Die Saat - Tödliche Macht TV Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek DVD kaufen
© ARD Degeto/Odeon Fiction/NRK/Thomas Frank

Die Saat – Tödliche Macht

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„Die Saat – Tödliche Macht“ // Deutschland-Start: 9. Dezember 2023 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Der Journalist und Umweltaktivist Victor Vegener (Jonathan Berlin) hat keine Scheu davor, sich auch mit den Mächtigen anzulegen. Ständig ist er unterwegs, um die Wahrheit aufzudecken. Besonders die geheimen umweltschädlichen Machenschaften von Unternehmen hat er dabei im Blick. Doch als er zu diesem Zweck nach Norwegen fährt, um bei dem internationalen Agrarkonzern BSG zu ermitteln, verschwindet er spurlos. Da die lokale Polizei die Suche nach kurzer Zeit aufgibt, reist ihm sein Onkel Max Grosz (Heino Ferch), der als Ausbilder bei der Polizei arbeitet, hinterher und will auf eigene Faust ermitteln. Seine norwegische Kollegin Thea Koren (Ingrid Bolsø Berdal) ist davon weniger begeistert, weshalb sie ihn widerwillig bei der Suche unterstützt. Währenddessen arbeitet der CEO von BSG, Sven Benjamin (Seumas Francis Sargent), an der Übernahme eines Konkurrenten, weshalb er schlechte Publicity um jeden Preis vermeiden will …

Düsterer Thriller mit gesellschaftlichem Anspruch

Bei der ARD scheint man gerade daran Gefallen zu finden, gesellschaftlich wichtige Themen in düsteren Serien zu verpacken. So startete Mitte November Wer wir sind, das von der zunehmenden Radikalisierung jugendlicher Aktivisten und Aktivistinnen erzählte, während Konzerne die Erde mit Müll vergiften. Nun kommt Die Saat – Tödliche Macht hinterher. Erneut ist es ein junger Mensch, der den Kampf mit den Mächtigen aufnimmt, um so für eine bessere Welt zu sorgen. Doch während die oben genannte Serie in erster Linie ein Drama ist, welches sich als Generationenporträt versuchte, da handelt es sich bei der neuen deutsch-norwegischen Coproduktion um einen klassischen Politthriller. Der Blick in den Abgrund ist da mit einer Reihe von Gefahren verbunden.

Tatsächlich startet die Serie damit, wie Victor verschwindet und unklar ist, ob er den Vorfall überlebt hat oder nicht. In Verbindung mit den farbentleerten Aufnahmen aus Norwegen wird gleich einmal die Stimmung für die sechs Folgen festgelegt. Richtig düster soll Die Saat – Tödliche Macht werden. Die Suche nach dem jungen Mann geht dabei mit der nach der Wahrheit rund um das Unternehmen einher. Damit werden auch zwei Ziele parallel verfolgt. Zum einen soll das Publikum ganz traditionell unterhalten werden, wenn ein paar wenige aufrechte Menschen gegen einen übermächtigen Feind kämpfen. Man will aber auch darauf aufmerksam machen, wie Unternehmen aus Profitgier die Welt zugrunde richten würden. Im Mittelpunkt: ein Saatgut, das Hungerprobleme lösen könnte, aber schlecht fürs Geschäft wäre.

Brisant, ohne viel Mut

Das funktioniert prinzipiell alles ganz gut. Das Thema ist wichtig und bietet sich tatsächlich für einen Politthriller an, wenn dubiose Deals und perfide Machenschaften an der Tagesordnung stehen. Zudem ist Die Saat – Tödliche Macht gut besetzt. Vor allem Rainer Bock als gleichermaßen freundlicher wie skrupelloser Lobbyist trägt viele Szenen. Friederike Becht in der Rolle einer EU-Kommissarin Jule Kronberg überzeugt ebenfalls. An manchen Stellen irritiert die Synchro ein wenig. So wurde bei den internationalen Szenen die Serie offensichtlich auf Englisch gedreht, das deutsche Ensemble synchronisierte sich später selbst nach. Das führt dazu, dass die bekannten Stimmen zu den jeweiligen Schauspielern passen – nicht aber zur Lippenbewegung. Aber das ist ein Problem, das diese öffentlich-rechtlichen Produktionen häufiger mal haben und viele vermutlich nicht stören wird.

Das größere Manko ist sowieso, dass die Serie zwar ein heißes Eisen anfassen möchte, dabei aber nur wenig Mut zur Eigenständigkeit beweist. Sowohl die Geschichte wie auch die Figuren sind formelhaft. Das fällt auch deshalb auf, weil das Tempo der Erzählung eher gering ist und zwischendurch die Handlung nicht vorankommt, weil man sich in der Pflicht sah, vieles auszuformulieren, was auch so klar gewesen wäre. Da hätte man dem Publikum mehr zutrauen und die Zeit sinnvoller nutzen dürfen. Aber auch wenn Die Saat – Tödliche Macht nicht das ganz große Highlight geworden ist, als das es der Sender aus nachvollziehbaren Gründen verkaufen will: In der Summe ist das schon ganz ordentlich. Wer auf der Suche nach einem düsteren Politthriller ist mit vielen Verschwörungen und furchtbaren Menschen, kann hiermit einmal liebäugeln.

Credits

OT: „Die Saat – Tödliche Macht“
Land: Deutschland, Norwegen
Jahr: 2023
Regie: Alexander Dierbach
Drehbuch: Christian Jeltsch, Axel Hellstenius, Alexander Dierbach
Musik: Fabian Römer
Kamera: Ian Blumers
Besetzung: Heino Ferch, Ingrid Bolsø Berdal, Rainer Bock, Jonathan Berlin, Seumas Francis Sargent, Friederike Becht, Johann Myers, Rosemarie La Vaullée, Per Kjerstad, Laura De Boer

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Die Saat – Tödliche Macht
fazit
„Die Saat – Tödliche Macht“ ist ein düsterer Politthriller um perfide Machenschaften eines Agrarkonzerns. Originell ist die Serie kaum, man verlässt sich auf bewährte Elemente, investiert weder bei der Geschichte noch den Figuren viel. Die Mischung aus klassischer Unterhaltung und Gesellschaftskritik funktioniert aber, ist zum Teil auch gut besetzt.
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von 10