Der Mann der niemals lebte Body of Lies Tv Fernsehen arte Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© François Duhamel/Warner Bros. Entertainment

Der Mann, der niemals lebte

Der Mann der niemals lebte Body of Lies Tv Fernsehen arte Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
„Der Mann, der niemals lebte“ // Deutschland-Start: 20. November 2008 (Kino) // 27. März 2009 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

CIA-Agent Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) hat eine ebenso wichtige wie schwierige Aufgabe: Als Anti-Terror-Spezialist soll er den gesuchten Chef eines Terrornetzwerks in Jordanien aufspüren. Zu diesem Zweck setzt er auf Einheimische, um so an die nötigen Informationen zu kommen. Doch die Arbeit mit einem Informanten endet in einer Katastrophe. So ist Ferris gezwungen, diesen auszuschalten, damit seine eigene Tarnung nicht auffliegt. Und auch beim weiteren Vorgehen läuft das nicht nach Plan. Sein eigener Chef Ed Hoffman (Russell Crowe) hat nicht vor, den gefundenen Spuren nachzugehen, weshalb der Agent wohl oder übel auf eigene Faust agieren muss und sich gemeinsam mit Bassam (Oscar Isaac) auf die Suche macht. Dabei steht die größte Gefahr erst noch bevor …

Kampf gegen den Terror

In einer zunehmend komplexer werdenden Welt ist es nicht immer ganz einfach, die Grenzen zwischen gut und böse zu ziehen. Das stellt dann auch Filmschaffende vor Probleme. Nationen als Feinde etablieren? Das ist keine Option mehr. Was aber immer geht, das sind Terroristen. Auf die kann man sich immer einigen. Der Mann, der niemals lebte ist einer dieser Filme, die sich letztendlich ausschließlich um den Versuch drehen, den Kampf gegen den Terrorismus als Hintergrund für eine spannende Geschichte zu nehmen. Teilweise ist der Thriller dabei ganz erfolgreich, da sind schon immer wieder Szenen dabei, die tatsächlich das Nervenkostüm in Anspruch nehmen. Aber nicht alles überzeugt dabei.

Dabei fängt das alles ganz vielversprechend an. Wenn Ferris einen Informanten kaltblütig erschießt, um sich selbst zu schützen, dann zeigt sich der Film von einer sehenswerten Ambivalenz. Zwar ist es mal wieder so, dass die Terroristen Araber sind und nur der Westen sie aufhalten kann. Immerhin werden die US-Amerikaner aber nicht zu sehr verherrlicht, als reine Gutmenschen, die aus reiner Güte handeln. Leider wird Der Mann, der niemals lebte das aber nicht bis zum Ende beibehalten. So kommt es zu einer letztendlich überflüssigen Romanze mit der Krankenschwester Aisha (Golshifteh Farahani), bei der unser Protagonist noch eine weiche Seite zeigen darf. Offensichtlich macht es dann doch noch einen Unterschied, ob man einen Mann opfert oder eine schöne Frau. Politische Verhältnisse mögen sich ändern, das Bedürfnis nach einer Damsel in Distress offensichtlich nicht.

Solide, aber nichts Besonderes

Aber auch sonst ist die Adaption des gleichnamigen Romans von David Ignatius inhaltlich nicht der ganz große Wurf. Würde der Film heute veröffentlicht, würden manche vermutlich mutmaßen, dass das Drehbuch mithilfe einer künstlichen Intelligenz geschrieben wurde. Da finden sich schon reihenweise Klischees drin, man versuchte erst gar nicht, wirklich etwas Eigenes zu erzählen. Natürlich darf man sich bei einem Film über Spionage und geheime Aktivitäten immer fragen, wer da gerade wen verrät und ob das nicht in Wahrheit alles anders ist. Der Mann, der niemals lebte bietet das, spielt mit der Ungewissheit und dem Versprechen von Überraschungen. So richtig viel passiert dabei am Ende aber gar nicht. Zumindest ist da jetzt nichts dabei, das einem größer in Erinnerung bleiben müsste.

An den Kinokassen enttäuschte der Film dann auch, heute sprechen eher wenige Leute noch über diesen. Das ist angesichts der geballten Starpower etwas überraschend, sei es vor oder hinter der Kamera. Regisseur Ridley Scott konnte doch auf diverse bekannte Gesichter zurückgreifen. Zum Teil sind die auch ein Argument dafür, dass man sich den Thriller anschauen kann. Zumindest DiCaprio ist mit viel Einsatz dabei. Crowe wurde hingegen eher verschwendet, seine Rolle als Mentor, der aus der Ferne mit Drohnen hantiert, ist eher uninteressant, auch wenn es ein paar gute Dialoge zwischen den beiden Figuren gibt. Wer in der Stimmung ist für diese Art Film, macht mit Der Mann, der niemals lebte zwar nichts wirklich verkehrt. Aber es gibt interessantere Genrebeiträge als diesen hier.

Credits

OT: „Body of Lies“
Land: USA
Jahr: 2008
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: William Monahan
Vorlage: David Ignatius
Musik: Marc Streitenfeld
Kamera: Alexander Witt
Besetzung: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Oscar Isaac, Golshifteh Farahani, Simon McBurney

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Amazon (Blu-ray „Der Mann, der niemals lebte“)

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Der Mann, der niemals lebte
fazit
„Der Mann, der niemals lebte“ ist ein letztendlich recht austauschbarer Spionagethriller rund um den Kampf gegen den Terror. Dann und wann ist das sehenswert, und sei es nur wegen der prominenten Besetzung. Aber es hat schon seine Gründe, warum der Thriller eher in Vergessenheit geraten ist.
Leserwertung0 Bewertungen
0
6
von 10