Nord Nord Mord - Sievers und die stille Nacht ZDF
© ZDF/Manju Sawhney/Georges Pauly/Sandra Hoever

Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht

Inhalt / Kritik

Nord Nord Mord Sievers und der schwarze Engel Sievers und die Stille Nacht
„Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht“ // Deutschland-Start: 20. Dezember 2021 (ZDF) // 28. Januar 2022 (DVD)

Eigentlich hatte sich Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) darauf gefreut, bei seiner neuen Freundin Freya Reuter (Lena Dörrie) vorbeizuschauen. Stattdessen bietet sich ihm ein Bild des Schreckens. Zwei Männer im Weihnachtsmannkostüm haben ihren Vater ermordet und sie sowie ihre Mutter Regina (Johanna Gastdorf) im Keller eingesperrt. Die Ermittlungen führen ihn, seinen Chef Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) sowie seine Kollegin Ina Behrendsen (Julia Brendler) zu einer Agentur, die Weihnachtsmänner vermietet. Dabei stellen sie fest, dass ausgerechnet Freyas entfremdeter Bruder Jona (Cecil von Renner) dort tätig ist. Könnte er hinter dem Überfall auf seinen eigenen Vater beteiligt gewesen sein? Während die Polizei diese und weitere Spuren verfolgt, hadert Behrendsen damit, dass Feldmann neu vergeben ist, während sich die beiden noch immer eine Wohnung teilen …

Fleißig und eingespielt

Dieses Jahr war das Sylter Polizeitrio rund um den etwas mürrischen Sievers richtig fleißig. Dreimal war es 2021 bereits im Einsatz, erst in Sievers und der goldene Fisch, dann in Sievers und der schönste Tag und zuletzt in Sievers und der schwarze Engel. Nun steht mit Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht bereits der vierte Fall innerhalb von zwölf Monaten auf dem Programm, im neuen Jahr geht es schon wieder mit dem nächsten Film weiter. Das ist selbst in diesem nun nicht gerade zurückhaltenden TV-Segment auffallend viel. Den Zuschauern und Zuschauerinnen scheint dieser Dauerbeschuss aber zu gefallen. In den letzten Jahren schafften die Krimis konstant Zuschauerzahlen oberhalb der 8,5 Millionen-Grenze.

Entsprechend gering sind daher die Anreize, etwas an dem Prinzip zu ändern. Wie schon zuvor setzt der 16. Teil der ZDF-Krimireihe daher auf eine Mischung aus idyllischem Setting und brutalen Morden, die zwischendurch durch Humor aufgeheitert werden. Bei Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht besteht der beispielsweise in dem wortwörtlichen Running Gag, dass ständig irgendwelche Weihnachtsmänner davonrennen, bei dem Versuch, der Polizei zu entkommen. Außerdem gibt es das eine oder andere Wortgefecht, Fans kennen das schon, bei dem es schon auch lustiger werden kann. Zumindest für das Publikum, das als lachender Dritter sich darüber freuen kann, dass auf Sylt offensichtlich ein etwas anderer Ton herrscht.

Unerwartet tragisch

Anders als bei den Filmen der ZDF-Kollegin Marie Brand, wo solche Auseinandersetzung gerne mal ins Alberne gehen, haben sie hier oft einen ernsten Kern. Ein wiederkehrendes Thema, das gerade in Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht im Vordergrund steht, ist das schwierige Verhältnis von Feldmann und Behrendsen, die beide mit der aktuellen Situation überfordert sind – auch weil sie nicht offen kommunizieren. Aber auch drumherum gibt es einige schmerzhafte Erkenntnisse. Tatsächlich wird es im Verlauf des anfangs so heiter erscheinenden Krimis auf eine Weise tragisch, wie man es nur selten sieht. Wo andere für ihre Weihnachtsausgaben betont versöhnlich werden, um die Leute daheim vor den Fernsehern ein bisschen zu verwöhnen, da mutet einem Drehbuchautor Thomas O. Walendy richtig viel zu.

Der Kriminalfall an sich ist dabei etwas gemischt. Auf der einen Seite ist das hier durchaus clever konstruiert, wenn der Film diverse falsche Fährten platziert, die man erst spät als solche erkennt. Gleichzeitig kommt die Auflösung ein bisschen plötzlich. Da wurde schon nicht ganz fair gespielt. Man kann sich auch darüber streiten, ob das in der Form glaubwürdig ist. Dennoch, insgesamt ist Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht ein lohnenswerter Teil der Reihe, der Spaß und Spannung miteinander kombiniert. Auch wenn die Filme zuweilen ein bisschen zu routiniert sind, hier passt das Gesamtpaket und macht Lust auf weitere Fälle.

Credits

OT: „Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht“
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Regie: Sven Nagel
Drehbuch: Thomas O. Walendy
Musik: Mario Grigorov
Kamera: Heinz Wehsling
Besetzung: Peter Heinrich Brix, Julia Brendler, Oliver Wnuk, Victoria Trauttmansdorff, Anne Weber, Lena Dörrie, Johanna Gastdorf, Anna Stieblich, Cecil von Renner, Thomas Kügel, Jürg Plüss

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„Nord Nord Mord: Sievers und die Stille Nacht“ kombiniert auf typische Weise Spaß und Spannung, wenn das Polizeitrip einen mordenden Weihnachtsmann jagt. Der Fall arbeitet dabei geschickt mit falschen Fährten. Es ist aber vor allem die tragische Note, die einem hier in Erinnerung bleibt.
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