The Contractor
© Leonine

The Contractor

The Contractor
„The Contractor“ // Deutschland-Start: 14. April 2022 (Kino) // 29. Juli 2022 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

James Harper (Chris Pine) hat Frau und Kind, die er bislang dank seines Jobs als Special Forces Sergeant in der US-Armee gut versorgt hat. Nachdem er jedoch unfreiwillig entlassen wurde, steht er nicht nur ohne Arbeit, sondern auch mit einem großen Schuldenberg da Sein bester Freund aus Militärzeiten, Mike (Ben Foster), macht ihn mit dem Veteranen Rusty (Kiefer Sutherland) bekannt, der einen Auftrag für die beiden hat. Da James dringend Geld braucht, schließt er sich also dem Team einer privaten Militärfirma an, mit dem er eine einfache Mission in Berlin erledigen soll. Diese scheint auch zunächst zu gelingen. Doch kurz vor der Flucht aus dem Einsatzgebiet wird das Team von der Polizei überrascht. James kann entkommen, muss sich aber fortan allein durchschlagen und zudem lernen, dass man ihn über die wahren Hintergründe der Mission im Dunkeln gelassen hat.

Düster nach Schablone

Im Dunkeln gelassen fühlt man sich bei The Contractor auch als Zuschauer. Der Film macht selbst am Ende nie wirklich klar, wer genau hinter den Auftraggebern der Mission steckt oder wer sich hier eigentlich gegen wen verschworen hat. Nur dass es irgendeine Verschwörung gibt und hier nicht mit offenen Karten gespielt wird, wird deutlich. Ob das aber von den Filmemachern so gewollt oder ganz einfach eine Schwäche des Drehbuchs ist, lässt sich nicht sagen. Also verbuchen wir es mal als Mangel des Drehbuchs, das auch sonst nicht besonders interessant ist. Der Film bietet nichts, das man nicht schon Dutzende Male in ähnlicher Weise in Hollywoodfilmen gesehen hat: einen wortkargen, aus Verzweiflung und für das Wohl seiner Familie handelnden Protagonisten, eine am Ende gründlich in den Sand gesetzte Mission, mysteriöse Hintermänner, bedrohliche Musik, ganz viel Düsternis und generell eine dunkle, deprimierende Stimmung, die einem wohl Ernsthaftigkeit vorgaukeln soll.

Sämtliche Charaktere wirken, als seien sie von den Vorlagen aus einem Drehbuch-Ratgeber abgeschrieben und weisen alle gerade mal die nötigsten Charakteristika auf. Chris Pine (Star Trek, Wonder Woman) darf als James dementsprechend immer wieder einen besorgten Gesichtsausdruck aufsetzen. Obendrein hat er natürlich mit der Erinnerung an seine Kindheit zu kämpfen, speziell mit der Beziehung zu seinem Vater, welche man in einigen Rückblicken zu sehen bekommt. Die Rollen von Gillian Jacobs als seine Ehefrau und Kiefer Sutherland (24) als undurchschaubarerer Auftraggeber erfüllen beide ihren Zweck für die Handlung. Sie bleiben aber auf das absolut Nötigste beschränkt und hinterlassen kaum Eindruck. Die Figur von Ben Foster (Hell or High Water) bekommt immerhin etwas mehr zu tun und wohl, weil ein großer Teil des Films in Berlin gedreht wurde, darf Nina Hoss (Phoenix, Barbara) in ein paar Szenen dabei sein.

Deprimierend und ermüdend

Aus deutscher Perspektive ist es immerhin interessant, einen amerikanischen Thriller zu sehen, der zum Großteil in Berlin spielt. Das macht den Film nicht besser. Aber wenn man die Stadt kennt, hat man wenigstens einen Bezug zu einigen der Örtlichkeiten, durch die James gejagt wird. Diese Jagd hört quasi bis zum Ende des Films nicht mehr auf. Ständig ist James auf der Flucht oder muss sich vor irgendjemandem verstecken. Die düster-deprimierende Grundstimmung des Films wirkt nach einer Weile ziemlich einschläfernd und wird nur gelegentlich von Actionszenen durchbrochen. Die sind selten besonders interessant, kommen aber immer wieder äußerst brutal daher.

Man kann dem Film tatsächlich zugutehalten, dass er seine bedrückende Atmosphäre über die gesamte Laufzeit konsequent durchhält. Da die Handlung aber platt ist und die Charaktere alles andere als tiefgründing sind, wirkt The Contractor bald nur noch deprimierend und ermüdend. Das Charisma, das Chris Pine in anderen Rollen ausspielen kann, hilft ihm hier nicht, seine Figur für den Zuschauer interessant zu machen, da er einfach die ganze Zeit über schlecht gelaunt zu spielen hat. Damit bleibt am Ende ein düsterer, ziemlich vorhersehbarer Actionthriller mit uninteressanten Figuren und einer angesichts der banalen Handlung überbetonten Ernsthaftigkeit, der nicht einmal wirklich unterhaltsame Actionsequenzen zu bieten hat.

Credits

OT: „The Contractor“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Tarik Saleh
Drehbuch: J.P. Davis
Musik: Alex Belcher
Kamera: Pierre Aïm
Besetzung: Chris Pine, Ben Foster, Gillian Jacobs, Kiefer Sutherland, Nina Hoss

Bilder

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The Contractor
Fazit
„The Contractor“ beginnt zwar recht vielversprechend, hat aber leider außer formelhaften Charakteren und Handlungselementen nicht viel zu bieten. Weder Liebhaber von Actionfilmen noch von Thrillern kommen hier auf ihre Kosten und die erfolgreich aufgebaute düstere Atmosphäre ermüdet recht schnell einfach nur noch.
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