Quentin Tarantino Die Graphic Novel Biografie
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Quentin Tarantino – Die Graphic Novel Biografie

Quentin Tarantino Die Graphic Novel Biografie
„Quentin Tarantino – Die Graphic Novel Biografie“ // Deutschland-Start: 24. Januar 2024

Inhalt / Kritik

Man kann ihn lieben und man kann ihn hassen, aber keiner wird ernsthaft bestreiten können, dass Quentin Tarantino mit seinen bislang neun Filmen dem modernen Kino seinen Stempel aufgedrückt hat. Ein neuer Film des US-Amerikaners, wie zuletzt Once Upon a Time in … Hollywood, zieht die Zuschauer in die Lichtspielhäuser, sorgt für Gesprächsstoff und letztlich auch dafür, dass sich ein paar Menschen mit eben jenen Werken der Filmgeschichte auseinandersetzen, die Tarantino in seinem neuen Werk fleißig zitiert. Für viele mag dies nicht mehr als Flickenteppich der Anspielungen sein, die der Filmemacher immer wieder fabriziert, doch eigentlich haben von jeher Regisseure und Autoren einander zitiert, sodass man sich fragt, ob dies überhaupt als Kritik gelten kann oder nicht vielmehr eine Allgemeinposition ist. Da Tarantino mehrfach betont hat, dass er nach seinem zehnten Film aufhören und sich nur noch auf seine schriftstellerische Fähigkeit konzentrieren will, haben sich schon eine Vielzahl an Autoren an einer Biografie des Regisseurs versucht, die aber oft nicht mehr als jene Themen abfrühstücken, denen sich Tarantino in vielen Interviews bereits hat stellen müssen.

Als Teil seiner Cine Trilogy, zu der noch Graphic Novels zu dem Leben und Werk Francis Ford Coppolas und Martin Scorseses gehören, widmet sich der französische Illustrator Amazing Améziane Quentin Tarantino. Quentin Tarantino – Die Graphic Novel Biografie kann durchaus als ein Werk verstanden werden, nach dem eigentlich keine Fragen mehr zu dem Filmemacher offen sein sollten. Das Design orientiert sich dabei an den verschiedenen Stationen im Leben des Filmemachers, angefangen bei seiner Kindheit und Jugend sowie den ersten Kinobesuchen mit seinen Eltern, seiner „Ausbildung“ als Angestellter in einer Videothek sowie natürlich seine ersten Drehbücher.

Darüber hinaus geht es natürlich um die neun Filme Tarantinos sowie die Projekte, die auf seinen Drehbüchern basieren, wobei Natural Born Killers zwar erwähnt wird, aber darüber hinaus unter den Tisch fällt (was nicht weiter wundert, wenn man bedenkt, wie negativ Tarantinos Meinung zu der Verfilmung seines Skripts ist). Von der Struktur her einem langen Gespräch mit dem Regisseur nachempfunden, was vielleicht als Verweis auf Francois Truffauts bekannte Interviews mit Alfred Hitchcock gemeint sein könnte, werden die Filme, aber zugleich Themen wie Gewalt in den Medien, das N-Wort und schließlich sogar der Prozess rund um Harvey Weinstein abgehandelt.

Alles, was sie sich wünschen

Wie bei vielen anderen bekannten Filmemacher, meint man auch bei Quentin Tarantino eigentlich schon alles zu wissen. Interviews und Bücher gibt es viele zu ihm und seinen Werken, und dazu muss man noch nicht einmal das Bonusmaterial der Heimkinoveröffentlichungen hinzunehmen. Améziane nutzt jedoch die erzählerischen und ästhetischen Mittel der Graphic Novel, um nicht nur eine Hommage an Tarantino vorzulegen, sondern tief in das Universum eines Künstlers einzutauchen. Sein Quentin ist nicht nur ein Cineast, er ist das geballte Wissen rund um das Medium Film, sodass auch die Graphic Novel dem Stil anschließt, den Tarantino in seinen Interviews nutzt.

Eine Frage zu Kill Bill mündet in einer Exkursion über den schwedischen Exploitation-Klassiker Thriller – ein unbarmherziger Film und die Nachfrage zu Bruce Lee mündet in einem ausführlichen Vortrag über den bekannten Schauspieler und Kampfsportler, an dessen Ende geklärt sein dürfte, warum es keinesfalls eine Form der Respektlosigkeit ist, wenn er als Figur in Once Upon A Time in … Hollywood im Duell gegen eine Stuntman verliert. Es sind Verweise und Anspielungen, sodass es nur konsequent ist, dass Améziane jede Seite mit einer gewissen Anzahl versieht.

Schlussendlich geht es Améziane wohl darum, das Gefühl nachzuempfinden, was man hat, wenn man sich auf einen Film Tarantinos einlässt. Man muss die Anspielungen nicht verstehen, wird aber dafür bestens unterhalten. Vor allem aber wird überdeutlich, wie Tarantino das Kino begreift, nämlich als Ort der Möglichkeiten, in dem die einzigen Grenzen, die es gibt, die der eigenen Vorstellungskraft sind. Dieser Idee zollt Améziane mit jeder Seite Tribut, sodass man als Filmfan um seinen Graphic Novel nicht herumkommen wird.

Credits

OT: „Quentin par Tarantino“
Land: Frankreich
Jahr: 2022
Text: Amazing Améziane
Zeichnungen: Amazing Améziane

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Quentin Tarantino – Die Graphic Novel Biografie
fazit
„Quentin Tarantino – Die Graphic Novel Biografie“ ist mehr als nur die Lebensgeschichte des bekannten Filmemachers. Amazing Améziane führt ein in das Verständnis der Filmkunst von einem der besten Regisseure unserer Zeit und richtet seine Biografie erzählerisch wie auch ästhetisch darauf aus. Das ist beste Unterhaltung und macht vor allem Lust auf einen guten Film.
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