
Zunächst sieht es so aus, als seien die beiden Männer auf natürliche Weise gestorben. Während der eine wohl aufgrund von zu viel Alkohol in einem Fließ ertrunken ist, erlag der andere in einem Hotel einem Herzversagen. So dachte man. Doch bei einer näheren Untersuchung stellt sich heraus, dass die Todesursache in beiden Fällen Schlangengift war. Aber wer könnte das nur getan haben? Und was verbindet die beiden Opfer? Kommissar Thorsten Krüger (Christian Redl) versucht das herauszufinden. Die Antwort könnte in der Vergangenheit liegen, noch immer wird um den Grundbesitz gestritten, der mehrfach gewechselt ist – oft auf Zwang. Aber was hat es mit der alten Legende um den Schlangenkönig auf sich?
Spiel mit den Zeiten
Seit 2006 wird inzwischen Spreewaldkrimi ausgestrahlt, die ZDF-Krimireihe bringt es bislang auf immerhin 17 Teile. Das ist im Vergleich zu anderen langjährigen Reihen zwar geradezu bescheiden. Aber gut Ding will Weile haben. Viel Weile zuweilen. So warten Fans seit dem umstrittenen neuesten Teil Böses muss mit Bösem enden Anfang 2025, bei dem ausgiebig mit den Zeiten experimentiert wurde, auf Nachschub. Und ob man sich auf diesen freuen sollte, ist zudem fraglich. Schließlich ist nur noch ein weiterer Film geplant, danach soll Schluss sein. Immerhin: Stoff für Wiederholungen ist einiger da, es können immer wieder die alten Teile ausgepackt werden. So auch Eine tödliche Legende, das 2012 als vierter Teil der Reihe das erste Mal im Fernsehen zu sehen war.
Der Film greift dabei auf die bewährten Elemente zurück, die man mit dieser Reihe in Verbindung bringt. Zum einen ist das natürlich ein ganz klassischer Whodunit, bei dem zu Beginn eine Leiche gefunden wird – hier sind es sogar zwei – und danach herausgefunden werden muss, wer diesen Mord begangen hat. Dafür wird in Spreewaldkrimi: Eine tödliche Legende ermittelt, werden Angehörige befragt und zudem die Vergangenheit der Opfer rekonstruiert. Also alles, wie man es gewohnt ist. Ungewöhnlich ist allenfalls, wie mit den Zeitebenen gespielt wird, immer wieder werden dabei Grenzen aufgehoben. Das wird es für manche vielleicht schwer machen, der Geschichte zu folgen.
Hauptsache Mythos
Aber es passt irgendwie zu einer Folge, wo eben die Vergangenheit so wichtig ist. Das betrifft nicht nur die Tat an sich. Die Gründe hierfür liegen lange zurück. Ohne zu viel vorab verraten zu wollen, geht es um Geschichten, die Jahrzehnte zurückliegen, aber nie wirklich geendet sind. Spreewaldkrimi: Eine tödliche Legende verknüpft das, der Titel nimmt es vorweg, mit einer alten Legende, bei der es um einen Schlangenkönig geht. Auch das kennt man aus solchen ländlich gelegenen Krimis im deutschen Fernsehen. Da werden gern mal alte Mythen angezapft, um damit Stimmung zu erzeugen. So ganz geht das dieses Mal aber nicht auf, das wirkt zu konstruiert. Immerhin hat man aber darauf verzichtet, überall Nebel einbauen zu wollen, wie man das manchmal bei diesen Filmen macht.
Was ebenfalls nicht so wirklich funktioniert, ist das mit der Spannungskurve. Natürlich will man schon wissen, wer dahintersteckt und worum es geht. Aber man ahnt hier zu früh, was die Antwort ist, und wartet im Anschluss darauf, ob das jetzt stimmt oder nicht. Packend ist das aber kaum, Spreewaldkrimi: Eine tödliche Legende zieht sich nach einem verheißungsvollen Einstand schon. Schlecht ist der Krimi deshalb nicht, die Mischung aus Melancholie und Märchenstimmung trägt ebenso wie das Ensemble dazu bei, dass man sich das hier anschauen kann. Auch die Geschichte, die auf reale Ereignisse Bezug nimmt und doch aus der Zeit gefallen zu sein scheint, geht in Ordnung. Fans der Reihe können daher bei der Wiederholung am Start sein und sich auf eine Zeitreise begeben. Aber es gab schon bessere Folgen bei dem Dauerbrenner.
OT: „Spreewaldkrimi: Eine tödliche Legende“
Land: Deutschland
Jahr: 2012
Regie: Torsten C. Fischer
Drehbuch: Thomas Kirchner
Musik: Laura Karpman
Kamera: Victor Goss
Besetzung: Christian Redl, Muriel Baumeister, Rüdiger Vogler, Maria Mägdefrau, Ludwig Blochberger, Rolf Hoppe, Hans-Jochen Wagner, Ulrike Krumbiegel
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