
Knapp zwanzig Jahre ist Dawson Cole (James Marsden) nicht mehr in seiner alten Heimat gewesen. Und es ist kein schöner Anlass, der ihn wieder dorthin zurückführt: Tuck (Gerald McRaney), ein alter Freund, der für ihn wie ein Vater war, ist gestorben. Als Dawson wieder daheim ist, um den letzten Wunsch des Verstorbenen zu erfüllen, läuft er Amanda Collier-Reynolds (Michelle Monaghan) über den Weg. Mit ihr war er seinerzeit zusammen. Die Beziehung war schwierig, da sie aus sehr unterschiedlichen Familien stammten. Sie endete auch unter sehr tragischen Umständen. Als die beiden sich wiedersehen, müssen sie feststellen, dass ihre alten Gefühle nie völlig erlöscht sind. Doch Amanda ist inzwischen verheiratet und Mutter …
Die Tragik der Liebe
Inzwischen ist Nicholas Sparks ja ein wenig in Vergessenheit geraten. Aber es gab eine Zeit, da konnte man ihm kaum entkommen. Das lag nicht nur an dem großen Erfolg seiner Romane, auch die zahlreichen Verfilmungen seiner Werke trugen zu dem Eindruck bei, dass der US-Amerikaner gefühlt überall war. Gleich elf Filme waren es, die zwischen 1999 und 2016 entstanden sind, seither kam nichts mehr. Einige davon waren auch ganz erfolgreich, etwa Wie ein einziger Tag (2004) oder Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht (2013). Ein Selbstläufer waren die Filme aber nicht, einige enttäuschten an den Kinokassen. Zu diesen zählt auch The Best of Me – Mein Weg zu dir, der 2014 weit unter den Ergebnissen der vorherigen Adaptionen blieb.
Woran das liegt, darüber lässt sich nur spekulieren. Denn an und für sich gibt es dieselben Zutaten, wie man sie von einer Geschichte von Sparks kennt. So spielt natürlich die Liebe eine wahnsinnig große Rolle, die dann gern auch tragisch sein darf. The Best of Me – Mein Weg zu dir handelt davon, wie zwei Menschen, die eigentlich füreinander bestimmt sind, durch äußere Umstände davon abgehalten werden. Das Wiedersehen ist für die zwei dann auch eine Art zweite Chance, um das nachzuholen, was sie eigentlich vor vielen Jahren hätten haben sollen. Und wer möchte nicht davon träumen? Dass Amanda inzwischen längst vergeben ist, sogar Mutter geworden ist, ist Nebensache. Bei den Herzkino-Filmen ist es auch oft so, dass die Protagonistin mit dem falschen Mann zusammen ist und ihren Fehler erkennt. Und tatsächlich: Ehemann Frank (Sebastian Arcelus) kommt in dem Film nicht gut weg.
Klischees, Kitsch und ein absurdes Ende
Nuancen darf man bei ihm nicht erwarten. Aber das gilt für alle Figuren, denen wir begegnen. Sparks arbeitet mit lauter Stereotypen. Klischees findet man sowieso ohne Ende, da wird an nichts gespart. Das heißt nicht, dass es nicht auch Überraschungen gibt. So wartet The Best of Me – Mein Weg zu dir – auch das ist nichts Ungewöhnliches für Sparks – gegen Ende hin mit einer Wendung auf. Dass der Autor aktuell mit M. Night Shyamalan zusammenarbeitet, ist nicht wirklich erstaunlich. Ähnlich wie der Regisseur ist auch der Autor ziemlich schamlos, wenn es darum geht, seine Geschichten zu konstruieren. Da darf man hier schon kräftig mit den Augen rollen, wenn übelste Zufälle bemüht werden, um ein maximales Drama zu erreichen. Auch sonst ist der Film nicht gerade zurückhaltend.
Das heißt aber nicht, dass der Film nicht auch seine gelungenen Momente hätte. So springt die Geschichte immer wieder zwischen zwei Zeitebenen hin und her, zeigt die Hauptfiguren sowohl als Jugendliche wie auch als Erwachsene beim Wiedersehen. Solange sich The Best of Me – Mein Weg zu dir darauf konzentriert und einfach nur das (verhinderte) Paar zeigt, kann man sich das schon anschauen. Problematisch wird es aber eben, wenn mehr daraus gemacht werden soll und sich Sparks daran versucht etwas zu erzählen. Dann wird es schnell peinlich. Aber das gilt eben auch für die anderen Filme. Wer diese Art Liebesdramen mag, wird also bedient. Der Rest darf mehr als ein Jahrzehnt später immer noch einen großen Bogen darum machen.
OT: „The Best of Me“
Land: USA
Jahr: 2014
Regie: Michael Hoffman
Drehbuch: Will Fetters, J. Mills Goodloe
Vorlage: Nicholas Sparks
Musik: Aaron Zigman
Kamera: Oliver Stapleton
Besetzung: Michelle Monaghan, James Marsden, Luke Bracey, Liana Liberato, Caroline Goodall, Gerald McRaney
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