The Notebook Wie ein einziger Tag
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Wie ein einziger Tag

The Notebook Wie ein einziger Tag
„Wie ein einziger Tag“ // Deutschland-Start: 2. September 2004 (Kino) // 25. Februar 2005 (DVD)

Inhalt / Kritik

Als Duke (James Garner) sein altes Notizbuch auspackt, dann um seine Mitbewohnerin im (Gena Rowlands) ein wenig den Alltag zu versüßen. Eine alte Geschichte will er ihr erzählen, von dem jungen Noah (Ryan Gosling). Eines Tages erblickte der aus einfachen Verhältnissen stammende Arbeit die schöne Allie (Rachel McAdams) und weiß sofort: die ohne keine. Die ist nicht ganz uninteressiert. Dennoch stehen die Chancen schlecht, da die aus einem vermögenden Elternhaus kommende Jugendliche ein paar Klassen über ihm steht. Ihre eigenen Eltern halten ohnehin wenig von dem Verehrer mit den bescheidenen Perspektiven. Da ist der ebenfalls mit Geld gesegnete Anwalt Lon Hammond (James Marsden) schon deutlich mehr nach ihrem Geschmack …

Es lebe das Äußere

So ein gutes Aussehen kann schon etwas Schönes sein, ergeben sich doch daraus Möglichkeiten, die anderen nicht unbedingt offenstehen. Privat sowieso: Attraktivität bringt automatisch Optionen mit sich. Aber auch beruflich kommt man auf diese Weise oft weiter, vor allem wenn man in einem Bereich arbeitet, in dem das Äußere eine große Rolle spielt. Siehe die Schauspielerei, wo es so manche eher wegen äußerer Attribute zum Star gebracht haben als wegen ihres Talents. Umgekehrt kann das aber auch dazu führen, dass man schnell auf dieses vorteilhafte Aussehen reduziert wird. Ein Beispiel ist Ryan Gosling (La La Land), der nach ersten Erfolgen als Kinderschauspieler mit der Karriere nicht so recht vorankam. Und so spielt dann jemand von seinem großen darstellerischen Talent dann auch schon mal in sowas wie Wie ein einziger Tag mit, bei dem es fast ausschließlich um Oberflächlichkeiten geht.

Das ist keine große Überraschung, handelt es sich doch um die Adaption eines Romans von Nicholas Sparks, der mit seinen Schmonzetten zahlreiche Erfolge feierte. Vermutlich ist der US-amerikanische Autor auch davon überzeugt, dass er mit der Geschichte um eine schwierige Liebe etwas wirklich Profundes geschrieben hat. Schließlich geht es um Klassenunterschiede. In Wie ein einziger Tag trifft mal wieder ein einfacher Junge auf eine Prinzessin. Klingt toll, ist es aber nicht, wenn dahinter eine reiche Familie steht, deren oberstes Ziel ist, den Reichtum durch eine geschickte Heirat zu vermehren. Offiziell gab es in den 1940ern – zu der Zeit spielt die Haupthandlung – natürlich keine Stände mehr. Inoffiziell interessierte das aber niemanden. Du bist, was du hast. Hast du nichts, bist du entsprechend nichts.

Nobelvariante von Schund

Wenn diese großen Klassenunterschiede irgendwann überwunden werden, frei nach dem Motto, dass wahre Liebe Reichtum genug ist, dann wärmt das natürlich das Herz. Wenn zwei attraktive Menschen zusammenkommen, dann sowieso. Wie ein einziger Tag ist purer Eskapismus, sieht man einmal von einer späten Erkenntnis ab, die nicht so ganz dem Prinzip eines Happy Ends entspricht. Davon einmal abgesehen verläuft hier aber alles nach Plan. Tatsächlich weiß man schon recht früh, wie der restliche Film aussehen wird. Sparks kümmerte es nicht sonderlich, dass seine Geschichte nichts Interessantes zu erzählen hat, weder auf die Handlung noch die Figuren bezogen. Hauptsache, die richtigen Leute kommen zusammen, damit man den Eindruck hat, dass in der Welt doch alles gut gehen wird.

Das darf man natürlich selbst alles gut finden. Viele haben das. Man darf sich nur nicht daran stören, wie der Film einen Tiefgang vortäuscht, den er nicht hat. Wie ganz ungeniert mit Zufällen gearbeitet wird, damit alles immer ganz genau passt. Und auch gegen Klischees und Manipulationen sollte man nichts einzuwenden haben. Das geht zwar alles noch viel schlimmer. Außerdem hat Wie ein einziger Tag eben dieses hochkarätige Ensemble. Das bekommt zwar nicht die Möglichkeit einer wirklichen Entfaltung, macht aber aus Nichts zumindest etwas. Das ist mehr, als andere in vergleichbaren Geschichten geschafft haben. Da zudem die Bilder schön geworden sind, der berühmte französischer Kameramann Robert Fraisse (Der Liebhaber) die Zeitreise mit atmosphärischen Aufnahmen veredelt, ist das Ergebnis zumindest phasenweise immer sehenswert. Aber es bleibt eben die Nobelvariante von Schund.

Credits

OT: „The Notebook“
Land: USA
Jahr: 2004
Regie: Nick Cassavetes
Drehbuch: Jeremy Leven
Vorlage: Nicholas Sparks
Musik: Aaron Zigman
Kamera: Robert Fraisse
Besetzung: Ryan Gosling, Rachel McAdams, James Garner, Gena Rowlands, James Marsden, Kevin Connolly, Sam Shepard, Joan Allen

Trailer

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Wie ein einziger Tag
Fazit
Auch wenn „Wie ein einziger Tag“ sich tiefgründig gibt, wenn es von der romantischen Überwindung von altem Klassendenken handelt: Viel zu sagen hat der Film nicht. Immerhin, das hochkarätige Ensemble und die schönen Bilder machen das hier zur Nobelvariante einer Schmonzette. Mit echten Gefühlen hat das zwar wenig zu tun. Aber man kann ja so tun als ob und sich ganz dem Eskapismus hingeben.
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