
Als Kind war Karo (Bettina Lamprecht) ein echtes Talent beim Bowlen, ihre Familie hoffte auf die ganz große Karriere. Doch als sie bei einem entscheidenden Wurf patzt, platzt auch dieser Traum. Ihre aktive Zeit ist seither vorbei. Nun droht aber auch noch der Verlust der Bowlinganlage, die sie mit ihrer Mutter Gabi (Hedi Kriegeskotte) betreibt. Wenn sie nicht innerhalb von acht Wochen 75.000 Euro an Wong (Thomas Chaanhing) zahlt, war es das mit dem Pachtvertrag. Es hilft nichts, Karo muss wohl oder übel noch einmal die Bowlingkugel aufgreifen. Denn wer den Big Battle Bowl gewinnt, gewinnt 100.000 Euro. Dummerweise braucht sie dafür aber ein Team. Also rekrutiert sie Djamal (Mido Kotaini), Freddy (Hans-Joachim Heist) und Shu Qin (Jing Xiang) und muss aus dem mäßig begabten Haufen ein Gewinnerteam machen. Dabei ahnt sie nicht, dass Shu Qin in Wahrheit Wongs Tochter ist und das Team sabotieren will …
Sportlicher Humor
Eigentlich ist Sport ja eine ganz ernste Angelegenheit. Das bedeutet aber nicht, dass man diesem nicht auch mit Humor begegnen kann. Zumindest bei Filmen und Serien ist diese Kombination keine Seltenheit, Sportkomödien gibt es wie Sand am Meer. Dabei spielt die eigentliche Sportart fast schon keine Rolle mehr. Ob bei The Hawk ein abgehalfterter Golfer sein Comeback versucht, in Running Point eine Chaosfamilie ein Basketballteam leitet oder in The Underdoggs ein ehemaliger Footballspieler ein Kinderteam trainiert, möglich ist quasi alles. Mit Die Abräumer kommt nun eine weitere Sportart hinzu, denn bei der auf ZDFneo ausgestrahlten deutschen Fernsehkomödie dreht sich alles ums Bowling, wenn sich vier Leute zusammentun, um eine entsprechende Anlage zu retten.
Dass das Quartett dafür eigentlich nicht gemacht ist, ist natürlich kein Zufall. Sehr viele dieser Sportkomödien arbeiten mit der Figur des Underdogs, der zahlreiche Hindernisse überwinden muss, um am Ende erfolgreich zu sein. Eines der bekanntesten Beispiele war Cool Runnings über die jamaikanische Bobmannschaft, das 1993 zu einem Kassenschlager wurde. Die einzige Ausnahme in dem Team ist die Protagonistin, die früher als großes Talent galt, sich später aber zurückgezogen hat. Auch in der Hinsicht betritt Die Abräumer nicht gerade Neuland, Comebackversuche sind ein fester Bestandteil von solchen Sportgeschichten. Dass in dem Team ein sabotierender Maulwurf ist, fällt ein wenig aus dem Rahmen. Aber selbst da verläuft der Film in altbekannten Bahnen, ein Großteil der Handlung lässt sich problemlos vorhersagen.
Nicht wirklich witzig
Nun muss ein Film nicht zwangsläufig originell sein, damit er Spaß macht. Es kann reichen, wenn er andere Punkte hat, etwa gelungene Witze oder einprägsame Charaktere. Leider gibt sich Die Abräumer in der Hinsicht aber ebenfalls recht genügsam. So richtig lustig wird das Ganze hier nicht, das plätschert vor sich hin, ohne dass da nennenswerte Lacher rausspringen würden. Dabei konnte man durchaus ein humoristisch talentiertes Ensemble engagieren. Die immer verlässliche Hedi Kriegeskotte darf als dominante und schlecht gelaunte Mutter schon das eine oder andere Ausrufezeichen setzen. Aber das geschieht dann eher trotz des Drehbuchs, nicht wegen desselben. Und auch wenn manche Figuren etwas überzeichnet sind, das reicht so nicht aus.
Ganz schlecht ist das Ergebnis nicht. Zumindest überzeugt das hier mehr als Gerry Star: Der (schlechteste) beste Produzent aller Zeiten, eine weitere deutsche Komödie, die in einer Bowlinganlage spielt. Ein Grund ist, dass man diesem wild zusammengewürfelten Haufen doch irgendwie die Daumen drückt. Die Geschichte an sich ist zudem sympathisch, wenn die vier den Zusammenhalt lernen müssen und es auch schaffen, ihre diversen Probleme hinter sich zu lassen. Insofern kann man sich Die Abräumer schon anschauen, wenn man mal irgendwie anderthalb Stunden überbrücken muss. Nett ist das ja schon irgendwie. Man sollte nur nicht erwarten, dass dabei viel hängenbleibt, dafür ist der Film dann einfach zu beliebig.
OT: „Die Abräumer“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Torsten Wacker
Drehbuch: Volkan Isbert, Helena Lucas, Julia Alina Kessel
Musik: Vera Marie Weber
Kamera: Timo Schwarz
Besetzung: Bettina Lamprecht, Hedi Kriegeskotte, Mido Kotaini, Hans-Joachim Heist, Jing Xiang, Tristan Seith, Thomas Chaanhing, Julian Friedrich
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