(„Star Trek“ directed by J.J. Abrams, 2009)

Star Trek

„To boldly go where no man has gone before.“ Selten traf dieses Star Trek eigene Motto so gut zu. Denn der neue Star Trek von Regisseur J. J. Abrams ist nicht nur der jüngste der Reihe, sondern bricht auch mit einer Reihe von Konventionen, welche die Vorgänger ausgezeichnet hat. Doch steht der Lost-Regisseur auch vor einer schweren Aufgabe: Zum einen hat er natürlich die Verpflichtung, die trotz der Flops des letzten Films (Nemesis, 2002) und der letzten Serie (Enterprise, 2001 – 2005) bestehende Fanbase zu befriedigen. Da es sich aber leider nicht als rentabel erweist, nur für diese relative kleine Gruppe einen Kinofilm zu produzieren, muss Abrams auch versuchen, andere Zielgruppen zu erreichen, um seinen 150 Millionen Dollar teuren Film zu einem Erfolg werden zu lassen. Das Problem ist offensichtlich: Elemente, über die sich diejenigen, die in Uniform in den Kinosaal kommen, freuen, schrecken die eher gewöhnlichen KinogängerInnen ab. Star Trek als Marke hat sich aus meinen eigenen Erfahrungen heraus für manche Menschen zu einem Tabu entwickelt: „Star Trek? Nein Danke!“
Der elfte Kinofilm der Reihe ist wie oft dieser Tage ein Prequel und spielt noch vor der Zeit, in der Kirk von William Shatner gemimt wurde. Er geht sogar ganz zurück zu den Anfängen und so erlebt der Zuschauer in der Anfangssequenz die Geburt von James T. Kirk. Auf dem Planeten Vulkan hingegen erlebt man Spock als Kind. Dieser Film lebt nicht aufgrund seiner Handlung, sondern weil er zeigt wie sich die Charaktere Kirk und Spock zu dem entwickeln, was sie später in der Serie und den Kinofilmen sein werden. Leicht ist das weder für Kirk (Chris Pine), dessen Vater bei seiner Geburt umgekommen ist und der als Draufgänger in Kneipenschlägerein verwickelt ist oder mit einem gestohlenen Wagen unter der lauten Musik der Beastie Boys der Polizei davon jagt. Noch ist es leicht für Spock (Zachary Quinto), der ein Exot auf Vulkan ist, denn sein Vater ist ein logisch-emotionsloser Vulkanier und seine Mutter ein emotionaler Mensch. Beide müssen im Laufe des Films Entscheidungen treffen, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Will Kirk der Draufgänger bleiben oder lieber der Sternenflotte beitreten? Will Spock seine menschliche Seite unterdrücken oder sich zu seinen Emotionen bekennen? Dies sind die Fragen, welche den Film voran treiben.
Die Handlung selbst basiert auf einer Zeitreise. Der Romulaner Nero (Eric Bana) reist unfreiwillig in der Zeit zurück und will sich an den Vulkaniern, genauer gesagt an Spock, rächen. Denn Spock, der als Vulkanier eine lange Lebenserwartung hat, betrachtet er als verantwortlich für die Zerstörung seines Heimatplaneten. Nero plant daher den ganzen Planeten Vulkan in einer Vergeltungsaktion zu zerstören, was ihm mit seiner fortschrittlichen Technologie auch leicht möglich ist. Der neu gebaute Enterprise, auf der sich der Konflikt in und zwischen Kirk und Spock weiter abspielt, gelingt es nicht, diesen Plan zu vereiteln und es gilt schließlich Nero an einer weiteren Tat zu hindern: Der Zerstörung der Erde.
Doch nicht nur Nero ist aus der Zukunft zurück gereist, sondern auch Botschafter Spock (Leonard Nimoy), der den romulanischen Heimatplaneten retten wollte, jedoch zu spät kam, erreicht das 23. Jahrhundert. Durch die wohl größte logische Unstimmigkeit des Films trifft er auf Kirk, welchem er von Neros Motiven berichtet und dem er auch davon erzählt, dass er und Kirk einmal Freunde sein würden.
Zugegeben, der blasse Charakter des Nero, welcher als Instant-Bösewicht daher kommt und auch die ganze Handlung, die zwar entgegen anderer Meinungen von in Zeitreisen wohl weniger bewanderten AutorInnen wie ich in sich schlüssig und stimmig ist, dient eher als Kulisse für die persönliche und zwischenmenschliche Entwicklung von Kirk und Spock. Pine und Quinto spielen ihre Rolle jedoch ausgezeichnet und wer ihre Vorgänger aus den 60ern kennt, wird feststellen, dass sie deren Mimik und Gestik genau studiert haben, um wirklich als deren jugendliche Version zu erscheinen. Zu erwähnen sind außerdem die restlichen Crewmitglieder, welcher nach und nach in den Film eingeführt werden. Zunächst ist das Dr. Leonard „Pille“ McCoy (Karl Urban), den Kirk schon auf der Sternenflotten-Akademie kennen lernt und Lt. Uhura (Zoë Saldaña), welche als Objekt der Begierde mit dafür Verantwortlich ist, dass der junge Kirk einer Bar in Iowa mit einem ramponierten Gesicht verlässt. Darüber hinaus die beiden Sulu (John Cho) und Chekov (Anton Yelchin). Ersterer, welcher auf einer Außenmission lieber mit einem Schwert als mit einem Phaser der Kampfkunst seiner Vorfahren nachgeht und Letzterer, welcher in bekanntem russischen Akzent seine Stärken beweist. Schließlich Montgomery „Scotty“ Scott (Simon Pegg), der in den Vorstellungen des Drehbuchautors in seinen Jugendjahren eher ein durchgeknallter Technik-Freak ist als der gemütliche Chefingenieur, der die Schrauben immer im richtigen Moment dreht, was aber natürlich kein Widerspruch sein muss.
Die größte (Neben-)Rolle jedoch hat meines Erachtens Leonard Nimoy, der 45 Jahre nach seiner ersten Verkörperung des Spock erneut in diese Rolle schlüpft und gerade aufgrund dieser Tatsache die ehrwürdigste Aura des ganzen Films hat. Durch Nimoy wird jedem Zuschauer bewusst, dass dies trotz Abrams Verjüngungskurs ein Star Trek Film ist. Aber auch andere Details lassen daran keinen Zweifel und es wurde der Fanbase Rechnung getragen, wenn der bekannte Kobayashi Maru-Test an der Akademie endlich zeigt wie Kirk ihn denn nun genau als einziger je bestehen konnte. Trotz aller Skepsis, der Film bleibt in jeder Szene ein Star Trek Film und wurde nicht zu einem beliebigen SciFi-Streifen, der lediglich einen Star Trek Anstricht trägt.
Handwerklich ist der Film in vielen Aspekten hervor zu heben. Die beeindruckenden visuellen Effekte zeugen davon wie sehr die Leute bei Industrial Light & Magic nach wie vor ihr Handwerk beherrschen (Schließlich war IL&M bei Star Trek II schon für die erste komplette CGI-Szene in einem Spielfilm verantwortlich!), obwohl deren Einsatz in mancher Minute vielleicht ein bisschen zu übertrieben war. Auch die Musik von Michael Giacchino, der schon für Abrams‘ Lost komponiert hat, passt perfekt zum Geschehen. Und der Tatsache, dass er in den End Credits das originale Star Trek Theme mit eingebaut haut, gebührt natürlich besonderer Anerkennung. Auch die moderne Kameraführung, welche bei Star Trek ein Novum darstellt, dürfte Abrams von Lost mitgebracht haben, was nicht heißen soll, dass sie nicht auch zu diesem Film passen würde. Denn wie Charaktere sucht auch die Kamera stehts nach dem richtigen Weg und harmoniert so gut mit der Handlung.
Konnte J.J. Abrams seine schwierige Aufgabe lösen? Ich meine ja! Zunächst hat er es geschafft den Film zu verjüngen. Einmal natürlich durch die junge Besetzung, dann aber auch durch einen zeitgemäßen Einsatz von visuellen Effekten und einer Handlung, die auch losgelöst von ihrem Science Fiction Setting darstellbar wäre. Wenn Kirk, Spock & Co. anders erscheinen als in den vorherigen Kinofilmen, dann liegt das nicht an einer Unterwerfung Abrams unter das Mainstreamkinopublikum, sondern vielmehr daran, dass er deren Anfänge zeigen will. Kirk war selbst in der originalen Serie noch ein bisschen der Draufgänger als der er in Abrams Film dargestellt wird. Die Charaktere sind nicht verbogen und verfälscht, sondern zeigen die noch unbeleuchteten Hintergründe ihres späteren Lebens. Nun gut, Spock eine Freundin zu verpassen ist gewagt, aber warum sollte seine menschliche Hälfte nicht auch nach einer solchen Beziehung streben? Lediglich die oft eingebauten humoristischen Dialogszenen sind meines Erachtens zu übertrieben und der ein oder andere Lacher hätte vielleicht nicht sein müssen. Star Trek TraditionalistInnen wie Peter Mühlbauer sind mit diesem Film natürlich unzufrieden und haben recht, wenn sie viele Änderungen bemerken. Doch führt ein konservatives Festhalten an Altem oft dazu in der Zukunft unterzugehen. Wer also als Star Trek Fan einsieht, dass es eine Änderung geben musste, um das Franchise auch ins 21. Jahrhundert zu retten, der sollte mit dem Ergebnis zufrieden sein, denn Abrams ist es gut gelungen zwei scheinbar unvereinbare Dinge unter einen Hut zu bringen und einen massentauglichen Star Trek Film für das 21. Jahrhundert zu drehen. Mein zugegeben etwas parteiisches Fazit lautet also „Ansehen!“ und es bleibt die Hoffnung, dass das Tabuwort „Star Trek“ nicht dafür sorgt, dass sich der normale Kinozuschauer einen guten Film entgehen lässt und für das Ende des Franchise sorgt. Wäre es nicht Star Trek, so bekäme der Film 5 Sterne, der Charme des Franchise und Details wie der Kobayashi Maru-Test sind für mich jedoch Anlass volle 6 Sterne zu vergeben!

Star Trek
3.5 (70%) 18 Artikel bewerten

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13 Responses

  1. Breakout

    Damit das Review selbst nicht zu sehr in die Länge gezogen wird noch einige Worte zur Zeitreise:

    Dadurch, dass per Zeitreise die Geschichte verändert wurde, befindet sich die Abrams-Crew in einem anderen Universum als alle anderen Star Trek – Serien und Fime, in denen z.B. Vulkan noch existiert.
    Abrams‘ Crew befindet sich sozusagen in einem Paralleluniversum, in der die Dinge anders abgelaufen sind. Darauf wird auch im Film hingewiesen. Aus Sicht von Zeitreisen und vor dem Hintergrund der Theorie von Paralleluniversen, die ja nicht bloß SciFi ist, durchaus plausibel.
    Durch diesen geschickten Schachzug kann Abrams in einem möglichen folgenden Film viel freier handeln, weil er nicht aufpassen muss, dass seine Story mit den über 700 Serienfolgen und 10 Kinofilmen kompatibel ist.
    Dadurch ist es aber leider auch nicht mehr das Star Trek Universum. Aber auch vielleicht hier ein ganz akzeptabler Kompromiss.

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  2. Candide

    @tumulder: stimmt, ich wollte aber alle die mit einem klaren „Ja“ antworten sofort in die Trekkie-Kiste werfen 😉
    Du hast aber natürlich Recht, gerade Breakout’s Review macht klar dass für viele „Star Trek“ Tabu ist, so lässt auch die von mir reingestellte Umfrage schließen dass man entweder „drinnen oder draußen“ ist, was natürlich Quatsch ist. Also bitte auch in so einem Film mit „Ja“ antworten auch wenn man kein Hardcore-Trekkie ist.

    Aber kommen wir zum Wesentlichen: Schönes Review das mich zugegebenermaßen Neugierig macht. Früher war ich von SciFi nie recht begeistert und habe auch die TV-Serien gemieden. Zu einem späteren Zeitpunkt habe ich mich aus Selbstschutz diesem Universum nicht genähert. Ich hege nämlich dazu mich sehr schnell in Paralleluniversen zu verlieren und habe genug damit zu tun meine Comicsammlung noch zu checken 😉

    Wenn ich deine Worte richtig verstehen dann wäre dieser Film aber ein klassischer „Starting-Point“ für Noobs, richtig? Das macht das Ganze natürlich noch schmackhafter, ich werde es mir überlegen ob ein Kinobesuch drinnen ist oder nicht.

    Dieses Phänomen der Verjüngung ist übrigens auch in meiner geliebten Comicwelt schon lange (Marvel hat damit seit Ende der 90er wahnsinnig Erfolg) zum neuen Trend geworden. Auch ich bin aber der Meinung dass ein störrisches Verhalten der eingefleischten Fanbase zu nichts führt. Es muss weiter gehen auch wenn gleichzeitig natürlich immer der Profit eine große Rolle spielt.
    Einerseits ärgert das, andererseits verlieren so Werke wie eben „Star Trek“ ihr Nischendasein und werden nicht mehr als „Nerd-Trash“ abgetan sondern bekommen endlich die gebührenden Aufmerksamkeit.

    nuff said

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  3. Inspector Santini

    Ich bin zwar kein Trekkie aber definitiv ein großer Fan von „Star Trek“ und den diversen Ablegern, dazu kommt das ich ein hoffnungsloser Traditionalist bin. Ich hab immer so meine Probleme mit fundamentalen Veränderung (das gilt übrigens auch für die schon erwähnten Marvel-Comics ) und halte auch nichts davon einen Todgeweihten künstlich am Leben zu erhalten, aber um „Star Trek“ würde es mir wirklich Leid tun.
    Solange J.J Abrams nicht alle Trademarks über Board kippt und „Star Trek“ jetzt plötzlich
    Soft-SF wird, bleibe ich dem Franchise treu….auch wenn mir eine kleine Nostalgie-Träne über die Wange kullert.

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  4. Breakout

    Diese Träne kulliert bei mir auch, so ist das ja nicht. Nur wäre die Träne um einiges größer, wenn das Franchise ganz sterben würde. Insofern ist das für mich die definitiv bessere Alternative.

    Dass das Set natürlich anders aussieht als bei The Original Series ist für mich auch kein Anlass zur Kritik. Denn abgesehen davon, dass es der Zwang des Box Office ist, ist selbst Blockbuster-Kino eine Form von Kunst und als solche sind künstlerische Interpretationen durchaus legitim, selbst wenn die Brücke der Enterprise anders aussieht als vor 40 Jahren. Aber ja, da gibt es eben auch andere Meinungen.

    Ein Starting-Point für Noobs, wie Du so schön sagtest, ist er nur insofern als dass Du darauf hoffen kannst, dass weitere Kinofilme produziert werden. Ob der nachträgliche Einstieg in die älteren Kinofilme damit gelingt, wage ich zu bezweifeln. Zu krass sind die Unterschiede, obwohl ich Dir sie natürlich unabhängig davon nur wärmstens ans Herz legen kann, v.a. Der erste Kontakt, den ich ja bereits einmal besprochen habe, erscheint mir noch am zugänglichsten.

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  5. AndreasC1977

    Star Trek 11 – Ein Sci-Fi-Film, aber leider kein Star Trek.
    Ich war riesig gespannt auf das neue Star Trek Abenteuer auch wenn ich skeptisch war, ob ein Regisseur, der von Star Trek bislang keine Ahnung hatte, wirklich den hohen Ansprüchen echter Star Trek Fans würde standhalten können.
    Gestern Abend hat sich für mich (und wie man im Kino hören konnte auch bei anderen FANS) diese Befürchtung bewahrheitet.

    Star Trek 11 steckt voller „Fehler“, die die Nachfolgeserie „Star Trek“, oder „Raumschiff Enterprise“, wie sie in Deutschland hieß, ad Absurdum führt.
    1. Im Eröffnungsteil wird ein Föderationsraumschiff gezeigt, dass von einem Romulanischen Vehikel zersört wird. Dieses Raumschiff, warp-fähig, verfügt über keine Warp-Gondeln. Trekker wissen, dass die Raumschiffe der Föderation mindestens 2 Warpgondeln haben, sei es von der kleinen Fähre bis zu den gewaltigen Schiffen der Galaxy-Klasse. Ein klarer Bruch zum Thema Föderationstechnik.
    2. Das Insignia der Enterprise, die Pfeilspitze, wird im Film bereits von ALLEN Föderationseinheiten, auch das Föderationsschiff im Eröffnungsteil und der Sternenflottenakademie, geführt. Allerdings weiß auch hier jeder Trekker, dass die Pfeilspitze lediglich das Symbol der Enterprise war, dass in der Originalserie der 60er Jahre jedes Schiff und jede Einheit ein anderes Symbol hatte.
    3. Uhura und Spock sind ein Paar??? Netter Gedanke, aber absolut abwegig. Uhura hatte immer schon einen Hang zu Scotty, dies wird hier aber in keiner Weise gedeutet.
    4. Chekov ist bereits hier schon auf der Enterprise… Dieser Fehler kam schon in Star Trek 2 vor, wo Chekov Khan kennt, aber jeder Trekker weiß, dass Chekov in der Serienfolge, wo die Enterprise-Crew die Bekanntschaft des Khans macht, noch gar nicht an Bord war. Chekov kam erst in der zweiten Serienstaffel an Bord. Wie passt dies zu diesem Film? Gar nicht!
    5. In der ehemaligen Pilotfolge lernt Kirk den ersten Captain der Enterprise, Captain Pike, erst kennen. Im Film lernt Kirk Captain Pike schon vor der Serie kennen… Fataler Fehler…
    6. Die folgenden Fehler werden mit dem üblichen Mist erklärt, dass es mehrere Zeitlinien gibt… tolle Erklärung, wenn man Nonsens schreibt um einen Actionsfilm zu produzieren, ohne Rücksicht auf Vorgaben durch andere Filme und Serien nehmen zu müssen:
    – Spocks Mutter Stirbt: In der Serie als auch in Star Trek Filmen (Star Trek IV) lebt Spocks Mutter, wird auch gezeigt.
    – Vulkan wird zerstört: In mehreren Star Trek Filmen und mehreren Serien wird Vulkan gezeigt
    – Scotty ist ein chaotischer hallodri: In der Serie eher ruhig, besonnen.
    – Chekov ist kaum zu verstehen, spricht derart starken Akzent, dass man raten muss: Hat er an Bord der Enterprise heimlich eine sprachschule besucht, oder wieso spricht er in der Serie nur noch mit schwachem Akzent?
    – Die Enterprise des Films soll die Enterprise aus der 60er-Jahre-Serie sein… wieso sieht dann das Innere des Schiffs eher aus wie ein Chemiewerk? So viele Rohre, „Tanks“, Lüftungen… wo sind die normalen Gänge geblieben, die so markant sind für Föderationsschiffe?
    – Wieso ist die Ähnlichkeit der Enterprise mit der Serien-Enterprise so gering? Natürlich ist mit der heutigen Technik viel mehr möglich als in den 60er Jahren, aber es SOLL ja die gleiche Enterprise sein. Im Anschluss der Folge soll die Serie stehen. Und dennoch ist es offentlichlich ein ganz anderes Schiff.
    – Jeder Star Trek Film und die meisten der Serienfolgen haben eine Art Philosophie. Sei es Rassendiskrimminierung, Umweltschutz, Religion, Geschlechterkampf, Genozit, Politikum, oder einfach nur Ethik. Dieser Film ist brutale Action. Noch nie floss in einem Star Trek Film soviel Blut wie in diesem.

    Ein Tipp an Paramount: Lieber einen Trekker als Regisseur und Drehbuchautor wählen als einen Holliwood-Regisseur, der von der Materie nur einen kleinen Überblick hat. Eben ein annehmbarer Sci-Fi-Film, aber leider nur leicht angehaucht mit Star Trek – Knowledge.

    P.S.: Trekkie ist ein Spottwort, ein Schimpfwort. Echte Star Trek Fans bezeichnen sich als Trekker!!!

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  6. Breakout

    Nunja, dass es diese Ansicht gibt, ist mir bekannt. Ich möchte auch nicht die Richtigkeit Deiner Feststellungen anzweifeln, doch was mit diesem dogmatischen Konservativismus erreicht wurde, hat man die letzten Jahre ja gesehen: Das Franchise wäre fast gestorben. Von wegen „lieber einen Trekker als Regisseur“! Nagut, hätte ich mir vermutlich auch angesehen. Und Du vielleicht auch. Aber viel mehr Zuschauer hätte der Film nicht gehabt. Manche sagen dann, dass das Franchise lieber untergehen sollte. Ichs eh das anders und ich bezweifle, dass es dabei einen „wahren Weg“ gibt.

    Trotzdem zu Deinen Punkten:

    1) Du schließt vorn vorneherein aus, dass es etwas in der Vergangenheit der Föderationstechnologie gegeben hat, nur weil in den nachfolgenden Serien und Filmen etwas dergleiches nicht vorkam bzw. nicht erwähnt wurde.

    3) Ebenso bei diesem Punkt. „Hatte schon immer“… Ja vielleicht schon immer während TOS aber anscheinend hatte sie vorher was mit Spock. Wo widerspricht sich das? Ich war auch schon in mehrere Personen verliebt und mein Leben ist kein schlechtes Drehbuch deswegen.
    Ähnlich Deine Aussage zu Scotty: Warum kann sich aus dem „chaotischen Hallodri“ nicht der gelassene Scott entwickeln? Charakterentwicklung ist ja wohl eines der tollsten Dinge an einer Serie.

    6) Dass manchen Zuschauern die alternative Zeitlinie übel aufstößt kann ich verstehen, aber in sich ist das stimmig.
    Und ja, ich weiß, Menschen wie Euch – und das ist nicht beleidigend gemeint, bitte nicht falsch verstehen – wäre es am liebsten, wenn der Film im originalen TOS-Set der Enterprise gedreht worden wäre. Ich hätte Euch einen solchen Film gegönnt aber es hätte sich schlicht und einfach kein Schwein angesehen. Speziesismus Ende.
    Auch der Vorwurf der rein brutalen Action ist nicht schlüssig. Im Vordergrund steht definitiv die Charakterentwicklung. Außerdem: Wo war bei First Contact die Ethik? War der Film nicht viel mehr pures Actionkino? Auch ich mag den Diplomaten Picard, den neunten Kinofilm wegen seiner ethischen Fragestellungen und halte „Das Standgericht“ für die beste TNG-Folge aber nicht jeder Fußschritt, den ein Föderationsangehöriger tut, hat eine philosophische Bedeutung. Ich würde mich auch freuen, wenn dem mehr Beachtung geschenkt worden wäre aber nur aufgrund des Fehlens den Film zu disqualifizieren ist inkonsequent. Der Dominion-Krieg war doch auch nur Rumgeballer! Vielleicht war das damals schon ein Mittel, um die Quote halten zu können? Weiß ich nicht. Aber nun alles Abrams vorzuwerfen, was vorher schon da gewesen ist, halte ich für unfair.

    Bei mir hieß es übrigens schon immer Trekkie weil Trekker ein Traktor ist mit dem man auf dem Pfeld herumfährt. 😉

    Abschließend vielleicht noch ein kleines philosophisches Statement: Es gibt keine echten Star Trek Fans, es gibt nur solche und solche. Dass der Film es nicht allen rechtmachen würde, war abzusehen. Ich gehöre zu denen, die den Kompromis gelungen finden. Aber ich möchte nicht sagen, dass andere Ansichten im Unrecht sind.

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  7. Candide

    Habe den Streifen nun auf Blu-Ray nachgeholt und war angenehm überrascht. Wie du in deinem Review richtig erwähnst merkt man dem Film an dass die Macher einen Mittelweg zwischen Tradition und Mainstream erreichen wollten.
    Da ich selbst aber wenig bewandert bin im Star Trek-Universum war ich eigentlich heilfroh nicht gleich mit tausenden von Dingen überfordert zu werden. Die wenigen Charaktere waren übersichtlich, die Story selbst jetzt nicht der Oberhammer aber durchaus passabel und die Bild- sowie Toneffekte vom Feinsten.
    Wie gesagt: als Einsteiger empfand ich den Film als sehr angenehm und erfrischend und ich muss zugeben ich habe mir schon überlegt wie ich am besten die ganzen Vorgänger nachholen könnte. Falls jemand einen Tipp für eine tolle Blu-Ray Sammlung hat wäre ich sehr dankbar 🙂

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  8. Inspector Santini

    Die Star Trek- Filme sind nicht schlecht, aber am Besten funktioniert das ganze als fortlaufende Serie. Mein Tipp: Die sieben Staffeln von „Deep Space Nine“! Es gibt Action, eine übergeordnete und abgeschlossene Storyline, eine Fülle an freakigen Charakteren und mit dem „Dominion“ einen der härtesten Wiedersacher der Förderation.

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  9. Breakout

    Die vorhergegangen Star Trek Kinofilme zu gucken ist aber natürlich ein Wagniss, wenn man nur den Neusten kennt. Denn die sind schon ziemlich anders. Ob es die und in welcher Form als Blu-Ray gibt, weiß ich allerdings nicht. Meine Favoriten sind jedenfalls Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart und Star Trek VIII – Der erste Kontakt.

    Inspector Santinis Tipp muss ich allerdings vehement widersprechen: Wer Star Trek mit der von Gene Roddenberry angedachten Friedfertigkeit und Utopie sehen will, muss sich die sieben Staffeln „The Next Generation“ ansehen. Da gibt es zwar keine staffelübergreifende Kriegshandlung aber TNG hatte es auch nicht nötig auf so plumpe Weise die Quote zu halten. Da hat die Charakterentwicklung, z.B. von Data, oder die Diplomatie und Ethik von Picard ausgereicht. So, genug gedisst. DS9 ist schon ok und ich fand den Handlungsbogen Dominion-Krieg ja auch gut. Worf und O’Brien kommen aber trotzdem von TNG. 😉

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  10. Parker

    Ich hab die Fernsehstaffeln nie durchgehend verfolgt, aber doch sehr viele davon gesehn und auch die meisten Filme (alte und neue). Am besten fand ich auch „First Contact“: Intelligenter und spannender Plot mit einer Verbindung von alt und neu, tolle Schauspielleistung vor allem Alice Krige als die Borg Königin fand ich wirklich gut.

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  11. Inspector Santini

    Ist natürlich eine harte Sache welche von beiden Serien die Bessere ist. DS9 finde ich aber was Plot und Personen angeht interessanter und facettenreicher als TNG. Bei TNG kommen mir persönlich die Charaktere manchmal sehr eindimensional daher und zwischenmenschliche Beziehungen werden auch oft vernachlässigt. Bei DSG gibt es hingegen einen ganzen Haufen an interessanten Personen z.B Garak, Gul Dukat, Weyoun und seine ganzen Klone, Odo und natürlich Quark….ist aber wie bereits gesagt eine Glaubensfrage. Wer auf das Erforschen neuer Welten und friedliche Lösungen steht sollte sich die TNG-Staffeln besorgen.Wem dagegen politische Konflikte, Intrigen und Action mehr zusagen wird mit DS9 super bedient.

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  12. Breakout

    TOS und TNG waren eben immer Serien, die meist innerhalb der Föderation gespielt haben. DS9 hingegen war ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen, Rassen, politischen Gruppierungen, etc. Das gibt natürlich die Möglichkeit ganz andere Plots zu spinnen. Und manche Charaktere haben wirklich ein Lob verdient. Ich hab bei meinem vorherigen Post auch schon „Garak“ getippt gehabt, es dann aber doch wieder gelöscht. Aber es stimmt schon, Garak ist spitze.
    Vielleicht war ich nur immer so ablehnend gegenüber DS9, weil ich mit TNG sozialisiert wurde und die Umstellung dann nicht leicht fiel. Aber trotzdem, ich mag auch DS9. Nur eben nicht soooooo wie TNG. 😉

    Ich glaube wir sind offtopic und sollten das irgendwie beenden oder an anderer Stelle weiter führen.

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