Studio 54
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Studio 54

Studio 54
„Studio 54“ // Deutschland-Start: 10. Dezember 1998 (Kino) // 24. März 2022 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Shane O’Shea (Ryan Phillippe) wächst Ende der 1970er unter einfachen Verhältnissen mit seiner Familie in New York City auf. Doch der 19-Jährige träumt von mehr, er sehnt sich nach Glamour und der Welt der Schönen und Reichen. Und kein Ort repräsentiert das so sehr wie Studio 54, ein von Steve Rubell (Mike Myers) geleiteter Club, in dem regelmäßig Prominente feiern. Als Shane selbst sein Glück dort versucht, wird ein Traum wahr und er darf tatsächlich hinein. Und das ist nur der Anfang, denn Steve findet Gefallen an dem gutaussehenden jungen Mann und macht ihn zu einem Hilfskellner. Während Shane in der Hierarchie weiter aufsteigt und sich dabei mit dem Kollegen Greg Randazzo (Breckin Meyer) und dessen Frau Anita (Salma Hayek) anfreundet, muss er erkennen, dass die Glitzerwelt auch ihre Schattenseiten hat …

Späte Anerkennung

Dass sich die Rezeption von Filmen im Laufe der Zeit wandeln kann, ist bekannt. Während manche Hits im Nachhinein kaum noch zu erklären sind, weil sie wohl nur im damaligen Kontext erfolgreich sein konnten, haben andere Werke später sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Wohlwollen erfahren als zur Veröffentlichung. Ein Beispiel hierfür ist Studio 54, das 1998 floppte und auch in den Kritiken verrissen wurde. Inzwischen genießt das Drama rund um den für seine Partys und Exzesse legendären Club ein deutlich besseres Ansehen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass es einen Director’s Cut gibt, bei dem Regisseur und Drehbuchautor Mark Christopher sehr viel mehr von seiner ursprünglichen Vision unterbringen konnte, bevor Studioboss Harvey Weinstein einschritt und umfangreiche Änderungen erzwang.

So wollte Christopher, der zuvor bereits zwei Kurzfilme zu dem Thema gedreht hatte, gerade auch die queere Community in den Mittelpunkt rücken – inklusive eines bisexuellen Protagonisten. Das wurde am Ende aber wieder gestrichen, Studio 54 sollte auf Anweisung von oben stärker in die Richtung von Saturday Night Fever gehen, im Sinne des Kommerzes. Über Sinn und Zweck kann man sich da streiten. Denn während der Klassiker ja das damalige Zeitgefühl ausdrückte und damit einen Nerv traf, konnte der Rückblick hier allenfalls nostalgische Gefühle wecken. Dafür sind die Ereignisse aber nicht mitreißend genug. Eigentlich trifft man nur Leute, die von einem besseren Leben träumen, weil das aktuelle ihnen zu wenig bietet. Träume, die entweder nicht erreichbar sind oder sich als Schäume ehrausstellen, wenn hinter dem Glitzer der Abgrund wartet.

Glitzer an der Oberfläche

Auch das hätte interessant sein können, weniger als mitreißendes Musikdrama, mehr als Charakterporträt. Dafür ist Studio 54 aber nicht tiefgründig genug, hat nicht genug über die Menschen zu sagen. Es ist auch nicht so, als wären die Szenen im Club so faszinierend geworden, dass man deswegen unbedingt reinschauen müsste. Es gibt hier nichts, was etwa mit der Partyszene in Babylon – Rausch der Ekstase mithalten könnte. Man sieht zwar sich bewegende Körper, im Fall der Angestellten oft mit nacktem Oberkörper. Es wird aber nicht wirklich dynamisch, man verliert sich hier nicht in den Rhythmen und der Atmosphäre, wird nicht Teil von dieser in sich geschlossenen Welt, die vor Jahrzehnten Feierpalast und Rückzugsort zugleich war.

Wer die Möglichkeit hat, die restaurierte Fassung zu sehen, sollte das dennoch tun. Zumindest streckenweise gelingt es, das damalige Gefühl wiederzugeben, das Porträt einer Zeit zu sein, als vieles im Umbruch war. Im Mittelpunkt von Studio 54 steht natürlich Ryan Philipp, der nicht nur im Club selbst als Blickfang markiert, sondern auch für die Zuschauer und Zuschauerinnen blankziehen darf. Doch es ist Mike Myers, sonst überwiegend als Komiker bekannt, der einem in Erinnerung bleibt. Sein Steve ist gleichzeitig Menschenfreund und Mistkerl, skrupellos und weichherzig und sorgt damit für Ambivalenz in einem Film, der wie die Szene selbst zu oft oberflächlicher Glitzer bleibt.

Credits

OT: „54“
Land: USA
Jahr: 1998
Regie: Mark Christopher
Drehbuch: Mark Christopher
Musik: Marco Beltrami
Kamera: Alexander Gruszynski
Besetzung: Ryan Phillippe, Mike Myers, Breckin Meyer, Salma Hayek, Neve Campbell, Sela Ward

Bilder

Trailer

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Studio 54
fazit
„Studio 54“ erzählt die Geschichte des berühmt-berüchtigten Clubs anhand eines jungen Mannes aus einfachen Verhältnissen, der immer tiefer hinabsteigt. Der Director’s Cut ist einen Blick wert als Porträt einer Zeit im Umbruch. Es bleibt bei dem Drama aber doch einiges an der Oberfläche, wirklich mitreißend wird es auch nicht.
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