
Mit Lizenztiteln ist es oftmals so eine Sache: Die Entwickler geben viel Geld für einen bekannten und somit zugkräftigen Namen aus, nur um danach beim eigentlichen Spiel spürbar zu sparen. Wie oft ist es schon vorgekommen, dass man sich als Fan einer Marke wie Marvel ganz dolle auf ein Spiel gefreut hat, nur um dann maßlos enttäuscht zu werden. Man denke z. B. an den 2020 veröffentlichten Rohrkrepierer Marvel’s Avengers, in welchem tatsächlich irgendwo ein gutes Spiel gesteckt hätte. Doch dass alles liegt in der Vergangenheit und soll nur veranschaulichen, dass ein Lizenztitel nicht automatisch auch der jeweiligen Lizenz gerecht werden muss. Eine Aussage, die glücklicherweise auf Marvel Tokon: Fighting Souls so ganz und gar nicht zutreffen mag.
Die Macht der vier
Marvel Tokon: Fighting Souls ist ein weiterer Eintrag in das sehr dicke Buch der Beat ’em Up-Spiele. Wo andere Vertreter des Geners auf 1-gegen-1-Kämpfe, manchmal auch Tag-Team-Kämpfe setzt, zaubert Marvel Tokon: Fighting Souls ein vier gegen vier Kampfsystem aus dem Hut. In der Praxis bedeutet dies, dass man sich aus insgesamt 20 Figuren jeweils vier auswählen kann, mit welchen man in den Kampf zieht. Im Kampf selbst wird man dann jedoch feststellen, dass man anfangs nur zwischen zwei Kämpfern hin und her wechseln kann, da man sich die anderen zwei zuerst noch freispielen muss. Dies geschieht, indem man den Gegner sprichwörtlich von einem Kampfbereich der in den nächsten prügle, was stets ungemein effektreich dargestellt wird.
Im Allgemeinen setzt Marvel Tokon: Fighting Souls auf ein wahres Effektfeuerwerk, welches vor allem dann abgebrannt wird, wenn alle vier Kämpfer zum Einsatz kommen. Special- und Finishing-Moves sind eine wahre cineastische Wucht, welche durch den zum Einsatz kommenden Anime-Stil noch unterstützt wird.
Einer für alle, alle für einen
Wer nun aufgrund des vier gegen vier Kampfsystems denkt, dass jede Figur deswegen seinen eigenen Energiebalken hat, der sieht sich einem Irrtum gegenüber. Tatsächlich ist es so, dass es nur einen Energiebalken für alle vier Figuren gibt. Dies verleiht den Kämpfen eine gewisse taktische Note, weil man sich blitzschnell entscheiden muss, ob man z. B. Iron Man den Gegner auf Distanz halte, während ich z. B. mit Wolverine in den Nahkamp stürme. Das Kampfsystem bleibt dabei stets temporeich, teils auch chaotisch und gerade deswegen jedoch auch kurzweilig, weil nie unnötige Längen aufkommen.
Wie es sich für ein Beat ’em Up gehört, kann man sowohl eine Kampagne mitsamt sehr schön erzählter Story, aber auch Einzelkämpfe und Online-Kämpfe mit Spielern aus aller Welt bestreiten. Das vorhandene Figurenkarussell wird in naher Zukunft wohl auch noch durch diverse DLCs erweitert werden, was Marvel Tokon: Fighting Souls langfristigen Spielspaß bescheren wird.
OT: „Marvel Tokon: Fighting Souls“
Land: Japan
Jahr: 2026
Director: Kazuto Sekine
Producer: Takeshi Yamanaka, Reed Baird, Kazuma Kizuka, Sayaka Utsunomiya
Artist: Kenta Kurosaka, Kiesuke Miura, Katsuki Mukai, Hidehiko Sakamura, Yuki Kato,Ayako Suzuki
Musik: Toma Otowa, Melissa Reese, Brain, STROBES, Daisuke Ishiwatari, Alissa White-Gluz, Norichika Sato
Publisher: Sony Interactive Entertainment
Entwickler: Arc System Works
Plattformen: PlayStation 5, Windows
„Marvel Tokon: Fighting Souls“ (Amazon /PS5)
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