweils mit zahlreichen internationalen Stars besetzten Triangle of Sadness und Rosebush Pruning. Und auch bei Die reichste Frau der Welt finden sich zahlreiche bekannte Schauspieler und Schauspielerinnen, diesmal aber ausschließlich aus Frankreich.

Bekannt ist aber auch die Geschichte, zumindest in ihren Grundzügen. Zwar handelt es sich bei dem Film um kein direktes Biopic. Es wurde aber deutlich von der Lebensgeschichte der L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt und des Fotografen François-Marie Banier inspiriert, die bereits in der Netflix-Dokumentation Die Affäre Bettencourt: Skandal um die reichste Frau der Welt erzählt wurde. Während dort aber die kriminellen Machenschaften etwas stärker im Vordergrund waren, um die True-Crime-Zielgruppe anzusprechen, da überwiegt in Die reichste Frau der Welt der Humor. Dieser zeigt sich etwa bei den Dialogen, die gern mal bissig werden, wenn sich die Figuren einiges an den Kopf werfen. Diese sind zudem überzeichnet, wirken zusammen mit den stilisierten Bildern so, als kämen sie aus einer anderen Welt.

Aus Spaß am Schauspiel

Das heißt nicht, dass es nicht auch ernste Punkte gibt. Da sind zum einen die besagten kriminellen Machenschaften. Die Tochter ist zudem schon eine tragische Figur, wenn sie sich nach Anerkennung sehnt und dann mitansehen muss, wie ein unverschämter Fremder hereinschneit und alles an sich reißt. Im Vergleich zur Komik ist das aber deutlich reduziert. Auch wenn Die reichste Frau der Welt oft als Tragikomödie bezeichnet wird, ist der Schwerpunkt doch der zweite Teil des Wortes. So ganz passen die einzelnen Elemente eh nicht zusammen, man fragt sich zuweilen, was Regisseur und Co-Autor Thierry Klifa mit diesem Film eigentlich genau wollte.

Aber das Ergebnis macht Spaß. Das Porträt zweier ungewöhnlicher Menschen, welches 2025 in Cannes Weltpremiere hatte, wird dabei von dem besagten prominenten Ensemble getragen. Vor allem Laurent Lafitte (Klassentreffen – Alles beim Alten) in der Rolle des ausschweifenden Fotografen, bei dem man sich nie ganz sicher ist, ob er nun Künstler oder Betrüger ist, hinterlässt Eindruck. Dass er nach mehreren erfolglosen César-Nominierungen hierfür doch mal ausgezeichnet wurde, dazu als bester Hauptdarsteller des Jahres, ist nachvollziehbar. Er trägt mit seiner Darstellung maßgeblich dazu bei, dass Die reichste Frau der Welt einen hohen Unterhaltungswert hat. Allgemein ist das Ensemble stark und lässt einen dann auch darüber hinwegsehen, dass der Film es verpasst, aus dem Stoff etwas tatsächlich Relevantes zu machen.

Credits

OT: „La femme la plus riche du monde“
Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 2025
Regie: Thierry Klifa
Drehbuch: Thierry Klifa, Cédric Anger, Jacques Fieschi
Musik: Alex Beaupain
Kamera: Hichame Alouié
Besetzung: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Marina Foïs, Raphaël Personnaz, André Marcon, Mathieu Demy, Joseph Olivennes, Micha Lescot

Bilder

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Die reichste Frau der Welt
fazit
Inspiriert von einer wahren Geschichte erzählt „Die reichste Frau der Welt“ von einer millionenschweren Konzernchefin und einem Fotografen, der ihr Leben durcheinanderbringt. Der Film kann sich zwar nicht so ganz entscheiden, was er sein möchte, und hat auch nicht viel Relevantes zu sagen. Aber er macht Spaß – vor allem wegen des Ensembles.
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