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© WDR/Martin Valentin Menke

Der Hodscha und die Piepenkötter

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„Der Hodscha und die Piepenkötter“ // Deutschland-Start: 17. Februar 2016 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Eigentlich war es für Ursel Piepenkötter (Anna Stieblich) ausgemachte Sache, dass sie erneut als Bürgermeisterin von Lautringen antritt. Unerwartet bekommt sie dann aber Konkurrenz durch ihren Parteikollegen Dr. Schadt (Fabian Busch), der sich als Gegenkandidat präsentiert. Denn der macht mächtig Stimmung gegen einen geplanten Neubau einer Moschee, die im Anschluss deutlich größer sein soll als zuvor. Das kommt bei den Menschen vor Ort gar nicht gut an, da sie befürchten, dass ihre Kultur dabei untergehen wird. Der Hodscha (Hilmi Sözer) wird zum neuen Feindbild einer sich entfremdenden Gesellschaft. Piepenkötter bleibt daher nichts anderes übrig, als irgendwie auf die Situation zu reagieren. Um die Menschen auf ihre Seite zu bringen, sucht sie nach einem Weg, den Bau doch noch zu verhindern – was aber alles andere als einfach ist …

Romanadaption mit aktuellem Thema

Kaum ein Thema hat die Menschen hierzulande in den letzten Jahren mehr beschäftigt als die wachsende Zahl von Leuten aus anderen Ländern – vor allem, wenn diese eine andere Kultur mitbringen. Kein Wunder also, dass sich im deutschen Fernsehen zahlreiche Filme finden, die sich alle auf die eine oder andere Weise mit dem Thema beschäftigen. Oft geschieht das auf eine ganz ernste Weise, sei es als richtiges Drama oder verpackt in einen Krimi. Aber das muss nicht so sein, manche Filme gehen das auch mit Humor an. Ein Beispiel hierfür ist die ARD-Komödie Der Hodscha und die Piepenkötter. Dabei handelt es sich um die Adaption des gleichnamigen Romans von Birand Bingül. Der kam bereits 2011 heraus, die Verfilmung fünf Jahre später. Doch der Inhalt ist so aktuell, dass er zehn Jahre später noch genauso gut funktioniert.

Tatsächlich dürfen einem die Argumente und Sorgen sehr bekannt vorkommen. Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass die Menschen alles ablehnen, was ihnen fremd ist. Die Moschee wird zum Symbol dafür, dass Deutschland nicht mehr deutsch genug ist. Daraus ließe sich natürlich eine Diskussion ableiten, was genau eigentlich deutsch ist und wie viel unterschiedliche Elemente eine Gesellschaft verkraftet, bevor das Zusammengehörigkeitsgefühl leidet. Das würde aber bedeuten, dass man sich tatsächlich damit auseinandersetzen muss. Will aber niemand. Das wollen weder die Menschen in dem Ort noch die Politik, die es sich auf Populismus gemütlich macht. Aber auch Der Hodscha und die Piepenkötter drückt sich davor, etwas mehr in die Tiefe zu gehen und das Anliegen ernstzunehmen.

Einfacher Humor

Stattdessen macht Regisseurin Buket Alakus (Polizei, She Said Maybe) daraus eine Farce, die bewusst mit Übertreibungen statt Substanz arbeitet. Es wimmelt in dem Film von Klischees, die Figuren sind überwiegend stereotyp. Das muss nicht zwangsläufig verkehrt sein. Filme müssen nicht immer tiefgängig sein, sie dürfen auch mal Spaß machen. Bei Der Hodscha und die Piepenkötter klappt das aber auch nur bedingt. Dafür ist der Humor einfach nicht spannend genug. An manchen Stellen versucht man sich an einer Satire, will tatsächlich die Figuren vorführen. Dafür fehlt aber der Biss. Stattdessen neigt man zu einem plumpen Humor, der eher Schenkelklopfer als wirkliche Demontage ist.

Das darf man natürlich trotzdem mögen. Und zumindest manchmal ist es ja schon irgendwie amüsant, wie die Politik sich gegenseitig hintergeht, mauschelt, betrügt und lügt, nur um irgendwie an die Macht zu kommen, und dabei an die niedrigsten Instinkte appelliert. Dass es am Ende – wenig überraschend – auf ein Plädoyer für mehr Vielfalt und Akzeptanz hinausläuft, ist zwar nicht verkehrt. Und zumindest versucht Der Hodscha und die Piepenkötter, dieses Ende auch vorzubereiten, anstatt einfach nur plötzlich die moralische Keule rauszuholen. Dennoch bleibt am Ende die Ernüchterung, wie wenig aus all dem herausgeholt wurde. Die Komödie ist trotz eines vielversprechenden Szenarios eher langweilig.

Credits

OT: „Der Hodscha und die Piepenkötter“
Land: Deutschland
Jahr: 2015
Regie: Buket Alakus
Drehbuch: Gernot Gricksch
Vorlage: Birand Bingül
Musik: Maurus Ronner
Kamera: Marcus Kanter
Besetzung: Hilmi Sözer, Anna Stieblich, Yeliz Simsek, Damian Hardung, Hasan Ali Mete, Sermin Kayik, Eric Klotzsch, Julia Goldstern, Sybille J. Schedwill, Fabian Busch

Bilder

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Der Hodscha und die Piepenkötter
fazit
In „Der Hodscha und die Piepenkötter“ versucht eine Bürgermeisterin, den Bau einer Moschee zu verhindern, um bei der nächsten Wahl zu punkten. Die Romanadaption hat schon satirische Ansätze. Daraus wird aber zu wenig gemacht, es bleibt eine amüsante, aber oberflächliche und zuweilen plumpe Komödie.
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