Drei Gänge und ein Todesfall The Trouble with Jessica
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Drei Gänge und ein Todesfall

Drei Gänge und ein Todesfall The Trouble with Jessica
„Drei Gänge und ein Todesfall“ // Deutschland-Start: 5. April 2024 (DVD)

Inhalt / Kritik

Als Richard (Rufus Sewell) und Beth (Olivia Williams) vom befreundeten Ehepaar Sarah (Shirley Henderson) und Tom (Alan Tudyk) zu einem Abendessen in ihrer schicken Villa eingeladen werden, sagen sie nur zu gern zu. Dabei ahnen sie nicht, was es damit auf sich hat, soll besagte Villa doch verkauft werden, um so noch den Bankrott der Familie abwenden zu können. Der eigentliche Stimmungskiller ist jedoch Jessica (Indira Varma), eine gemeinsame Freundin, die ebenfalls zum Essen kommt. Und das wortwörtlich, nimmt sich die berühmte Autorin doch völlig überraschend das Leben. Für Sarah und Tom ist klar, dass niemand davon wissen darf, wäre sonst doch der Hausverkauf in Gefahr …

Wohin mit der Toten?

Es ist nicht schwierig zu erkennen, worauf der deutsche Titel Drei Gänge und ein Todesfall abzielt. Ganz eindeutig sollen da Assoziationen an Vier Hochzeiten und ein Todesfall geweckt werden, jene Liebeskomödie, die vor 30 Jahren zu einem weltweiten Phänomen wurde und mehr als da 50-Fache des Budgets wieder einspielte. Warum, wird aber nicht klar. Zwar handelt es sich in beiden Fällen um britische Komödien, bei denen auch Freundschaften eine große Rolle spielen. Von Liebe ist hier aber wenig zu spüren. Und auch bei der Freundschaft darf man das eine oder andere Fragezeichen dahinter setzen, wenn man nie genau weiß, was genau diese Leute eigentlich aneinander finden. Sie sind größtenteils so unmöglich, dass man keine Zeit mit ihnen verbringen wollte.

Aber darum geht es letztendlich auch. Vergleichbar etwa zu The Party vor einigen Jahren, wo eine gemeinsame Feier dazu führt, dass Geheimnisse ans Licht kommen und damit auch die Gräben und Konflikte, werden in Drei Gänge und ein Todesfall beim gemütlichen Beisammensein Abgründe sichtbar. Der Film wird dabei gern als Satire verkauft, der sich über das Leben der vermeintlichen Elite lustig macht. So ganz überzeugend ist diese Einteilung aber nicht. Natürlich ist es schon irgendwie böse, wenn das Ehepaar die tote Freundin entsorgt, um auf diese Weise den Hausverkauf nicht zu gefährden. Es fehlen aber die Ideen, was sich daraus machen lässt. Da geht es dann doch mehr darum, wer mit wem geschlafen hat.

Zu wenig draus gemacht

Das Szenario um einen toten Menschen, bei dem so getan werden muss, als wäre er noch am Leben, ist natürlich immer nett. Immer Ärger mit Bernie fällt einem da beispielsweise ein. Aber auch in der Hinsicht wäre mehr möglich gewesen. Die Komödie hat dem Ganzen nicht viel Eigenes hinzuzufügen. Wenn beispielsweise eine ältere Dame auftaucht, die ein großer Fan der toten Autorin ist, funktioniert das schon. Aber es ist eben auch nicht mehr als das. Man wartet bei Drei Gänge und ein Todesfall vergeblich darauf, dass die Geschichte mal so richtig eskaliert oder sich wenigstens vom Fleck bewegt. Aber nichts davon geschieht. Obwohl die Komödie eigentlich nicht sehr lang ist, zieht sie sich schon ziemlich, besonders in der zweiten Hälfte wird das spürbar.

Das ist schade, weil die Beschreibung sich schon gut angehört hatte. Dazu gibt es ein stimmungsvolles Setting, was wichtig ist, da es sich hierbei letztendlich um ein Kammerspiel handelt. Aber das reicht alles nicht aus, um den Film zu füllen. Schlecht ist die britische Komödie zwar nicht unbedingt. Der erhoffte Geheimtipp ist sie aber ebenso wenig, da hätten Regisseur Matt Winn und sein Co-Autor James Handel letztendlich doch mehr machen müssen. Selbst beim Ende, wenn das Potenzial da ist, noch einmal richtig böse zu werden, bleibt Drei Gänge und ein Todesfall unter den Möglichkeiten. Letzten Endes ist das Mehrgängemenü edel angerichtet, aber geschmacklich fade. Wo die referenzierte Liebeskomödie bis heute unterhaltsam ist, gibt es keinen überzeugenden Grund, diese Einladung hier anzunehmen.

Credits

OT: „The Trouble with Jessica“
Land: UK
Jahr: 2023
Regie: Matt Winn
Drehbuch: James Handel, Matt Winn
Musik: Matt Cooper, Matt Winn
Kamera: Tristan Oliver
Besetzung: Shirley Henderson, Alan Tudyk, Rufus Sewell, Olivia Williams, Indira Varma, Sylvester Groth

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Drei Gänge und ein Todesfall
fazit
„Drei Gänge und ein Todesfall“ erzählt von einem Abendessen eines Freundeskreises, das abrupt durch einen Selbstmord endet. Das hätte alles richtig böse werden können. Die Mischung aus Kammerspiel-Satire und „Immer Ärger mit Bernie“ bleibt aber unter den Möglichkeiten, gerade in der zweiten Hälfte zieht sich das.
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