Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag
© Manju Sawhney/ZDF

Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag

Inhalt / Kritik

„Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag“ // Deutschland-Start: 15. März 2021 (ZDF) // 23. April 2021 (DVD)

Als vor Sylt ein toter Hochzeitsvideograf mitsamt seinem Autor aus dem Wasser geholt wird, sieht das zunächst nach einem Unfall aus, vielleicht auch einem Selbstmord. Doch dann stellt sich heraus, dass ihn jemand zuvor vergiftet haben muss. Bei ihren Ermittlungen decken Hauptkommissar Carl Sievers (Peter Heinrich Brix), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) auf, dass es dafür durchaus Motive gab. Schließlich hat der Verstorbene nebenher mit dem einen oder anderen schmutzigen Geheimnis gehandelt. Währenddessen hat Ina noch ein ganz anderes Thema, um das sie sich kümmern muss: Ihre Tante Marion (Hannelore Hoger) ist selbst nach Sylt gekommen, um dort Robert Hofstetter (Christian Kohlund) zu heiraten. Und ausgerechnet der Tote hätte das Ereignis filmen sollen …

Schöne Kulisse, hässliche Geschichte

Bei der ZDF-Krimireihe Nord Nord Mord arbeitete man bekanntlich schon immer gern mit Kontrasten. So wird dort schon seit 2011 das idyllische Ambiente von Sylt genutzt, um von grausigen Taten zu erzählen, die eigentlich gar nicht dorthin gehören. Das ist bei Sievers und der schönste Tag nicht anders. Im Gegenteil: Beim nunmehr 14. Teil der Reihe wird das auch noch mit dem Thema Hochzeit verknüpft. Ein Ereignis, das für viele das schönste Erlebnis in ihrem Leben sein soll, bekommt so einen empfindlichen Dämpfer. Mord und Erpressung sind nun einmal nicht die besten Rahmenbedingungen, um ein gemeinsames Leben voller Zuversicht und Vertrauen zu starten. Da können die Bilder noch so schön sein, das Kleid noch so weiß – die dunklen Wolken machen schon einiges kaputt.

Ein bisschen wird das von dem Humor abgefangen, für den die Reihe neben den Aufnahmen berühmt ist. Wobei man hier seine Erwartungen etwas herunterschrauben sollte. Schon beim Vorgänger Sievers und der goldene Fisch gab es weniger Witze als das Mal davor. Bei Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag wurde das noch weiter reduziert. Ganz ohne geht es natürlich nicht, wobei die meisten humorvollen Szenen auf Hinnerk und Ina zurückgehen. Ersterer darf beispielsweise mal wieder den Klugscheißer raushängen lassen, wenn er über die Eigenschaften von Giften fachsimpelt. Und auch die gemeinsamen Szenen der beiden sind wie immer für den einen oder anderen Schmunzelmoment gut.

Die Tragik dahinter

Ansonsten ist Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag eine erstaunlich tragische Angelegenheit. Das betrifft nicht nur den Mord an sich. Vielmehr haben auch die Lebenden mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Da geht es mal um einen unerfüllten Kinderwunsch, dann wieder enttäuschte Liebe. Ein wichtiger Faktor ist zudem das schwierige Verhältnis von Ina zu ihre Tante Marion, die Folge von einem länger zurückliegenden Familienereignis. Die Freude, die das Thema Hochzeit mit sich bringen sollte, ist deshalb eher überschaubar. Die Momente des Glücks sind rar. Und sie sind brüchig: Im Laufe der 90 Minuten wird es noch zu weiteren einschneidenden Momenten und bitteren Erkenntnissen kommen. Und auch wenn zum Schluss, wie bei einem Krimi üblich, die Wahrheit ans Licht kommt, als Happy End würde man das wohl eher weniger bezeichnen.

Der Krimipart ist dabei solide, aber nicht überragend. Motivation und Tathergang sind hier mal recht bodenständig. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass die Chancen hoch sind, frühzeitig die Lösung zu erraten. Hinzu kommt, dass Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag mit einer relativ überschaubaren Zahl an Figuren arbeitet. Allein schon aus Mangel an Alternativen kann man sich daher denken, wer nun wirklich dahintersteckt. Fans erwartet dennoch ein weiterer ordentlicher Film. Während die besagte Reduktion des Humors schade ist, sorgen die emotionale Komponente und die schönen Bilder für Unterhaltung, die sympathischen bis skurrilen Figuren sowieso.

Credits

OT: „Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag“
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Regie: Maria von Heland
Drehbuch: Thomas Oliver Walendy
Musik: Jessica de Rooij
Kamera: Jutta Pohlmann
Besetzung: Peter Heinrich Brix, Julia Brendler, Oliver Wnuk, Hannelore Hoger, Christian Kohlund, Nina Petri, Nikolai Kinski

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„Nord Nord Mord: Sievers und der schönste Tag“ beginnt mit einem Mord an einem Hochzeitsfilmer. Später kommen noch andere Entdeckungen hinzu, welche das freudige Ereignis trüben. Der Humor ist schwächer als zuvor. Dafür überzeugt der Krimi neben den sympathischen Figuren und den idyllischen Aufnahmen dieses Mal mit einer emotionalen Komponente.
6
von 10