Death of a Ladies Man
© 2020 DOALM Ontario Inc., Films DOALM Quebec Inc. and Port Pictures Ltd.

Death Of A Ladies’ Man

Death Of A Ladies Man
„Death Of A Ladies’ Man“ // Deutschland-Start: 7. April 2022 (Kino) // 5. August 2022 (DVD)

Inhalt / Kritik

Was Frauen angeht, war Samuel O’Shea (Gabriel Byrne) noch nie ein Kostverächter. Er hat mit ihnen allen geflirtet, auch während seiner Ehe. Als seine zweite Ehefrau ihn jedoch betrügt, ist das für ihn eine zu große Beleidigung. Wie kann sie ihm das antun? Aber es bleibt nicht bei dieser einen Hiobsbotschaft: Als er sich nach einer Reihe von Halluzinationen, beispielsweise rund um seinen eigentlich verstorbenen Vater Ben (Brian Gleeson), ärztlich untersuchen lässt, stellt sich heraus, dass er einen Hirntumor hat. Viel machen kann man zu dem Zeitpunkt nicht mehr, sein Tod ist nur noch eine Frage der Zeit. Während er noch damit ringt, was er damit anfangen und wie er sich gegenüber seiner Familie verhalten soll, macht er die Bekanntschaft von Charlotte (Jessica Paré), die es ihm trotz oder wegen des großen Altersunterschiedes sofort angetan hat …

Über das Leben mit dem Tod

Wenn in Filmen Menschen Verstorbene sehen, dann handelt es sich in den meisten Fällen um einen Vertreter des Horrorgenres. Logisch: Die Vorstellung, dass die Toten unter uns wandeln könnten, die ist schon ein wenig unheimlich. Aber es gibt natürlich auch etwas humorvollere Varianten dieses Szenarios. In Da scheiden sich die Geister wird ein Schriftsteller von seiner toten Frau heimgesucht, die sich kräftig in sein Leben einmischt. Und dann wären da noch die diversen komischen Geschichten, in denen die besagten Geister gejagt werden sollen, von Ghostbusters – Die Geisterjäger bis zu Extra Ordinary. Zumindest anfangs sieht es so aus, als ginge auch Death Of A Ladies’ Man in diese Richtung. Denn so irritierend diese Szenen für Samuel sind, wenn sein alter Herr vor ihm steht – und dabei jünger ist als er selbst –, so unterhaltsam sind die Begegnungen für das Interview.

Auch sonst hat sich Regisseur und Drehbuchautor Matt Bissonnette einiges einfallen lassen, um die Halluzinationen seines Protagonisten möglichst unterhaltsam zu gestalten. Das gelingt ihm tatsächlich auch gut. Ohne viel vorwegzunehmen und damit die Überraschung zu verderben: Wenn Menschen plötzlich ganz anders aussehen oder sich völlig unberechenbar verhalten, dann ist das zumindest für die Freunde und Freundinnen eines eher schrägen Humors ein Grund zur Freude. Gerade in der ersten Hälfte hat Death Of A Ladies’ Man eine schön surreale Anmutung. Selbst wenn man sich daran gewöhnt hat, dass in der Wahrnehmung von Samuel nichts mehr wirklich Sinn ergibt, stolpert man doch über mehrere Situationen, die einen so richtig aus dem Konzept reißen.

Ein bisschen was von allem

Aber das ist eben nur ein Teil der Geschichte. Bissonnette versucht gleichzeitig zu erzählen, wie sich ein Mann mit ganz offensichtlichen zwischenmenschlichen Mängeln noch einmal aussöhnen möchte – mit sich und anderen. Auf gewisse Weise ist Death Of A Ladies’ Man also schon einer dieser Filme, bei denen sich die Hauptfigur im weit fortgeschrittenen Lebenslauf noch einmal zu einem besseren Menschen wandelt. Nur, so richtig viel tut er dann doch nicht. Es gibt ein paar süße Szenen, sowohl mit dem Vater wie auch seiner Exfrau Geneviève (Suzanne Clément). Aber so wahnsinnig groß sind die Erkenntnisse nicht. Dass der ständige Trinker zwischendurch mal versucht, nicht bei jeder sich bietenden oder nicht bietenden Gelegenheit zum Glas zu greifen, ist da schön das höchste der Gefühle.

Allgemein ist das auch ein bisschen das Problem des Films: Da wird nie so wirklich konsequent eine Richtung verfolgt. Death Of A Ladies’ Man ist mal komisch, dann wieder ernst, kritisiert den Protagonisten im Hinblick auf sein Frauenverhalten, nur damit der sich gleich wieder an die nächste ran wirft und romantische Szenen kreiert. Auch das Nebeneinander von Surrealem und Alltäglichem fügt sich nie ganz zusammen. Es wird nie klar, was genau Bissonnette eigentlich wollte. Dennoch, irgendwie ist diese Tragikomödie ganz angenehm, sofern man sich nicht zu sehr an den charakterlichen Defiziten des Protagonisten stört. Auch wenn eine Partnerschaft mit Samuel eher weniger zu empfehlen ist, so macht es doch durchaus Spaß, ein wenig Zeit mit ihm zu vertreiben.

Credits

OT: „Death Of A Ladies’ Man“
Land: Kanada, Irland
Jahr: 2020
Regie: Matt Bissonnette
Drehbuch: Matt Bissonnette
Musik: Stephen Rennicks
Kamera: Jonathon Cliff
Besetzung: Gabriel Byrne, Jessica Paré, Brian Gleeson, Suzanne Clément, Antoine Olivier Pilon

Bilder

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Death Of A Ladies’ Man
Fazit
In „Death Of A Ladies’ Man“ leidet ein in die Jahre gekommener Frauenheld an Halluzinationen und erfährt dann, dass er nicht mehr lange leben wird. Das Ergebnis ist eine etwas eigenartige Tragikomödie, die surreale und alltägliche Situationen miteinander verbindet, ohne dass je wirklich klar würde, was denn der Punkt von allem ist.
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